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Stadtplan
31.08.2016

Zu Gast in der Metzgerei Schatz

Der großzügige und vielseitige moderne Gastraum.
So sah die Metzgerei Anfang des 20. Jahrhunderts aus.
Ein für Stammgäste gewohntes Bild: Christian Schatz persönlich hinter dem Verkaufstresen.

Dieses Unternehmen nur als „Metzgerei“ zu bezeichnen wäre eindeutig zu kurz gegriffen.

Wenn man alle Dienstleistungen auflistet, die die Familie Schatz unter einem Dach hier in Hohenems anbietet, kommt eine beeindruckende Liste zustande: Eine Metzgerei, eine Bäckerei, eine Konditorei, ein Cateringbetrieb, ein Hotelbetrieb und ein Restaurant, welches gelegentlich zur Bar mit hochwertigen Live-Musikevents wird. Viele gute Gründe für die Gemeindeblattredaktion also, der Metzgerei einen Besuch abzustatten und sich mit Christian Schatz über den Werdegang des Unternehmens zu unterhalten.

3. Generation

In der dritten Generation betreibt der 27-jährige Christian Schatz nun den Restaurant- und Hotelteil des Unternehmens und den Verkauf der Brot- und Konditoreiwaren. Sein sieben Jahre älterer Bruder Dieter kümmert sich gemeinsam mit dem Vater Rainer um die Metzgerei, Mutter Susanne und Schwester Michaela halten den Cateringbetrieb am Laufen. Drei Lehrlinge werden aktuell ausgebildet, 21 Arbeitnehmer/innen stehen bei der fünfköpfigen Familie in Lohn und Brot. Bis zu dieser stattlichen Größe war es aber ein langer Weg erzählt uns Christian, der seine Wurzeln im benachbarten Bundesland Tirol hat. „1960 ist mein Großvater samt Familie aus Tirol nach Vorarlberg gekommen und hat die alte Metzgerei Ruf übernommen – eine der ältesten Metzgereien Vorarlbergs. In der direkten Nachbarschaft der Metzgerei befand sich damals die Bäckerei Fenkart. Als diese vor einigen Jahren ihre Türen schloss, entschieden wir uns, die entstandene Lücke mit einem ehrgeizigen Neubau des gesamten Gebäudes zu schließen. Schon damals hatten wir die Vision, auch einen Hotelbetrieb anzubieten und den „Restaurantraum“ so auch als Frühstücksraum oder abendliche Bühne für Veranstaltungen auszulasten – und dieses Konzept ist uns Gott sei Dank auch aufgegangen“, lacht der junge Geschäftsführer erleichtert.

Qualitativ hochwertige Produkte

Der Erfolg ist aber auch einem kompromisslosen Bestreben zu verdanken, nur die qualitativ hochwertigsten Produkte anzubieten. „Konservierungsstoffe werden Sie bei unserer Fleischproduktion vergeblich suchen. Das machen wir einfach nicht. Alle Tiere stammen aus der Region und werden persönlich von uns abgeholt und bis zum fertigen Produkt verarbeitet. Stolz sind wir auch auf unsere Bregenzerwälder Köchin Maria, die aus diesen Produkten immer frische und saisonale Mittagsmenüs zaubert. Nur das Brot lassen wir uns von regionalen Bäckern täglich frisch zuliefern – für eine Backstube hätten wir schlicht keinen Platz mehr. Aber die Kuchen produzieren wir ebenfalls im Haus“, ergänzt der gelernte Metzger. Wir sprechen Christian auf die ständige Verfügbarkeit von Fleisch in unserer Gesellschaft an und auch darauf, welchen Preis Fleisch seiner Meinung nach haben sollte.

„Wenn man sieht, was hier in diesem Bereich täglich teilweise billigst und unter unwürdigen Bedingungen produziert und dann sogar weggeworfen wird, dann blutet einem hier buchstäblich das Herz. Hier fahren wir eine radikal andere Politik. Bei uns ist es normal, dass wir nicht immer jedes Teil von jedem Tier in der Auslage haben. Wir verarbeiten eben das, was uns gerade frisch zur Verfügung steht. Und da kann es auch schon einmal passieren, dass jemand gern zum Beispiel Lamm hätte und wir dann erklären müssen, dass wir es halt gerade nicht haben.“

Freizeitgestaltung

Was er zum Thema „Familienurlaub“ meint? „Das wäre für uns als Familienbetrieb – so wie es zumindest vielleicht andere Familien kennen – gemeinsam gar nicht möglich. Jeder Einzelne von uns geht dann, wenn die anderen da sind und die Türen offen halten, denn wir kennen keine Feieroder Ruhetage. Auch am Wochenende bieten wir unser Frühstücksbuffet und den Brotverkauf an und wir müssen uns ja dann auch um den Hotelbetrieb mit den acht Gästezimmern kümmern.“

Eine Herzensangelegenheit sind dem jungen Geschäftsführer, der selbst leidenschaftlicher Bluesmusiker ist, die regelmäßig stattfindenden „Redhouse Sessions“ in den Gasträumen der Metzgerei. „Diese finden im Schnitt alle zwei Wochen statt und hier versuchen wir, tolle Livemusik aus dem Rock- und Bluesbereich anbieten zu können, Jamsessions zu organisieren und stimmungs- und stilvolle Barabende zu veranstalten, die dann auch mal bis 2 Uhr früh gehen dürfen. Der nächste Termin dafür ist beispielsweise Freitag, der 23. September 2016 – vorbeikommen ist mehr als erlaubt“, so Christian Schatz abschließend.