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27.06.2015

4. Hohenemser Literaturpreis und 1. Lesewettbewerb „Kommen und Gehen“

Muhammet Ali Bas
Que Du Luu

Von 26. bis 28. Juni 2015 wird zum „Literarischen Wochenende“ eingeladen: Que Du Luu wird den Literaturpreis entgegennehmen; junge Talente von 16 bis 25 Jahren können sich in einem neuen Bewerb messen.

Der diesjährige „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache“ geht an Que Du Luu, die ihren Siegertext „Das Fest des ersten Morgens“ im Rahmen der Verleihung erstmals öffentlich lesen wird: Der Festakt findet am Samstag, den 27. Juni, ab 19 Uhr bei freiem Eintritt im Salomon-Sulzer-Saal statt. Neben der Preisträgerin wird Jurymitglied und Autor Vladimir Vertlib als Festredner zu hören sein. Musikalisch begleitet wird der Abend von Harfenistin Julia Scheier.

Bei einer literarischen Matinee am Sonntag, den 28. Juni, ab 11 Uhr im Federmann Kultursaal wird die Preisträgerin nochmals ihren Siegertext sowie eine weitere Erzählung präsentieren; Michal Svoboda begleitet die Lesung auf der Gitarre. Der Eintritt beträgt fünf Euro.

„Kommen und Gehen“: Lesewettbewerb für alle 16- bis 25-Jährigen

Das „Literarische Wochenende“ wird bereits am Freitag, den 26. Juni 2015, ab 19 Uhr im Salomon-Sulzer-Saal eingeläutet: „Kommen und Gehen“ ist ein neuer Lesewettbewerb für junge Literaturtalente jeder Muttersprache: Moderiert von Autor und Poetry Slammer Muhammet Ali Baş ringen an diesem Abend bis zu 12 Beiträge von maximal sechs Minuten Länge um die Publikumsgunst. Das Preisgeld von 400 Euro stiftet der Bucher Verlag. Anmeldungen (Altersnachweis) sind vor Ort von 18 bis 18.30 Uhr möglich. Jede Textform, egal ob Prosa, Lyrik oder szenische Darstellung ist möglich. Die Beiträge können durch eine oder mehrere Personen dargeboten werden und müssen selbst verfasst sein; die Themenwahl ist frei. Der Eintritt für Teilnehmer/innen und Zuhörer/innen beträgt gleichermaßen fünf Euro.

Anne Madlener (Gesang, Gitarre) und Stefan Schuler (Cajon) werden den Abend im bewirteten Salomon-Sulzer-Saal musikalisch ausklingen lassen.

Mehr Informationen dazu: www.hohenems.at/de/news/kulturnews/kommenundgehen

Weiterführende Information: Der Hohenemser Literaturpreis und Preisträgerin Que Du Luu

Der „Hohenemser Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache“ versteht sich als Wettbewerb im ureigensten Sinne und wird daher seit der ersten Verleihung 2009 anonymisiert durchgeführt. Den Impuls für den von der österreichischen, im „Dreiländereck“ gelegenen Stadt Hohenems verliehenen Preis hatte Autor Michael Köhlmeier gegeben: Der alle zwei Jahre international ausgeschriebene Literaturwettbewerb richtet sich an Autor/innen, die auf Deutsch schreiben, ohne dass dies ihre Muttersprache ist. Eingesandt werden konnten erneut unveröffentlichte Prosatexte, welche „in freier Themenwahl das Ineinandergreifen verschiedener kultureller Traditionen und biographischer Prägungen vor dem Hintergrund einer sich beständig wandelnden Gegenwart thematisieren“, so die Ausschreibung.

Die mit den Autor/innen Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici, Vladimir Vertlib und Sudabeh Mohafez erneut hochkarätig besetzte Fachjury hatte sich unter den 75 Einsendungen für einen  Text der in Bielefeld lebenden Autorin Que Du Luu entschieden und begründet: „‘Das Fest des ersten Morgens‘ erzählt in hochpoetischer Sprache eine Geschichte von Brüchen. Que Du Luu schildert mit bitterer Ironie den Sturz aus einer Welt und das Einfinden in der Entwurzelung.“ Die Erzählung kreist um eine vietnamesische Flüchtlingsfamilie in Deutschland, für die das einst gefeierte Neujahrsfest untrennbar mit den Massakern der Tet-Offensive 1968 verbunden bleibt. Que Du Luu folgt als Preisträgerin Saša Stanišić, der 2013 für einen Auszug aus seinem in Folge erschienenen Erfolgsroman „Vor dem Fest“ ausgezeichnet wurde.

Que Du Luu ist eine deutsche Schriftstellerin chinesischer Abstammung; ihre Muttersprache ist Kantonesisch. Sie wuchs in Herford auf und lebt in Bielefeld. 1973 wurde sie in Cholon/Saigon, der damaligen Hauptstadt Südvietnams, geboren. Nach Ende des Vietnamkriegs war ihre Familie als so genannte Boatpeople über Umwege nach Deutschland gekommen. Sie studierte Germanistik und Philosophie und jobbte u. a. im Pflegebereich; mit „Totalschaden“ veröffentlichte sie 2006 ihren Debütroman bei Reclam, 2011 erschien „Vielleicht will ich alles“ (Kiepenheuer & Witsch). Mit der von ihr häufig gewählten Form der Erzählung ist sie in zahlreichen Anthologien vertreten; 2016 soll Que Du Luus dritter Roman erscheinen.

Mehr Informationen: www.hohenems.at/literaturpreis