Veranstaltungsraum Servicestelle für Betreuung und Pflege

Frauen*Gespräche: Stadtführung: „Starke Frauen – Frauen.Geschichte(n) in Hohenems“

Samstag, 12. September 2026

Stadtführung im Rahmen der Frauen*Gespräche

Von mächtigen Männern sind die Geschichtsbücher voll – doch wo bleiben die Frauen? Bei dieser besonderen Stadtführung mit Austria Guide Alexandra Zittier-Summer entdecken Sie Hohenems aus weiblicher Perspektive. Geschichten von namenlosen Mägden, tüchtigen Wirtinnen, vermeintlichen Hexen und kultivierten Adeligen erzählen von Alltag, Mut, Macht und Widerstand und machen die Spuren der Frauen in der Stadtgeschichte sichtbar.

Treffpunkt: Samstag, 9:00 Uhr, Diepoldsauer Straße 7.

Im Anschluss an die Führung besteht ab ca. 10:30 Uhr die Möglichkeit, sich bei einem Gipfel und einer Tasse Kaffee auszutauschen.

Informationen:

Die Frauen von Ems | Unterwegs auf weiblichen Pfaden

Hohenems aus weiblicher Perspektive: In Geschichte und Gegenwart. Künstlerinnen und Literatinnen, Wirtinnen und Hausiererinnen, Hexen und Handwerkerfrauen, Adelige und Fabrikantengattinnen. Von mächtigen Männern sind die Geschichtsbücher voll, doch wo bleibt „Sie“ in den Annalen? Eine Einladung zu einem Spaziergang zu Frauenpower und weiblichen Lebenswelten.

Welchen „Schatz“ er verloren habe, betrauert Jakob Hannibal wortreich den frühen Tod seiner Gemahlin Hortensia Borromeo. Im zarten Alter von 14 Jahren war die kultivierte Mailänderin mit dem mehr als doppelt so alten Grafen verheiratet worden, mit 28 Jahren verstarb sie an den Pocken – fern der Heimat – als fünffache Mutter in Hohenems. Ein Nachruf, der anrührt und erstaunt.

Warum? Während die jung geschlossene Ehe, die Kinderzahl und auch die tödliche Erkrankung Hortensias Leben nicht einmal sehr von vergleichbaren Schicksalen ihrer Untertaninnen unterscheidet, erfahren wir in Jakob Hannibals Nachruf Überraschendes: Er rühmt die Gemahlin, die er so häufig und lange allein ließ, als eine Frau von unglaublicher Ehrenhaftigkeit, Klugheit und höchster Wertschätzung, als Herrin, die nicht nur seinen „Staat“ ausgezeichnet verwaltet habe, sondern auch ein Königreich zu regieren verstanden hätte.

Hortensia – eine Herrscherin, eine Regentin! Wenn heute im ehemals gräflichen Gästehaus, dem Rathaus, eine Vizebürgermeisterin „regiert“, dann mussten bis dahin Jahrhunderte vergehen. Bis in die 1960er-Jahre war Politik nämlich eine rein männliche Domäne: Kinder, Küche und Kirche bildeten jahrhundertelang den weiblichen Horizont, „frau“ engagierte sich allenfalls wohltätig, wie das Damenkomitee, das um 1900 eifrig Spenden für den Bau des einstigen Kaiserin-Elisabeth-Krankenhauses sammelte.

Vor ein paar Jahren haben sich die „Emsbachinnen“ formiert, ein Kreis von Frauen mit dem erklärten Ziel, das weibliche Wirken in der Stadt sichtbar zu machen. Inhaberinnen-geführte Geschäfte und Boutiquen bereichern heute mit ihrer Präsenz das Zentrum, aber wer hätte schon wahrgenommen, dass von den mehr als 300 Straßen und Plätzen in Hohenems lediglich ein Dutzend „weiblich“ benannt sind? Oder, dass es hier mit der Oberin Joachima Profanter bis zum heutigen Tag nur eine einzige Ehrenbürgerin gibt. Die Ordensschwester, die jahrzehntelang das christliche Armenhaus geleitet und sich auch im Schulunterricht große Verdienste erworben hatte, scheiterte übrigens an einem erbittert ausgetragenen Zwist mit dem Herrn Pfarrer. Nach 32 Jahren.

Auch Angehörige des Grafenhauses finden sich im klösterlichen Bereich. „Die Töchter“, so belehrte Kaiser Ferdinand I. einst seinen Sohn, „müssen von den Fürsten dankbarer begrüßt werden als die Söhne; denn diese zerreißen die Staaten, jene aber schaffen Verschwägerungen und Freundschaften.“ Wenn adelige Frauen nicht heirateten, leisteten sie ihren Familien also als Äbtissinnen oder Stiftsdamen wertvolle Dienste. So gibt es auch interessante Bezüge zwischen der Emser Residenz und dem ehemaligen Klarissinnenkloster Valduna.

Wo noch 1677 eine gewisse Barbara Wötzlin als Gespielin des Teufels der Hexerei bezichtigt und angeklagt, enthauptet und schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, eroberten sich Frauen im Laufe der Zeit ihren Platz in der Männerwelt und leisteten dabei Unglaubliches. Alleinerziehend meisterte beispielsweise die Hausiererin Mina Weil den harten Alltag. Und legendär bis heute sind die Wirtinnen der jüdischen Familie Landauer, die ihren Gasthof „Zur Frohen Aussicht“ für Generationen zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens machten. Ihrer aller Geschichten will diese den Frauen von Ems gewidmete Themenführung nachspüren.

Veranstalter: Stadt Hohenems

Uhrzeit: 9:00 bis 11:00 Uhr

Adresse: Diepoldsauer Straße 7, Hohenems, Österreich

In Google Maps anzeigen
Benachrichtigungen (z.B. Veranstaltungshinweise, Warnhinweise) aktivieren? Aktivieren Ablehnen