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Stadtplan
27.04.2016

Biber als Baumeister

Biber am Alten Rhein c Katharina Waibel 2
Biber am Alten Rhein c Dietmar Hollenstein 2

Die gefällten Baumstämme am Ufer des Alten Rheins verraten es sofort – hier wohnt und arbeitet ein Biber – nun auch in Hohenems.

Dies fällt aber erst im Winter auf, denn der Vegetarier frisst im Sommer Kräuter, Wasserpflanzen und Gräser. Diese sind im Winter nicht vorhanden und da die Tiere keinen Winterschlaf halten, müssen sie auf anderes Futter umsteigen. Daher stehen im Winter Baumrinde und Knospen auf dem Speiseplan.

Am beliebtesten sind zarte Knospen und junge Rinde und die befinden sich, zum Leidwesen des Bibers, in den oberen Bereichen der Bäume. Da er nicht fürs Klettern gebaut ist, muss er die Bäume fällen, um an die Äste zu gelangen.

Bei einem Spaziergang am Damm kann auch festgestellt werden, dass der Biber eine Vorliebe für bestimmte Baumarten hat. Besonders Weiden hat er „zum Fressen gern“.

Was für unser Auge etwas erschreckend aussehen kann, ist für die Weiden kein Problem, denn Baumarten die an Gewässern vorkommen, wie Weiden und Pappeln, treiben nach dem „Biberschnitt“ im Frühling wieder neue Äste und haben dann nicht nur einen Ast, sondern mehrere. Diese jungen Triebe enthalten noch rund zwei Jahre sehr viele Bitterstoffe und sind in dieser Zeit meist vor dem Biber geschützt.

Auch die im Wasser liegenden Baumstämme sehen für uns Menschen vielleicht etwas unordentlich aus, aber von ihnen profitieren viele andere Tiere. Denn auf den Stämmen siedeln sich Algen an und davon profitieren verschiedenste Kleintiere. Die Vielfalt an Kleintieren wiederum ist auch für Fische sehr attraktiv. Auf den Baumstämmen findet zum Beispiel die Ringelnatter einen Sonnenplatz, um sich zu wärmen. Jungfische finden unter den Stämmen ein gutes Versteck vor Räubern und mit etwas Glück kann man sogar einen Eisvogel auf einem der Stämme beobachten. Eisvögel nutzen sie als Ansitz für ihre Jagd. Eine ähnliche Wirkung haben auch die Burgen, Dämme und Nahrungsflöße des Bibers.