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19.10.2016

„natur.oase.friedhof“

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Gemeinsamer Erfahrungsaustausch

Am Dienstag, dem 4. Oktober 2016, fand in Hard ein Workshop zum Thema „Wege zum naturnahen und pestizidfreien Friedhof“ statt.

Rund 40 Mitarbeiter/innen von Bauhöfen und Umweltämtern und Interessierte aus 12 Gemeinden Vorarlbergs und Liechtensteins kamen zusammen, um sich zum diesem Thema auszutauschen: Darunter waren auch die Hohenemser Umweltreferentin Anna Waibel, MSc, und Friedhofsgärtner Gernot Peter, aus Götzis Friedhofspfleger Patrick Willi und Gärtner Michael Loacker, aus Altach die Werkhof-Mitarbeiter Karl Rüdisser und Arno Egle sowie Silvia Wagner (Umweltausschuss) und aus Mäder die Bauhof-Mitarbeiter Alexander Lescher, Manuel Roth und Gabriel Lesnik.

„Das Erleben des Jahreszeitenwechsels am Friedhof, etwa durch Laubfall, ist für mich ein Zeichen der Vergänglichkeit des Lebens“, meinte Felix Rohner vom EthikCenter der Katholischen Kirche Vorarlbergs eingangs in seinem Impulsreferat. Passend zum Gedenktag an Franz von Assisi und zum Welttierschutztag sprach er von der Bedeutung tierischer Friedhofsbewohner und heimischer Symbolpflanzen, wie duftenden Kräutern, auf den Gräbern unserer Verstorbenen. „Vorarlberg nimmt in der pestizidfreien Pflege eine Vorreiterrolle ein“, schloss Andreas Steinert, Leiter der Servicestelle Grünraum vom „Natur im Garten“-Telefon Niederösterreich, in seinem Vortrag an. Er zeigte vielfältige Möglichkeiten zur pestizidfreien Pflege von Friedhöfen auf, betonte die Notwendigkeit auf Chemikalien, Kunstdünger und Torferde am Friedhof zu verzichten und stand den Teilnehmenden mit praxisnahen Tipps und Tricks zur Seite. Im gepflegten, pestizidfreien Friedhof Hard führten die Mitarbeiter des Bauhofs Methoden der Pflege vor. Welche Möglichkeiten für ökologische Nischen es auf Friedhöfen und am Kirchengebäude gibt, zeigte Romana Steinparzer vom Österreichischen Ökologie Institut auf. Lebensraum können Tiere wie Igel, Zauneidechsen, Bienen und Schmetterlinge etwa in Asthaufen, Steinhaufen, Trockensteinmauern und naturnaher Bepflanzung finden, die sich am Friedhofsgelände anbieten. Im abschließenden Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden Strategien und Ideen für die eigenen Friedhöfe in den Gemeinden.

Für Allerheiligen haben die Teilnehmenden aus dem Workshop vier Tipps zur Grabgestaltung abgeleitet, um gemeinsam Naturoasen am Friedhof zu schaffen:

  • Jäten statt spritzen
  • Komposterde statt Torf (= Zerstörung der Moore) und Kunstdünger
  • Mehrjährige, heimische Wildstauden und Kräuter statt arbeitsintensiver Zierpflanzen (erkundigen Sie sich nach heimischen Wildarten bei Ihrer Gärtnerei)
  • Reinigung des Grabsteins mit Wasser und Bürste statt chemischer Reinigungsmittel

Veranstaltet wurde der Workshop in Kooperation des Landesprogramms „Naturvielfalt in der Gemeinde“, der Katholischen Kirche Vorarlberg, dem Umweltverband und „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“. Weitere Informationen unter www.vorarlberg.at/naturvielfalt.