Kultur, Vereine

200 Jahre Bürgermusik Hohenems

Am 16. Oktober 2021 blickten die Mitglieder der Bürgermusik Hohenems anlässlich der 200. Generalversammlung auf 200 ereignisreiche Jahre zurück.

Um das 200-jährige Bestandsjubiläum in einem besonderen Rahmen gebührend zu feiern, trafen sich die Mitglieder der Bürgermusik Hohenems im Rittersaal des Palastes in Hohenems. Eröffnet und musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Posaunenquartett der Bürgermusik. Der ehemalige Vorstand Karl-Heinz König begrüßte alle Musikanten, Ehrenmitglieder, Bürgermeister Dieter Egger, Kulturstadträtin Erika Kawasser und Sophie Gruber vom Kulturreferat.

Anschließend gratulierte Karl-Heinz König dem neuen Vorstand, der im April per Briefwahl gewählt wurde, und übergab das Wort an den neuen Obmann Michael Pölz. Michael Pölz dankte nochmals dem alten Vorstand, im speziellen aber Karl Heinz König, der für sein außerordentliches Engagement für den Verein zum Ehrenobmann ernannt wurde.

In Dank und Anerkennung für ihre Langjährige Mitgliedschaft überreichte der neue Obmann an Werner Charec für 40 Jahre das goldene Ehrenzeichen sowie Martin Mathis und Stefan Klien für 25 Jahre das silberne Ehrenzeichen des Blasmusikverbands Vorarlberg.

Im Rahmen der Generalversammlung wurden Janine Mathis, Lukas Köck, Niklas Blaschitz und Markus Hoyer als aktive Musikanten sowie Julian Mathis in Probejahr aufgenommen.

Bürgermeister Dieter Egger gratulierte Michael Pölz zum neuen Amt und dankte Ehrenobmann Karl-Heinz König für seine hervorragende Arbeit, gratulierte zur erfolgreichen Jugendarbeit und wünschte viel Glück für weitere hundert Jahre.

Als Abschluss des offiziellen Teils der Generalversammlung ließ Elisabeth Waibel dann in einem Rückblick nochmals 200 Jahre Bürgermusik Hohenems Revue passieren. Mit 200 Jahren ist die Bürgermusik der älteste Verein in Hohenems und eine der ältesten Blasmusikkapellen im Land. In einer Zeit großer politischer Unruhen, die ihre Auswirkungen natürlich bis in die Vereine und in das Privatleben spüren ließ, wurde 1821 in der Gemeinde Hohenems von Anton Spieler – nachmaliger Postmeister und Bürgermeister – mit 24 beherzten Männer die Bürgermusik Hohenems gegründet. Hohenems war zu dieser Zeit eine kleine, aber aufstrebende Gemeinde mit rund 4.000 Einwohnern. Die ersten Probetätigkeiten und auch Auftritte fanden in verschiedenen Gasthäusern Hohenems statt. Bis zum ersten eigenen Probelokal sollten noch 174 Jahre vergehen. Bereits 1842 ist von der musikalischen Umrahmung der Fronleichnams-Prozession die Rede – ein Fixtermin im Musikjahr, der bis heute Bestand hat.

 

Auch die musikalische Begrüßung der neugewählten Bürgermeister hat lange Tradition, 1859 wurde sogar zwei Bürgermeistern gleichzeitig ein Ständchen gebracht, dem Bürgermeister der Christengemeinde sowie dem Bürgermeister der Israelitengemeinde.

 

Das 50-jährige Jubiläum der Bürgermusik Hohenems war schon gefeiert worden, als sie 1872 zur Eröffnung der Vorarlberger Eisenbahn den ersten ankommenden Zug in Hohenems begrüßen durfte. 1905 konnte die Bürgermusik bei der Eröffnung des neuen Saales im Gasthof Löwen konzertieren, bevor im nächsten Jahrzehnt mit Beginn des ersten Weltkriegs bittere Zeiten der Not aufkommen sollten.

 

Nach Ende des ersten Weltkriegs schlossen sich die zwei bestehenden Musikkapellen in Hohenems – die Veteranenmusik und die Bürgermusik – 1919 zu einer gemeinsamen Kapelle zusammen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 wurde die Bürgermusik Hohenems aufgelöst und das Vermögen des Vereins beschlagnahmt. Es wurde eine neue Standschützenkapelle mit neuer Vereinsführung gegründet. Die Kapelle schrumpfte auf wenige Musikanten zusammen, sodass zu einer Fronleichnamsprozession einmal nur acht Mann ausrücken konnten. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnte sich die Bürgermusik Hohenems neu konstituieren und unter Mithilfe des damaligen Bürgermeisters neu mit Uniformen und Instrumenten ausgestattet werden. Wie auch in der jüngeren Vergangenheit durfte die Bürgermusik Hohenems 1956 zur gräflichen Hochzeit aufspielen. Zwei Jahre später fand die Fahnenweihe mit der Fahnenpatin Priscilla Gräfin Waldburg-Zeil statt.

 

1995 konnte nach 1.500 Stunden Eigenleistung der Musikantinnen und Musikanten sowie Freunden der Bürgermusik das Musikheim in der Roseggerstraße eröffnet werden.

1996 wurde die neue Fahne mit Fahnenpatin Barbara Wolfgang gewiehen.

 

In den 2000er-Jahren etablierten sich sowohl das Sommerfest als auch später das Brunnenfest als Fixpunkte im Kalender nicht nur der Bürgermusik, sondern auch der Hohenemser.

Im Rahmen des jährlichen Sommerfests wurde 2017 das erste Jugendkapellentreffen in Hohenems gefeiert, bei dem selbstverständlich auch die Klangschmiede der Bürgermusik mitwirkte.

 

Mitten in die Vorbereitungen zum nächsten Jubiläum, der 200-Jahr-Feier, wurde das gewohnte Musik- und Vereinsleben durch einen globalen Ausnahmezustand, die Corona-Pandemie, erheblich gestört.

Doch unter widrigsten Umständen konnte die Bürgermusik Hohenems auch im Jahr 2020 zumindest ein Minimum an musikalischen Zusammenkünften organisieren.

Im nunmehrigen Jubiläumsjahr kann die Bürgermusik Hohenems in ihrer 200-jährigen Geschichte auf 19 Obmänner und 23 Kapellmeister zurückblicken. Auf dass noch viele weitere Obmänner, Obfrauen, Dirigenten und Dirigentinnen folgen mögen.

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