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Bürgermeldungen
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Stadtplan
09.06.2016

Begehung der Rutschung am Briedler

Stadtrat Günter Mathis und Bürgermeister Dieter Egger zu Besuch bei Hüttenwirt Manfred Marinelli.
Von oben ist das gewaltige Ausmaß der Rutschung gut zu erkennen.

Am vergangenen Freitag, dem 3. Juni 2016, lud die Ortsgruppe Hohenems des Vorarlberger Waldvereins die Bevölkerung zur Rutschung am Briedler ein.

Der Sprecher der Ortsgruppe Hohenems Kurt Böckle konnte neben Bürgermeister Dieter Egger und Stadtrat Günter Mathis noch 30 interessierte Teilnehmer/innen aus der Bevölkerung und Dienststellen des Bundes und Landes sowie der Landwirtschaftskammer begrüßen.

Hofrat DI Elmar Plankenstein von der Wildbach- und Lawinenverbauung führte die Teilnehmer durch das Rutschgebiet mit interessanten Erläuterungen über die Tätigkeiten der Wildbachverbauung in Hohenems seit dem Jahr 1897 und über die getroffenen Maßnahmen am Rutschgebiet.

Hohenems war eine der ersten Gemeinden in welcher die in der k.u.k Monarchie neugegründete Wildbachverbauung tätig wurde.
Aufgrund einer Hochwasserkatastrophe im April 1896, bei welcher eine Fläche von ca. 1,4 Hektar im unmittelbaren Bereich des nunmehrigen Schadgebietes abrutschte, haben Erdmassen bis zum Schluchtausgang des Finsternaubaches im Bereich Mühlegg große Schäden angerichtet, aber auch der Siedlungsraum wurde damals unmittelbar bedroht.

Auf dem Schwemmkegel des Emsbaches, dessen wichtigste Zubringer der Gsohl- und Finsternaubach sind, befindet sich im Gefährdungsbereich der Stadtkern und die Lediquelle als wichtige Wasserversorgung für Hohenems und des Rheintales.

Aufgrund der vorherrschenden geologischen  Bedingungen und des steilen Geländes kommt es im Bereich Briedler, aber auch auf den Seiteneinhängen des Gsohl- und Finsternaubaches immer wieder zu Murgängen und geschiebereichen Hochwasserabflüssen. Verschärft wird die Situation meistens noch durch Wildholz, welches zu Verklausungen führt.

Ab dem Jahr 2012 bis Ende 2015 wurden aufgrund der immer in kürzeren Abständen auftretenden Hochwassereignisse die bestehenden Schutzbauten des Finsternaubaches saniert, rekonstruiert oder neu errichtet. Die Investitionssumme über 2,4 Millionen Euro teilten sich Bund, Land und Stadt Hohenems mit einem Kostenschlüssel von 60:20:20.

Schutzbauten, wie Uferleitwerke, Konsolidierungssperren oder das Geschiebeauffangbecken in der Ledi, haben die Wichtigkeit gerade beim vergangenen Hochwasser gezeigt.
Durch die heftigen Niederschläge kam es wieder zu starken Aktivitäten im Rutschgebiet Briedler - es besteht jedoch keine unmittelbare Bedrohung für den Siedlungsraum.

Neben den technischen Verbauungen ist von oberster Priorität die Schutzwaldbewirtschaftung. Ein naturnaher, intakter Wald schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Hochwasser und Murgängen.
Die forstlichen Maßnahmen sind sehr kostenintensiv in diesen topografischen Verhältnissen und bedeuten für die Stadt Hohenems hohe Kosten, welche jedoch durch Fördermittel von EU, Bund und Land wieder relativiert werden. Die Holzerlöse können bei weitem nicht diese Aufwendungen decken.

DI Elmar Plankensteiner erklärte jedoch dass die Rutschung am Briedler so tiefgründig sei, dass diesem Ereignis ein intakter Schutzwald auch nicht hätte entgegenwirken können. Die Lage wird von den zuständigen Dienststellen der Gemeinde und des Landes weiterhing genau beobachtet.

Verbunden mit diesem Anlass besuchten Bürgermeister Dieter Egger und Stadtrat Günter Mathis den neuen Wirten der Emserhütte, Manfred Marinelli, und wünschten ihm und dem Personal viel Erfolg.