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Stadtplan
14.09.2016

Vom Kino übers Schiller-Pub zum Nachtcafé

Brand 1982
Das Nachtcafé heute
Der alte Kinosaal
Die Hohenemser Lichtspiele

Im Rahmen der Serie „Gasthausgeschichten“ ließ es sich die Gemeindeblatt-Redaktion nicht nehmen, den Spuren des Alten Kinos in Hohenems auf den Grund zu gehen.

Im Jahr 1954 kauften Anton Häfele und Fritz Peter das Grundstück an der Jakob-Hannibal-Straße von der Stadt Hohenems und bauten dort ein Kino. Das Kino sollte ursprünglich direkt am Schlossplatz entstehen. Die damaligen Planer entschieden sich aber für den Standort des heutigen Nachtcafés, weil die Verhältnisse am Schlossplatz es damals nicht erlaubt hätten, ein Kino in dieser Größe zu bauen. Bereits im April 1955 fand die erste Filmvorführung statt und das Kino galt damals als „der Treffpunkt“ in Hohenems und der näheren Umgebung. Die Hohenemser Lichtspiele waren eines der ersten Kinos in Vorarlberg. Im Jahr 1982 fand der Lichtspielbetrieb an diesem Ort aufgrund eines Brandunglücks ein abruptes Ende. Vom ehemaligen Kinosaal mit 504 Sitzplätzen blieben nur mehr brandgeschwärzte Außenmauern übrig.

Schiller-Pub

So entstand in den Räumlichkeiten des vormaligen Kino-Foyers das legendäre Schiller-Pub, angelehnt an die Lage des Lokals an der Schillerallee, das im Laufe der Jahre nach diversen Umbaumaßnahmen 2004 den Namen Nachtcafé erhielt. Im ehemaligen Kinosaal bot über viele Jahre ein Lebensmittel-Discounter seine Waren an.
Heute wird der Saal nur mehr am Rosenmontag und an den Tagen des Faschingsumzugs bzw. des Emser Marktes als Veranstaltungshalle genutzt. Das Oktoberfest beim Nachtcafé nach dem Emser Markt ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das große Highlight des Jahres ist aber dennoch die Freinacht am Rosenmontag mit einem Festzelt vor dem Lokal.

Nachtcafé

Seit dem Jahr 2005 wird das Nachtcafé nun von Andreas Wüstner erfolgreich weitergeführt. Der gebürtige Lustenauer, seit Ende der 90er-Jahre aber in Hohenems wohnhaft, führt das Lokal mit viel Herzblut und großer Leidenschaft, wie er im Gespräch mit der Gemeindeblatt-Redaktion immer wieder durchklingen lässt.
Zustande gekommen ist das Engagement des gelernten Maschinenbaumechanikers eher per Zufall. Wüstner arbeitete zuvor bei Kral Pumpen in Lustenau und in der Schweiz, wo er u. a. als Umschulungsleiter bei der Heilpädagogischen Vereinigung Leute, die Arbeitsunfälle hatten, zum Mechaniker umschulte – mit dem Ziel, diese Personen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Kindheitstraum

Schon als junger Bub hatte Wüstner den Traum eine Koch- und Kellnerlehre anzugehen. Allerdings hat ihm die Aufnahmeprüfung zum Mechaniker, die er erfolgreich bestand, diese Entscheidung abgenommen, sodass er zunächst einen anderen Weg einschlug. „Ich hatte aber immer einen Hang zur Gastronomie. Das hat mir immer gefallen und getaugt, weil man unter Leuten ist – nicht so wie als Mechaniker im geschlossenen Raum“, so der ledige Wahl-Hohenemser, der auf den Spitznamen „Mäx“ hört. „Nach mehreren Gesprächen mit dem Vorbesitzer war ich letztlich auch überzeugt, das Lokal im Dezember 2005 zu übernehmen“, führt Mäx weiter aus.

Tanzbar

Heute gilt das Nachtcafé als Tanzbar im klassischen Sinn. „Wir haben einen DJ und spielen Musik von den 60er-Jahren bis zur Moderne. Natürlich schauen wir, was für Gäste bei uns im Lokal sind und gehen stark auf Musikwünsche ein. Besonders wichtig ist mir, dass sich auch die weiblichen Gäste bei uns wohlfühlen. Das ist das Um und Auf für mich. Wenn es da irgendwo einmal Probleme geben sollte, schreite ich sofort ein“, so der passionierte Gastronom.

Persönlich ist Mäx eigentlich immer im Lokal anzutreffen. „Seit elf Jahren hatten wir noch kein Wochenende zu“, zeigt er sich sichtlich stolz. „Was uns zudem von der Konkurrenz abhebt, ist die Atmosphäre. Viele kennen sich gegenseitig und die Musiklautstärke ist auf einem erträglichen Niveau, sodass man sich auch gemütlich unterhalten kann. Zudem gibt es bei uns kein nerviges Stroboskoplicht, das in den Augen schmerzt. Mir sind die Gäste sehr wichtig. Ich kümmere mich gern darum, stehe auch immer wieder vor dem Lokal und werfe einen Blick auf die Parkplätze. Wenn Ruhe im Lokal ist und sich die Gäste wohlfühlen, habe ich mein Ziel erreicht“, so Mäx abschließend. Ob er auch schon berühmte Besucher zu Gast hatte, fragen wir ihn zum Schluss: „Natürlich kommen immer wieder bekanntere Gäste vorbei. Diese stammen vor allem aus dem Formel 1-Zirkus, nicht zuletzt aufgrund des Wohnorts von Christian Klien. In erster Linie sind aber die Fahrer der Formel 1-Trucks immer wieder bei uns zu Gast.“

Öffnungszeiten

Das Nachtcafé öffnet seine Pforten von Mittwoch bis Sonntag ab 20 Uhr. Geöffnet ist Mittwoch, Donnerstag und Sonntag jeweils bis 2 Uhr, freitags, samstags und vor Feiertagen jeweils bis 4 Uhr. Weitere Informationen unter www.nachtcafe.at