Vortrag von Hanin Hannouch (Wien), anschließend im Gespräch mit Dinah Ehrenfreund (Hohenems)
Basierend auf dem Nachlass und der Sammlung im Weltmuseum Wien untersucht dieser Vortrag das fotografische Werk von Siegfried Langer im Jemen. Die Analyse folgt dabei zwei Schwerpunkten: Erstens wird Langers Praxis durch eine Gegenüberstellung mit den etablierten Ateliers von A.C. Gomes und I. Benghiat & Son kontextualisiert. Indem das Wirken dieser lokalen Akteure – darunter die einflussreiche jüdische Familie Benghiat – beleuchtet wird, dezentriert der Vortrag die herkömmliche Erzählung vom europäischen Entdecker-Fotografen. Zweitens wird das „Nachleben“ einer ikonischen Aufnahme Langers analysiert: Die Fotografie eines sephardischen Juden, die durch den Kurator Franz Heger instrumentalisiert wurde, um rassistische Theorien der Zeit visuell zu untermauern.
Dr. Hanin Hannouch (sie/ihr) ist Kuratorin für analoge und digitale Medien am Weltmuseum Wien, wo sie für die Sammlungen Fotografie, Film und Ton verantwortlich ist. Im Jahr 2025 wurde sie Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für die Geschichte der Fotografie und Chefredakteurin der Zeitschrift PhotoResearcher. Sie hat die Ausstellung Wer Hat die Hosen an? co kuratiert, Washerwoman von Shannon Alonzo in Theseus Tempel kuratiert und momentan fokussiert sie sich auf ihre kommende Ausstellung Blutregen: Fotografie und Waffenhandel.
Begleitprogramm zur Ausstellung „Die Morgenländer. Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden“, 16. November 2025 bis 4. Oktober 2026
Eintritt: 9 € (ermäßigt 6 €)
Keine Reservierung erforderlich
Veranstalter: Jüdisches Museum Hohenems
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Adresse: Jüdisches Museum Hohenems, Villa Heimann-Rosenthal, Hohenems, Österreich
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