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Stadtplan
05.10.2016

Eine Geschichte, die Zukunft hat

Zahlreiche Schaulustige bestaunten die Ausstellungstücke.
Eine Ausgabe der „Emser Chronik“ ist im Ausstellungsraum in der Marktstraße 3 zu sehen.
Kulturstadtrat Johannes Drexel, MAS, Mag. Norbert Schnetzer, Bürgermeister Dieter Egger

Vergangenen Freitagabend, den 30. September 2016, luden Stadt Hohenems und Vorarlberger Landesbibliothek zur Eröffnung ihrer gemeinsamen Ausstellung „1616. Wie entstand das erste Buch Vorarlbergs?“ ein: Zahlreiche Interessierte fanden sich zum Jubiläum ein.

Für die zweimonatige Ausstellung war eigens ein leerstehendes Ladenlokal in der Marktstraße 3 adaptiert worden, unweit vom historischen Standort der Hohenemser Druckerei, wo Bartholomäus Schnell vor genau 400 Jahren im Auftrag Graf Kaspars das erste Buch Vorarlbergs, gedruckt hatte: Die prächtige „Emser Chronik“, die unter anderem mit einer teils fiktiven Karte Vorarlbergs einen klaren Herrschaftsanspruch unterstreichen sollte.

Vielseitiges Ausstellungsangebot

Die Ausstellung versammelt neben einem Original der Emser Chronik weitere Drucke, die Schnell und seine Nachfolger erstellt hatten, wie die älteste erhaltene Ausgabe des „Emser Schreibkalenders“ oder eine Leichenpredigt für Erzbischof Markus Sittikus IV.
Auch ein Blick auf die einstige „Bibliotheca Emsiana“ der Grafen ist in der Ausstellung möglich. Detailliert nahegebracht wird der einstige Prozess des Buchdruckens: Sowohl die Herstellung von Papier aus Leinen, die Erstellung von Drucklettern, die dann in großen Setzkästen geordnet Basis für die Produktion waren, als auch der Druck selbst – in der Ausstellung ist eine funktionstüchtige Presse aus dem 19. Jahrhundert zu sehen, die auf derselben Technik wie die einstige „Hohenemser Offizin“ von Schnell fußt. Auch eine Brücke in die Gegenwart wurde geschlagen: In Hörstationen erzählen verschiedenste Persönlichkeiten zu ihrer meist engen Beziehung zu Büchern; die Ausstellungsräume säumen indes rund 16.000 Bücher, die im Rahmen einer Tauschaktion gesammelt wurden und abschließend wieder abgegeben werden.

Vier Jahrhunderte Buchdruck gefeiert

Bevor die Ausstellung ihre Tür öffnete, begrüßte ein Blechbläserensemble der tonart Musikschule die zahlreich Erschienenen im Foyer des Löwensaals, wo Kulturstadtrat Johannes Drexel, MAS und Dr. Harald Weigel, Leiter der Vorarlberger Landesbibliothek, Grußworte an das zahlreich anwesende Publikum richteten: Einigkeit bestand nicht nur, wie prägend das Jahr 1616 kulturgeschichtlich für die ganze Region war, sondern auch, dass trotz aller Digitalisierung weiterhin mit den „Erben Schnells“ und dem gedruckten Wort zu rechnen ist: Dass gerade heuer der Hohenemser Bucher Verlag ebenfalls Jubiläum – das 50-jährige Bestehen – feiern kann, unterstreicht dies nur. Erfreulich, so die Redner auch, dass für diese Ausstellung eine weitreichende Kooperation gefunden werden konnte, in der das Hohenemser Kulturreferat, die Vorarlberger Landesbibliothek und das für die markante Gestaltung beauftragte Atelier Stecher seit letztem Jahr mit vielen weiteren Partnern zusammenarbeiteten. Kurator Mag. Norbert Schnetzer, der die Ausstellung als Historiker wissenschaftlich betreut, gab dem Publikum vor dem Besuch der Ausstellung noch einen historischen Einblick in die Entwicklung des Druckhandwerkes „made in Hohenems“.

Noch bis Ende November

Die Ausstellung ist noch bis 29. November donnerstags bis sonntags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen. Zusätzlich wird zu allen Konzerttagen der Schubertiade im Oktober 2016 geöffnet. Eine Vortragsreihe sowie Druckworkshops ergänzen das Angebot in diesem Zeitraum. Weitere Informationen: www.hohenems.at/buchdruck