Die Stadt Hohenems hat am Dienstag, dem 16. Dezember 2025, den Budgetvoranschlag für 2026 mit großer Mehrheit von 30:6 Stimmen (Gegenstimmen: 5 GRÜNE, 1 Emser Liste) beschlossen. Der Voranschlag steht klar im Zeichen eines fortgesetzten Konsolidierungskurses, der aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen unerlässlich ist.
Wie alle Städte und Gemeinden in Österreich muss auch die Stadt Hohenems einen konsequenten Sparkurs fahren. Es sind herausfordernde Zeiten. Steigende, vielfach fremdgesteuerte Ausgaben – etwa im Sozial- und Gesundheitsbereich – treffen auf stagnierende bzw. nur leicht wachsende Einnahmen. Die Stadt reagiert darauf mit strikter Haushaltsdisziplin, effizienteren Verwaltungsabläufen und einer klaren Priorisierung ihrer Investitionen.
Verschuldung und Pro-Kopf-Verschuldung sinken!
In der operativen Gebarung erwirtschaftet die Stadt Hohenems einen Überschuss von rund 2 Millionen Euro. Vor Rücklagenbewegungen ergibt sich beim Ergebnisvoranschlag ein Nettoergebnis von –1,6 Millionen Euro. Gleichzeitig gelingt es der Stadt, ihre Verschuldung weiter zu reduzieren: Die Fremdverschuldung sinkt um etwa 1,9 Millionen Euro. Damit verringert sich auch die Pro-Kopf-Verschuldung von 2.048 auf 1.944 Euro.
Investitionen in Infrastrukturprojekte
Trotz der notwendigen Sparmaßnahmen wird in ausgewählte Zukunfts- und Infrastrukturprojekte investiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 4,35 Millionen Euro. Darunter fallen der Kreuzungsumbau im Rathaus-Quartier, Restkosten des Rathaus-Neubaus, Maßnahmen im Bereich Gemeindestraßen und Radwege, Investitionen in die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sowie Projekte der Gemeindeimmobiliengesellschaft.
Alle Förderungen und Investitionen werden konsequent auf ihre Wirksamkeit und langfristige Wirkung überprüft.
Effizienz durch Digitalisierung
Ein zentraler Pfeiler des Konsolidierungspfades ist die Steigerung der Effizienz im Verwaltungsbetrieb. Die Stadt setzt verstärkt auf Digitalisierung, effizientere Abläufe und den Einsatz moderner Technologien wie KI-gestützter Prozesse, um Ressourcen zielgerichteter einzusetzen.
Bürgermeister Dieter Egger betont die Verantwortung der Stadt, verweist aber zugleich auf strukturelle Grenzen: „Wir arbeiten entschlossen daran, die Stadtfinanzen zu stabilisieren und dort zu sparen, wo wir es selbst steuern können. Wir reduzieren Schulden, erhöhen die Effizienz und prüfen jede Ausgabe kritisch. Doch die Gemeinden stehen bei Aufgaben wie Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung oder Sozialleistungen massiv unter Druck. Ohne Verbesserungen im Finanzausgleich werden Städte und Gemeinden die wachsenden Anforderungen nicht mehr in der nötigen Qualität erfüllen können. Wir sehen daher dringend Bund und Land gefordert, die finanziellen Rahmenbedingungen für die kommunale Ebene zu stärken – insbesondere angesichts steigender Aufgaben, die Kommunen zunehmend vor strukturelle Herausforderungen stellen.
Ich danke allen Fraktionen der Stadtvertretung, den Mitgliedern des Stadtrats sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Einsatz und Disziplin die gesteckten Maßnahmen mittragen und zu diesem Voranschlag beigetragen haben.“