Irene Aue-Ben-David wird im April 2026 die Leitung des Jüdischen Museums übernehmen.
Sie folgt in dieser Funktion Hanno Loewy nach, der nach über zwanzig Jahren an der Spitze des in Pension geht. Die 52-Jährige ist Historikerin und leitet seit zehn Jahren das internationale Forschungsinstitut Leo Baeck für deutsch-jüdische Geschichte in Jerusalem.
Mit der Bestellung von Irene Aue-Ben-David folgt der Vorstand des Trägervereins des Jüdischen Museums der einstimmigen Empfehlung der mit internationalen Experten und Vertretern der Träger besetzten Findungskommission.
Der Trägervereins des Museums hatte die Stelle im Mai international ausgeschrieben und einen zweistufigen Bewerbungsprozess mit Hearing der Kandidaten vor einer Findungskommission durchgeführt. Träger des Jüdischen Museums Hohenems sind die Stadt Hohenems, das Land Vorarlberg und der Förderverein Jüdisches Museum Hohenems.
Irene Aue-Ben-David hat an der Universität Göttingen in Neuerer Geschichte promoviert. Bis 2017 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin und Kuratorin vorwiegend in Israel tätig. Seit 2015 leitet sie das Leo Baeck Institut in Jerusalem. Die nach dem Rabbiner, Holocaust-Überlebenden und bedeutenden Vertreter des liberalen deutschen Judentums benannte Forschungs- und Dokumentationseinrichtung hat Standorte in Jerusalem, London, New York und Berlin. Das Institut forscht auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur und vermittelt in seinen breiten Veranstaltungen und Projekten die liberalen Werte und Erfahrungen des deutschsprachigen Judentums einer breiten Öffentlichkeit – immer mit Blick auf die Relevanz der Themen für die Gegenwart.
Mit ihrer fachlichen Exzellenz, ihren Führungsqualitäten, analytischen und kommunikativen Fähigkeiten, Einsatzbereitschaft und ihrer Begeisterungsfähigkeit, überzeugte Irene Aue-Ben-David die Findungskommission. Dem Trägerverein empfahl die Kommission deshalb, sie als Bestqualifizierte mit der Leitung des Museums zu betrauen. Kürzlich konnten die Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Am 15. Dezember 2025 wird Irene Aue-Ben-David für ein erstes Kennenlernen mit dem Museumsteam und eine Pressekonferenz nach Vorarlberg kommen.
Irene Aue-Ben-David, geb. 1972 in Hildesheim
- 2010: Promotion in Neuerer Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Thema der Dissertation: Selma Stern als Historikerin. Die Geschichte der Werke „Der preußische Staat und die Juden“ und „Jud Süß“.
- 2002 – 2017: verschiedene Aufgaben als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin, Kuratorin, Forschungsassistentin, Redaktionsleitung, vorwiegend in Israel
- Ab 2015: Direktorin des Leo Baeck Instituts, Jerusalem
Findungskommission:
Die vom Vereinsvorstand eingerichtete Kommission war international besetzt. Ihr gehörten vier Experten aus den Bereichen Judaistik, Kulturwissenschaft, Museologie an (Denise Tonella, Direktorin Schweizerisches Nationalmuseum, Emile Schrijver, Generaldirektor Jüdisches Kulturviertel Amsterdam, Felicitas Heimann-Jelinek, ehemalige Chefkuratorin des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Michael Kasper, Direktor Vorarlbergmuseum), je ein Vertreter der Träger (Claudia Voit, Dieter Egger, Brigitte Plemel) und ein Mitglied des Teams (Anita Niegelhell). Den Vorsitz führt der Obmann des Trägervereins (Romuald Kopf) ohne Stimmrecht.