Stadtverwaltung Hohenems
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15.03.2013

Vorbildlich sanierte Bauten ausgezeichnet

3. Auszeichnung sanierter Bauten
3. Auszeichnung sanierter Bauten
3. Auszeichnung sanierter Bauten

Am Freitag, den 8. März 2013, vergaben das Bundesdenkmalamt, die Stadt Hohenems und der Kulturkreis Hohenems in einer feierlichen Veranstaltung zum dritten Mal gemeinsam im Salomon-Sulzer-Saal Auszeichnungen für vorbildliche Sanierungen der letzten Jahre.

Das Ensemble „Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus“, das Geschäftshaus Weirather in der Marktstraße und der wiedererstandene „Löwen“ wurden als vorbildlich saniert eingestuft. Der Abend lief in fünf Gesprächsrunden unter der Moderation von DI Thomas Kopf, Präsident des Kulturkreises, ab. Vizebürgermeister und Kulturstadtrat Günter Linder, Juryvorsitzender Mag. Georg Mack vom Bundesdenkmalamt und Kulturkreis-Referatsleiter Dr. Norbert Peter gaben in der ersten Gesprächsrunde Einblicke in die Beweggründe zu dieser Initiative, wobei das Motto „Vorbild schafft Nachahmer“ eindeutig im Vordergrund stand. In den anschließenden drei Gesprächsrunden mit den Ausgezeichneten wurden nach der Jurybegründung durch Georg Mack die Sanierungsabläufe und -erfolge von den jeweiligen Bauherr/innen und Architekt/innen vorgestellt. Der Preis ist nicht monetär: Im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung übergebene Messingtafeln werden an den Gebäuden künftig auf deren Auszeichnung hinweisen.

Ensemble „Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus“ (erbaut 1906 bis 1908, saniert 1989 und 2011)
Das 1908 fertig gestellte altehrwürdige Gemäuer des Ensembles „Altes Krankenhaus“ wurde von Georg Mack als letztes zur Gänze erhaltenes historisches Krankenhaus in Vorarlberg vorgestellt. Norbert Peter erinnerte an die bereits historische Rettung des Hauptgebäudes 1989 und die Klausurrettung als krönenden Abschluss im Jahr 2010. Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Nußbaumer, die als Eigentümervertreterin die Auszeichnung entgegennahm, bezeichnete das Krankenhaus als ideale Heimstatt für die Palliativstation – Mitarbeiter/innen und Besucher/innen schätzten besonders die Ruhe und Besinnlichkeit am Ort, der der Bestimmung des Krankenhauses optimal diene.

Löwen (1806 als Gasthaus erbaut, 1905 Saalanbau, saniert 2010)
Der „Löwen“ wurde in seiner Bedeutung als wiedererstandene Mitte von Hohenems durch Vizebürgermeister Günter Linder gewürdigt. Der Löwensaal galt schon vor und erst recht nach seiner Wiedereröffnung 2010 als einer der stimmungsvollsten Säle Vorarlbergs. Architekt DI Ernst Waibel betonte insbesondere die Herausforderung, die historische Bausubstanz zu erhalten und den unvergleichlichen Charakter des Saals nicht zu verändern, dennoch aber darin einen modernen Veranstaltungsbetrieb mit entsprechenden technischen Adaptionen möglich zu machen. So konnte im Zuge der Sanierung beispielsweise die Bühne deutlich vergrößert werden.

Geschäftshaus Weirather (im Kern Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, saniert 2011)
Anhand der Sanierung des Geschäftshauses Weirather in der Marktstraße 24 konnte laut Juryvorsitzendem Georg Mack beispielhaft aufgezeigt werden, wie Modernisierung und Bewahrung Hand in Hand gehen können. Paul Mathis von Uhren-Schmuck-Weirather berichtete von den Überlegungen, die nach Prüfung von alternativen Standorten dann schlussendlich in ein Bekenntnis zum Standort Marktstraße mündeten und wie sich die Sanierung positiv auf den Geschäftserfolg ausgewirkt habe. Architektin DI Beate Nadler-Kopf zeigte auf, welch tiefe Eingriffe in die Substanz der alten Gemäuer aus dem frühen 17. Jahrhundert in der Marktstraße trotz Denkmalschutz und ohne Überstrapazierung des Baubudgets möglich sind.

Gelungener Abend im Zeichen der Häuser und Menschen, die darin leben
In einer abschließenden Gesprächsrunde wurde das Buchprojekt „Von Häusern und Passanten“ der beiden Hohenemser Dietmar Walser und Mag. Burghart Häfele vorgestellt. Der Bildband stellt verfallende Baukultur vielleicht das letzte Mal aus Sicht von vorbeieilenden Passanten dar und gibt ein gutes Bild der großen Bandbreite der Wahrnehmung gebauter Geschichte. Das Buch wird als „Crowdfunding-Projekt“ finanziert, das heißt es wird vorab von interessierten Käufer/innen möglich gemacht.

Die Klavierschüler/innen Cosima Tölzer, Lina Kopf und Bence Horvath der tonart Musikschule gestalteten den gelungenen Abend mit, der auch nach der offiziellen Verleihung noch den Rahmen für Gespräche und Fragen Interessierter gab.