Standards für Kinderschutzkonzepte (430 KB)
Was bedeutet Kinderschutz?
Kinderschutz umfasst alle Maßnahmen und Handlungen, die darauf abzielen, Kinder vor unterschiedlichen Gewaltformen sowie vor physischen oder psychischen Schäden und Beeinträchtigungen zu schützen. Er beinhaltet sowohl die Prävention und Risikominimierung als auch die Intervention bei konkreten Gefährdungen. Zu den zentralen Gewaltformen, vor denen Kinder geschützt werden müssen, zählen physische und psychische Gewalt, sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, institutionelle Gewalt sowie Gewalt im digitalen Raum (z. B. Cyber-Mobbing oder Online-Grooming). Ein wirksamer Kinderschutz wird oft durch Kinderschutzkonzepte realisiert, die als Organisationsentwicklungsprozess fungieren, um Risiken systematisch zu identifizieren und Schutzmaßnahmen verbindlich festzuschreiben.
Warum ist Kinderschutz für eine Stadt wie Hohenems wichtig?
Eine Stadt wie Hohenems ist eine öffentliche Gebietskörperschaft und Teil der öffentlichen Verwaltung. Sie hat eine verfassungsrechtlich verankerte Schutzpflicht, Kinder vor Gewalt zu bewahren, Übergriffe aufzuklären und ein förderliches Lebensumfeld zu garantieren. Sie muss daher sicherstellen, dass das Kindeswohl bei allen Maßnahmen öffentlicher und privater Einrichtungen eine vorrangige Erwägung ist
Der Schutz von Kindern wird als Aufgabe der gesamten Gesellschaft verstanden. Kommunen fungieren hierbei als zentrale Koordinatoren, da Kinderschutz die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure wie Familien, Schulen, Vereine, Gesundheitswesen und Polizei erfordert
Schließlich fungieren Kommunen oft als Träger oder Aufsichtsinstanz für Orte, an denen Kinder betreut werden, wie Kindergärten, Schulen oder Jugendeinrichtungen. Diese müssen als „sichere Orte“ gestaltet sein, um das Risiko von Gewalt und Machtmissbrauch zu minimieren.
Rolle und Selbstverständnis der Stadt Hohenems
Die Stadt Hohenems ist sich ihrer großen Verantwortung im Kinderschutz bewusst. Sie ist ein zentraler Ort, an dem Kinderschutz gelebt, organisiert und ermöglicht wird, und trägt wesentlich dazu bei, dass Schutzsysteme funktionieren.
Daraus ergeben sich fünf zentrale Rollen: Schaffung und Sicherung sicherer Strukturen in den Einrichtungen der Gemeinde, die Übernahme öffentlicher Verantwortung und Vorbildfunktion, indem die Gemeinde und ihre Einrichtungen selbst Kinderschutzkonzepte und Verhaltenskodizes entwickeln und umsetzen. Wichtig ist weiters die Unterstützung von Vereinen und der Zivilgesellschaft bei der Etablierung von Kinderschutz (insbesondere durch Information, Sensibilisierung und Qualifizierung, die Stärkung der Handlungskompetenz im Umgang mit Kindeswohlgefährdung) und letztlich die Vernetzung und Förderung von Weiterbildung sowie Selbstorganisation.
Warum ist ein Kinderschutzkonzept wichtig für gelebten Kinderschutz?
Ein Kinderschutzkonzept richtet sich an mehrere Zielgruppen: An Kinder und Jugendliche (damit sie wissen, an wen sie sich wenden können und offen sprechen dürfen), an Eltern (damit sie darauf vertrauen können, dass ihre Kinder im Verein gut geschützt sind), an Vereinsverantwortliche (mit der klaren Botschaft, dass sie Unterstützung erhalten), und auch an potenzielle Täter – mit dem unmissverständlichen Signal: „Nicht bei uns.“ Nachweislich wirken klare Schutzstrukturen abschreckend.
Die Entwicklung eines Kinderschutzkonzepts erfolgt entlang eines strukturierten Prozesses: Ausgangspunkt sind eine Bestandsaufnahme und eine Risikoanalyse. Darauf aufbauend werden ein Verhaltenskodex und konkrete Maßnahmen erarbeitet. Ein Kinderschutzkonzept bedeutet aktiven Kinderschutz und soll alle Bereiche durchdringen und wirken.
Wie unterstützt die Stadt Hohenems Vereine und Zivilgesellschaft im Kinderschutz?
Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen werden durch Informationsmaterialien, Beratung sowie durch Vernetzung und Weiterbildungsangebote unterstützt.
Auf dieser Seite finden Sie Muster-Checklisten als Instrumente zur Selbstanalyse, Leitfäden zur Erarbeitung von Kinderschutzkonzepten, die speziell auf die Bedürfnisse von Vereinen zugeschnitten sind.
Ebenso finden Sie Materialien zu den digitalen Aspekten des Kinderschutzes.
Die Stadt vernetzt Vereine, die sich gemeinsam dem Thema Kinderschutz widmen wollen und organisiert Schulungen für potentielle Kinderschutzbeauftragte in den Vereinen.
Materialien für die Etablierung von Kinderschutz in Vereinen
Leitfragen Risikoanalyse (245 KB)
Einzelfragen Risikoanalyse (184 KB)
Rechte von Kindern (18 KB)
Good Practice Beispiele von Kinderschutzkonzepten in Hohenems
Kinder- und Jugendschutzkonzept | ASVÖ Vorarlberg – Mit Begeisterung für den Sport
Kontakte zu Fachstellen außerhalb der Stadt Hohenems:
Bezirkshauptmannschaft Dornbirn – Kinder- und Jugendhilfe
Postanschrift: Klaudiastraße 2, 6850 Dornbirn
Standortanschrift: Rundfunkplatz 4, 6850 Dornbirn
+43 5572 308 53513
bhdornbirn@vorarlberg.at
ifs Kinderschutz
Marktplatz 3, 6850 Dornbirn
+43 5 1755-505
kinderschutz@ifs.at
Kinder- und Jugendanwaltschaft
Schießstätte 12, 6800 Feldkirch
+43 5522 84 900
Polizeiinspektion Hohenems
Kernstockstraße 12a, 6845 Hohenems
+43 59133 8142-100
pi-v-hohenems@polizei.gv.at