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Bürgermeldungen
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Stadtplan
11.05.2015

„Niemals vergessen“

Thomas Kopf (Kulturkreis) und Stadtrat Günter Mathis vor einem Willy-Jeep.
Hanno Loewy, Edmund Banzer und Dieter Heidegger hissten die Flagge
Oldtimer: „Willy Jeeps“ aus den 40er-Jahren auf der Schlossbergwiese.

Am 8. und 9. Mai 2015 jährte sich die Kapitulation des NS-Regimes zum 70. Mal: Aus diesem Anlass hissten der Verkehrsverein, der Kulturkreis und das Jüdische Museum vergangenen Samstag eine weiße Fahne auf Alt-Ems.

In den letzten Kriegstagen stellte dieser Akt ein Symbol dar, das oftmals half, weiteres Blutvergießen zu vermeiden. So hatten die Hohenemser Alois Amann und Josef Öhe am 2. Mai 1945 eine weiße Fahne am Kirchturm St. Karl angebracht, worauf Pfarrer Konrad Renn von der SS mit dem Umbringen bedroht wurde; das Nahen der Franzosen vereitelte dies letztlich. Vergangenen Samstag, den 9. Mai, wurde dieser Tage gedacht:
Aus Anlass des Jubiläums hissten Dieter Heidegger (Verkehrsverein Hohenems), Mag. Edmund Banzer (Kulturkreis Hohenems) und Dr. Hanno Loewy (Jüdisches Museum Hohenems) eine weiße Fahne, die mit der Aufschrift „Niemals vergessen“ noch zwei Wochen lang am Fahnenmast der Barbakane wehen wird. Der Vorarlberger Jeep Club hatte Pressevertreter/innen einen Transfer auf den Schlossberg in historischen „Willy Jeeps“ ermöglicht.

Ein weiterer Jahrtag ist heuer zu verzeichnen: Alt-Ems wurde am 17. Dezember 1940 unter Denkmalschutz gestellt: Die Nationalsozialisten hatten die Burg nicht nur als Entstehungsort des Nibelungenliedes vermutet, sondern auch zur Kultstätte erklärt: So war bereits 1938 im Bregenzer Tagblatt zu lesen: „Große Aufmerksamkeit wendet die nationalsozialistische Gemeindeverwaltung auch der Fremdenverkehrswerbung zu, und es ist lebhaft zu begrüßen, dass die NSDAP nicht nur die Erhaltung der geschichtlich so denkwürdigen Ruine Altems übernommen, sondern die Geburtsstätte des Nibelungenliedes zu einem nationalen Heiligtum erklärt hat, in dessen Gemarkungen alljährlich ein nationalsozialistisches Fest gefeiert werden soll.“