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Stadtplan
27.09.2016

Vom Konditor zum Toastspezialisten

Chefin Silvia schenkt aus

Vergangene Woche war die Gemeindeblatt-Redaktion im Rahmen der Serie „Gasthausgeschichten“ zu Gast in der Diepoldsauer Straße im Café Nachbaur.

In dem gemütlichen Bar-Restaurant von Silvia Nachbaur, die das Geschäft seit der Pensionierung ihres Gatten Horst vor rund einem Jahr führt, herrschte auch kurz nach Mittag noch reges Treiben. Doch wir möchten bei den Anfängen beginnen und somit beim beruflichen Werdegang Horst Nachbaurs.

Der Weg zum eigenen Café

Den Beginn seiner gastronomischen Karriere absolvierte Horst Nachbaur im Schlosskaffee, wo er sich zum Konditor ausbilden ließ. Es folgten zahlreiche Auslandsaufenthalte als Konditor und Patissier, u. a. in Liechtenstein, St. Moritz, London und Berlin. Auch ein kurzer Abstecher nach Israel war darunter, ehe er schließlich rund fünf Jahre in Schweden arbeitete – u. a. in einem Betrieb, der sich königlicher Hoflieferant nennen darf.

Café Nachbaur

Gemütliches Ambiente mit Gastgarten

Nach seiner Rückkehr nach Vorarlberg eröffnete Horst Nachbaur 1984 auch erstmals das Café Nachbaur in Hard, wo hauptsächlich Konditoreiwaren angeboten wurden, ehe er im Jahr 1989, gemeinsam mit seiner Frau Silvia, in die neu gebauten Räumlichkeiten von Sport Mathis in Hohenems umzog, und dort sein neues Café Nachbaur eröffnete. Auch dort wurde der Fokus zunächst auf Kuchen- und Konditoreiprodukte gelegt, ehe mehr und mehr das Essen, die gut-bürgerliche Küche, in den Mittelpunkt rückte.
Seither ist das Café Nachbaur für seine wöchentlich wechselnden Mittagsmenüs bekannt, auch hin und wieder etwas extravagantes kommt dabei auf den Mittagstisch.
Seine Toastspezialitäten und Salate sind weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, stellt Nachbaur das Toastbrot doch noch in Eigenproduktion selbst her.
Auch nachmittags kann man im Nachbaur eine Kleinigkeit essen, donnerstags und freitags gibt es auch abends die „normale“ Karte.

Bei Stammgästen beliebt

Besonders stolz zeigt sich Horst Nachbaur, da zahlreiche Stammgäste regelmäßig das Lokal besuchen, ist das Bar-Restaurant doch eines der wenig verbliebenen Lokale, in denen noch geraucht werden darf. In einem der vielen Gespräche kam auch das Thema Stau während der Brückensanierung zwischen Lustenau und Au zur Sprache. „Sie haben zu mir gesagt, geh doch raus und verkauf im Stau draußen deine Getränke.“ Gesagt – getan, doch ein wenig anders. Es wurde schlichtweg eine „Stau Happy Hour“ während der Bauphase ins Leben gerufen. Donnerstags und freitags von 16 – 18 Uhr gab es jeweils verbilligte Getränke. Auch aufgrund solcher Ereignisse gibt Nachbaur seinen Gästen gerne etwas zurück. So gab es etwa zur 20-Jahr-Feier ein großes Fest nur für Stammgäste. Wer weiß, was sich die Nachbaurs für die 30-Jahr-Feier in drei Jahren einfallen lassen.

Besondere Ereignisse

Highlight im Nachbaur: Der Paella-Abend

Ob er auch besondere Momente im Nachbaur erlebt hat, fragen wir Horst Nachbaur im Gespräch. „Ja natürlich, da gibt es eine Vielzahl an Highlights im Laufe dieser fast drei Jahrzehnte. Doch unsere Gäste wären nicht erfreut, wenn wir hier alles preisgeben. Einmal war das norwegische Schi-Team, gemeinsam mit ihrem damaligen Servicemann Guntram Mathis, bei uns zu Gast. Das war noch zu Zeiten, als Stars wie Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt gefahren sind. Auch Formel 1-Fahrer kehrten schon bei uns ein, nicht zuletzt aufgrund des Wohnorts von Christian Klien. Aber an ein Ereignis kann ich mich noch genau erinnern. Das war kurz nach dem erstmaligen Aufstieg von Altach in die Bundesliga, als plötzlich einige Rapid-Fans bei uns im Lokal standen und das Altacher Stadion suchten. Gastronomisches Highlight ist sicher unser jährlicher Paella-Abend, wo die spanische Gattin eines Vorarlbergers hier bei uns Paella für die Gäste zubereitet. Auch Partyabende und Verkostungen veranstalten wir immer mal wieder“, erzählt Nachbaur.

Übergabe an Frau Silvia

Vor rund einem Jahr übergab Horst Nachbaur das Geschäft, das im Laufe der Jahre immer wieder umgestaltet und modernisiert wurde, vollständig in die Hände seiner Gattin Silvia, um seine wohlverdiente Pension anzutreten. Doch ganz kann er die Hände dann doch nicht vom Herd lassen. Mittags schwingt er nach wie vor den Kochlöffel in der Diepoldsauer Straße. Dennoch konnte er heuer Neuland betreten, in dem er sich erstmals drei Wochen Urlaub am Stück gönnte.