A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
13.10.2016

Der Gsohlweg – eine Zeitreise

Der Gsohlweg – eine Zeitreise
Der Gsohlweg – eine Zeitreise
Der Gsohlweg – eine Zeitreise
Der Gsohlweg – eine Zeitreise
Der Gsohlweg – eine Zeitreise

Bis zum ersten Weltkrieg war die Alpe Gsohl mit einem schmalen Saumpfad nur über den Schütz und über den Götznerberg erschlossen.

Durch den Ankauf der Rosenthal`schen Waldungen am Kugelwald, durch die damalige Marktgemeinde Hohenems zu Beginn des 20. Jahrhunderts und im Hinblick auf die bereits laufenden Verbauungsmaßnahmen an den Briedlerbächen durch die k. u. k. Wildbachverbauung, haben die beiden Interessenten gemeinsam eine Erschließung geplant und umgesetzt.

Die damalige Trassenführung bis zur Alpe Gsohl blieb bis heute unverändert. Durch die zunehmende technische Entwicklung wurde der Weg laufend verbreitert und ausgebaut, bis zur heutigen LKW-befahrbaren Forststraße. In den 70iger- und 80iger-Jahren erfolgten in Etappen die Erweiterungen der Weganlage ab der Alpe Gsohl bis zur Alpe Schönenmann.

Die Gesamtlänge der Hauptachse des Gsohlweges ab Ledi bis zum Schönenmann beträgt neun Kilometer – mit den Seitenwegen sogar zwölf Kilometer.
Der Weg erschließt 260 ha Wald, 60 ha Alpfläche und noch einige Bäuflächen wie die Ferienhäuser am Engelsplatz und die Emserhütte sowie die Alpe Gsohl.
Auch für die Wildbachverbauung ist der Gsohlweg schon seit über 120 Jahren von großer Bedeutung, da diese seit damals fast ununterbrochen Bachverbauungstätigkeiten zum Schutz des Siedlungsraumes durchführt – auch für die touristisch bzw. Freizeitnutzung eine nicht mehr wegzudenkende Einrichtung.

Gemeindeübergreifende Kooperation

Die Stadt Hohenems hat einen Anteil von 43 Prozent, die Marktgemeinde Lustenau mit den Waldungen und Alpen am Schönenmann und Briedler einen Anteil von 36 Prozent.
Weitere maßgebende Mitglieder sind Familie Waldburg-Zeil, die Naturfreunde gefolgt von 36 Kleinprivatwald- und Ferienhausbesitzern.

Güterweggenossenschaft

Im Jahr 2002 wurde die ganze Weganlage auf rechtliche Basis gestellt, in dem man mit sämtlichen Wegbenutzern bzw. Grundeigentümern im Einzugsbereich des Gsohlweges eine Güterweggenossenschaft nach dem Güter- und Seilwegegesetz gründete. Dies bedeutete Rechtssicherheit, eine gegenseitige Einräumung des Bringungsrechtes über fremdem Grund und Boden und eine gerechte Aufteilung der Bau- und Wegerhaltungskosten nach Bewirtschaftungsart, Längs- und Querabminderung.
Obmann der Güterweggenossenschaft Hohenems-Gsohl ist Umweltstadtrat Günter Mathis. Die Verwaltung erfolgt durch die Forstabteilung der Stadt Hohenems.

Freigabe als Mountainbikeroute

Im Jahr 2008 wurde die gesamte Hauptachse per einstimmigem Vollversammlungsbeschluss als Mountainbikeroute freigegeben. Die Vereinbarung wurde mit der Stadt Hohenems als Mountainbikeroutenbetreiberin abgeschlossen, entsprechend ausgeschildert und in den landesweiten Routenkataster aufgenommen.

Hohe Erhaltungskosten

Da der Gsohlweg abschnittsweise ein starkes Gefälle aufweist und durch geologisch instabiles Gelände führt, siedeln sich die Erhaltungskosten entsprechend im obersten Bereich an.
Hochwasserereignisse führen immer wieder zu Rutschungen und Erosionen an der Weganlage.
Die Wiederherstellung mittels Holzkastenbauweise und Behebung der Fahrbahnschäden ist sehr kostenintensiv.
Das Land Vorarlberg gewährt immer wieder Zuwendungen aus dem Katastrophenfonds und aus dem Mountainbikeroutentopf.
Aber auch seitens der Stadt Hohenems und der Marktgemeinde Lustenau gibt es immer wieder Unterstützung.

2013 & 2014

Eine große Herausforderung waren die Sanierungsarbeiten nach der Rutschung am Briedler im Jahr 2013. Hier wurde die Hauptachse rund 300 Meter südlich der Emser Hütte auf einer Länge von 100 Metern komplett zerstört, ebenso der Zubringerweg zur Alpe Briedler und der Forstweg zur Luchsfalle.
Die Wiederherstellung dieser Wegabschnitte erfolgte in Kooperation mit der Wildbach- und Lawinenverbauung.
Im Jahr 2014 wurden die Äuelebachbrücke nach dem Einstieg ab Ledi und die beiden Plattenbachbrücken saniert bzw. mit neuen Tragwerken versehen.

Verschiedenste Arbeiten im Frühjahr 2016

Im Frühjahr wurde ein längerer Streckabschnitt direkt unter der Alpe Gsohl, bzw. über dem Brämaries neu hergestellt. Aufgrund der Nasswetterereignisse der vergangenen Jahre musste dieser Abschnitt mit einer Länge von über 50 Metern bergseitig verlegt und in Holzkastenbauweise neu errichtet werden.
Diese Maßnahme war aus Sicherheitsgründen für alle Wegbenutzer dringend erforderlich.
Nach Fertigstellung dieses Bauabschnittes kam es infolge der Starkniederschläge vom 14. Und 15. Mai 2016 zu weiteren Rutschungen am Gsohlweg.
Gesamthaft wurde im Jahr 2016 über 100.000 Euro in Rutschhangsanierungen investiert.

Planungen für 2017 schreiten voran

Die nächste große Bautätigkeit – voraussichtlich im Frühjahr 2017 – findet im etwas höheren Bereich statt. Im Bereich Gsohlälpele – Klederertobel wird der Gsohlbach verbaut. Dies erfolgt durch Quer- und Längswerke, wie z. B. Konsolidierungssperren und Uferleitwerke, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu reduzieren und die Bacheinhänge zu stabilisieren.
Am Ende des Klederweges wird beim Gsohlbach ein Querwerk so eingelegt und ausgebaut, dass dieses als Furt für LKWs befahrbar ist.
Anschließend, ab dem südlichen Uferbereich, wird die Weganlage auf Götzner Gemeindegebiet bis zum bestehenden Forstweg Kugelwald weitergeführt.
Dies ist ein gemeinsames Projekt der Wildbachverbauung, der Stadt Hohenems, der Marktgemeinde Götzis und der Agrargemeinschaft Götzis.
Anlass für die Ausarbeitung und Umsetzung dieses Projekts waren die Hochwasserereignisse der vergangen Jahre, um im Bedarfsfall Anbindungsmöglichkeiten für Meschach, Millrütte und für das Hohenemser Berggebiet zur Außenwelt zu sichern.
Auch für Wanderer gibt es somit an dieser Stelle einen attraktiven Lückenschluss zwischen Götzis und Hohenems.