Vortrag von Tobias Mörike (Wien), anschließend im Gespräch mit Hanno Loewy (Hohenems)
Der Vortrag fragt, wie jüdische Gelehrte im 19. und frühen 20. Jahrhundert die Geschichte Gazas schrieben und welche Deutungen sie entwickelten. Anhand einer Literaturübersicht zeigt der Vortrag, welche Bilder von Gaza in jüdischen Studien zu Archäologie, Geografie und Geschichte kursierten. Wie ordneten jüdische Forscher den Krieg zwischen Philistern und Israeliten ein? Welche Geschichte schrieben sie über das jüdische Erbe und die jüdische Gemeinschaft in Gaza unter islamischer Herrschaft? Ausgangspunkt ist die Wissenschaft des Judentums*: eine historisch-kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Traditionen, die viele Forschende zugleich in die entstehende „Palästinaforschung“ um 1900 führte. Im Zentrum stehen drei Beispiele: Heinrich Graetz; der amerikanische Rabbiner Martin Abraham Meyer, der 1907 eine History of the City of Gaza veröffentlichte, sowie Leo Aryeh Mayer, der 1931 die arabischen Inschriften Gazas untersuchte. So wird sichtbar, wie jüdische Gelehrte Gaza zwischen Bibel und moderner Geschichtswissenschaft verorteten.
Begleitprogramm zur Ausstellung „Die Morgenländer. Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden“, 16. November 2025 bis 4. Oktober 2026
Eintritt: 11 € (ermäßigt 8 €)
Keine Reservierung erforderlich
Veranstalter: Jüdisches Museum Hohenems
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Adresse: Jüdisches Museum Hohenems, Villa Heimann-Rosenthal, Hohenems, Österreich
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