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Stadtplan
13.09.2016

Vortrag: Lehre 4.0

Andreas Schneider präsentierte seinen Zugang zur Lehrausbildung.

Am vergangenen Donnerstag, dem 8. September, fand im Salomon-Sulzer-Saal ein Vortrag mit Ausbildungsexperte Andreas Schneider zum Thema „Lehre 4.0 – Ausbildung im Zeitalter von Industrie 4.0 und Generation x/y“ statt.

Der heimische Vorzeigebetrieb Collini ist nicht nur im Bereich Metallveredlung führend. Auch in der Lehrlingsausbildung schlägt Collini mit „Lehre 4.0“ völlig neue Wege ein. Der Vortrag von Andreas Schneider im vollbesetzten Salomon Sulzer Saal stieß deshalb auf reges Interesse.

Industrie 4.0, Arbeiten 4.0, Wirtschaft 4.0, Lehre 4.0?

Eine einheitliche Definition der Begriffe gibt es nicht. Während die einen auf den nächsten Schritt in der industriellen Fertigung abzielen, fassen andere den Begriff weiter und meinen damit auch die Kommunikation zwischen Maschinen – „Internet der Dinge“ – oder generell die Digitalisierung vieler Lebensbereiche im Sinne einer engen Daten-Vernetzung zwischen Mensch, Maschine, Produkt oder Dienstleistung. Teilweise wird vor allem der Mittelstand von der Digitalisierung überrollt.

Andreas Schneider war über 20 Jahre Ausbildungsleiter bei einem bekannten deutschen Maschinenbauer. Was ihn überhaupt nicht interessiert, sind Zeugnisse. Lehrstellensuchende bewertet er nicht nach Zeugnissen oder Bewerbungsmappen, sondern entwickelte dafür einen eigenen Online-Test, der von zuhause aus gemacht werden kann. Die Resultate ergeben ein Persönlichkeitsprofil nach dem Ampelsystem; also mit Balken in grün-gelb-rot. „Grüne“ Bewerber/innen haben Potential, das zum Unternehmen passt.

Wer bei Trumpf eine Ausbildung beginnt, bekommt am ersten Arbeitstag einen Stahlwürfel in die Hand gedrückt, mit der Aufgabe „etwas Nützliches daraus zu machen“. Teamarbeit ist die Ansage dazu. Die Anfänger/innen entwickeln gemeinsam Ideen, planen, budgetieren, tüfteln und schrauben. So entsteht aus dem Stahlwürfel zum Beispiel eine mobile Einsatzstation für den Arzt im Tierheim.

Wie tickt die Generation Z?

„Die Geburtsjahrgänge +/- 1995 bis 2010 sind Expert/innen auf dem Gebiet der digitalen Technologien. Die neuen, digitalen Möglichkeiten verändern nicht nur die Alltags- und Freizeitgewohnheiten, sondern auch die Anforderungen an Produkte und Kundenwünsche. Die Produkte müssen einerseits einfacher zu handhaben sein, andererseits aber immer komplexeres leisten. Dafür braucht es eine neue, engere Form der Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen. Expert/innen verschiedener Disziplinen müssen sich austauschen, ihre Kenntnisse zusammenbringen. Es geht weniger um eine technische Revolution als um eine neue Unternehmenskultur“, sagt Andreas Schneider, der Vordenker in Sachen Aus- und Weiterbildung.