Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
02.09.2014

Alpwanderung

Alpwanderung 2014

Über 85 Personen sind Mitte August der Einladung der Stadt Hohenems und der Agrargemeinschaft Emser Alpen zur Alpwanderung gefolgt.

In den frühen Morgenstunden beförderten zwei Busse der Firma Amann-Reisen die interessierten, geländetauglichen und wetterfesten Teilnehmer/innen über Laterns und den Furkapass zur Alpe Portla, wo sie im Morgengrauen von Stadtrat Kurt Raos, MSc, begrüßt wurden. Karl Klien erläuterte als Vorsitzender des Umweltausschusses und Obmann der Agrargemeinschaft Emser Alpen das anspruchsvolle Tagesprogramm.

Alpe Süns

Alpwanderung 2014

Es folgte ein rund einstündiger Fußmarsch zur Hohenemser Alpe Süns, wo der eigentliche Viehtriebweg nach Schuttannen beginnt. Hirt Matthias Klocker mit seinen Eltern freute sich über den zahlreichen Besuch. Karl Klien berichtete über die Bewirtschaftung der Hohenemser Alpen, insbesondere jene der Alpe Süns. Eine große Herausforderung und eine logistische Meisterleistung ist die Bestoßung der Hochalpen mit circa 500 Stück Rindern über die weite Wegstrecke von Schuttannen bis ins Mellental.

Alpe Hintermellen

Alpwanderung 2014

Entlang des Viehtriebweges ging es weiter bergab zur Alpe Hintermellen, wo der Empfang durch den dort zuständigen Hirten Pirmin Steurer mit Familie ebenso herzlich war. DDr. Arnulf Häfele berichtete über die außergewöhnliche Geschichte der Hohenemser Hochalpen. Bereits in einer St. Galler Urkunde aus dem Jahre 883 ist die Alpnutzung im Gebiet zwischen „Suniu et Caviu“, also zwischen Süns und Gävis, bezeugt. Es ist die Zeit des Übergangs des Alpbesitzes von den Rätoromanen auf die Alemannen. Süns lag außerhalb der Reichsgrafschaft Hohenems. Die Grafen mussten die Alprechte einzeln erwerben, kamen aber nie in den Besitz der ganzen Alpe. Die Alpe Lindach übergaben die Ritter von Ems im Jahre 1403 als Erblehen an einzelne Laternser. Die Mellenalpe verkauften die Grafen von Ems im Jahre 1614 in zwei Teilen als Alpe Hintermellen an die Reutener Bauern und als Vordermellen an die Bauern unter dem Tugstein. Auf den Hochalpen haben sich alte Rechtsformen wie das Schneefluchtrecht, das Kriegsfluchtrecht oder die Stechweide erhalten. Arnulf Häfele hob die großen Verdienste der Familie Klien („Spellis“) um das Alpwesen in Hohenems hervor.

Vordermellen – Lindach – Gstücht – Haslach

Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse wurde auf einen Abstecher zur Alpe Vordermellen verzichtet. Von einem Aussichtspunkt auf dem Weg zur Alpe Lindach machte Karl Klien noch einige Erklärungen über die Alpe Vordermellen.

Über die Alpe Gstücht führt der Viehtriebweg durch ein Felssturzgebiet zur Alpe Haslach.

Alwin Spiegel, Eigentümer der Alpe Haslach und Zeitzeuge des Felssturzereignisses in den 70er-Jahren, empfing die Wandertruppe mit Wachholdertee und Schnaps und berichtete über das damalige Ereignis. Die händische Wiederherstellung des Viehtriebweges war eine große Herausforderung.

Über die Alpen Haslach, Körb und Binnel führte der steil ansteigende Weg bis zur Mittelwies, auf der Mittagsrast gehalten und bei schlechter Sicht die umliegenden Berge so gut als möglich erklärt wurden.

Alpe Schuttannen

Ab hier ging es steil bergab über die Alpe Wiesberg zur Alpe Achrain, weiter zum Gstöhl Älpele und entlang der Ebniterache über die Alpgebiete Boxhang, Jägerswald, Wäldle, Lindenbach und Heumöser nach Ebnit. Von dort erreichte die Wandergruppe dann am frühen Abend über den Springhaldenweg die Alpe Schuttannen, wo sie im Bereich Eulenwinkel, kurz vor dem Gasthaus Schiheim, eine Alphornbläsergruppe unter der Leitung des Lustenauer Altbürgermeisters Hans Dieter Grabher empfing.

Bei einem gemütlichen Hock klang der Abend im Gasthaus Schiheim aus. Die ein wenig erschöpften Alpwanderer/innen brachten ihre Begeisterung über die gute Organisation und Informationen über die Hohenemser Alpgeschichte und Alpbewirtschaftung zum Ausdruck und freuten sich an diesem einmaligen Erlebnis teilgenommen zu haben.