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24.09.2016

„1616. Wie entstand das erste Buch Vorarlbergs?“

Das älteste bekannte Exemplar des Hohenemser Schreibkalenders, von Bartholomäus Schnell, dem Jüngeren, 1668 gedruckt. (Foto: Stiftsarchiv St. Gallen)

Am Freitag, dem 30. September 2016, laden die Stadt Hohenems und die Vorarlberger Landesbibliothek in der Marktstraße zur Ausstellungseröffnung ein: Verschiedene Aktionen begleiten das Projekt zum 400-Jahre-Jubiläum.

Vor vier Jahrhunderten wurde in der Dompropsteigasse, der heutigen Hohenemser Marktstraße, ein Meilenstein gesetzt, welcher eine ganze Region kulturgeschichtlich beeinflussen sollte: Im Auftrag Graf Kaspars hatte Bartholomäus Schnell 1616 hier seine Buchdruckerei in Betrieb genommen – die erste auf dem Gebiet des heutigen Vorarlbergs. Gleich das Erstlingswerk war von beträchtlicher Relevanz und zudem „das schönste je in Vorarlberg gedruckte Buch“, wie Aron Tänzer sich noch drei Jahrhunderte später zu konstatieren traute. Die aufwändig illustrierte „Emser Chronik“ sollte vorrangig den Herrschaftsanspruch der Hohenemser Grafen untermauern. Das von Johann Georg Schleh verfasste Werk markierte zugleich aber auch den Beginn der Landesgeschichtsschreibung; ein darin enthaltener Holzschnitt zeigt die älteste bekannte Karte Vorarlbergs. Neben diesem prächtigen Band zeichnete die Druckerei auch für zahlreiche weitere Publikationen, unter ihnen Flugblätter und Kalender, verantwortlich, die von weiten Bevölkerungsschichten rezipiert wurden.

Die Ausstellung widmet sich der Geburtsstunde des Vorarlberger Buchdrucks. Was wurde um 1616 produziert, und wie? Zentrales Exponat ist eine Originalausgabe der „Emser Chronik“; weitere Drucke geben Zeugnis einer bemerkenswerten Pionierphase. Exponate wie Setzkästen, Lettern, Papier-Schöpfrahmen und eine funktionstüchtige historische Kniehebelpresse bringen die Verfahren einer frühen Druckwerkstatt nahe. Auch zur Gegenwart wird eine Brücke geschlagen: In Hörstationen schildern verschiedene Persönlichkeiten ihre Beziehung zu Büchern – welche Zukunft hat das gedruckte Wort 2016?

Ausstellungsort: Marktstraße 3, 6845 Hohenems – im Ladenlokal Kreuzung Marktstraße & Schweizer Straße

  • Eröffnung: Freitag, 30. September 2016, 19 Uhr, Foyer Löwensaal, anschließend am Ausstellungsort
  • Öffnungszeiten: 1. Oktober bis 27. November 2016 (Do bis So von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr; zusätzliche Öffnungstage am 4., 5., 10. und 11. Oktober)
  • Kurator: Mag. Norbert Schnetzer Gestalter: Roland Stecher, atelier stecher

Die Ausstellung kann bei freiem Eintritt besucht werden. Weitere Informationen unter www.hohenems.at/buchdruck

Angebot für Gruppen: Führungen und Druckworkshops

Die Landkarte aus der „Emser Chronik“ als politische Vision Graf Kaspars: Das eingezeichnete Herrschaftsgebiet hatte es in Wirklichkeit nie gegeben. (Foto: Vorarlberger Landesbibliothek)

Auf Anmeldung führen Mitglieder des Hohenemser Kulturkreises durch die Ausstellung, die Druckspezialisten Eckhard Gorbach und Gernot Zumtobel nehmen für Workshops die historische Presse in Betrieb (ab 3. Klasse Volksschule). Anmeldung: Kulturreferat der Stadt Hohenems, Tel. 05576/7101-1131, E-Mail kultur@hohenems.at

Vortragsreihe

In Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Bücherei wird ebendort zur Vortragsreihe eingeladen, die das Thema in verschiedener Hinsicht näher beleuchtet:

  • Do, 6. Oktober, 19 Uhr: Mag. Norbert Schnetzer „die freye khunst des buechtruckhens. Zu den Anfängen des Buchdrucks in der Grafschaft Hohenems“
  • Do, 20. Oktober, 19 Uhr: Dr. Wolfgang Scheffknecht „Von der Reichsgrafschaft Hohenems zum ‚Embsischen Estat‘. Die Reichsgrafen von Hohenems und der Aufbau eines frühneuzeitlichen Konfessionsstaates"
  • Do, 3. November, 19 Uhr: Dr. Brigitte Truschnegg „Die Emser Chronik – die erste historische Beschreibung ‚Vorarlbergs‘ mit Stilum geschrieben von Johann Georg von Schleh“ 
  • Do, 17. November, 19 Uhr: Mag. Cornelia Peter „Die Emser Chronik aus einer etwas anderen Perspektive. Darstellung von Flora und Fauna im frühen 17. Jahrhundert“

Büchertauschaktion


Weit mehr als „10.000 Bücher“ werden indes die Wände des Ausstellungsraumes säumen, die im Rahmen einer Tauschaktion gesammelt wurden und abschließend wieder abgegeben werden.