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02.05.2016

40 Jahre Schubertiade: Eine Chronik in vier Teilen (1)

Wiener Philharmoniker, Karl Böhm (Pfarrkirche, 1977)
Hermann Prey und Graf Franz Josef von Waldburg-Zeil (Palasthof, 1977)
stehend von links: Robert Holl, Marga Schiml, Hermann Prey, Helen Donath und Peter Schreier

2016 feiert das bedeutende Musikfestival sein Jubiläum und blickt auf vier Jahrzehnte zurück. Lesen Sie einmal monatlich über die Ereignisse dieser Zeit.

Die Vorgeschichte und die ersten Jahre (1)

1972 
Im Juni wird die „Mozartgemeinde Vorarlberg“ durch Gerd Nachbauer mit der Absicht gegründet, in Hohenems einen jährlichen Konzertzyklus mit Werken von Mozart im Mittelpunkt durchzuführen. Als Schauplätze sind der noch nicht beheizbare Rittersaal und der in Renovierung befindliche Palasthof sowie die Pfarrkirche St. Karl vorgesehen. Neben anderen Künstlern wird auch Hermann Prey zur Mitwirkung in den kommenden Jahren eingeladen. (Der Bariton Hermann Prey war damals einer der weltweit bedeutendsten Opern- und Liedersänger und durch seine zahlreichen Fernsehauftritte sehr populär.)

1973 
Am 19. September findet im Rittersaal das erste Konzert der Mozartgemeinde als Festkonzert zum 400. Geburtstag von Graf Kaspar von Hohenems mit Vokalensembles von Mozart statt.

1974  
In der Planungsphase eines für den Juni 1975 vorgesehenen Liederabends schreibt Hermann Preys Sekretär Christian Lange an Gerd Nachbauer, dass dieses Konzert der Test sein könnte für ein eng mit den Namen Prey und Franz Schubert verbundenes, größeres Projekt. Christian Lange kommt nach Hohenems, um die möglichen Schauplätze zu fotografieren und mit Gerd Nachbauer einen Programmvorschlag für eine erste Schubertiade im Mai 1976 zu erstellen. Hermann Prey akzeptiert den Palast Hohenems als Veranstaltungsort und ebenso den ihm vorgelegten Programmvorschlag. 1976 und 1977 werden als Einführungsjahre mit populären Schubert-Programmen geplant. Ab 1978 soll nach Preys Wunsch innerhalb von zwölf Jahren das Gesamtwerk von Schubert in chronologischer Reihenfolge aufgeführt werden. Von Bund, Land und Gemeinde können bis zum Herbst Zusagen zur Subventionierung erreicht werden.

1975
Im Jänner wird die „Schubertiade Hohenems Ges.m.b.H.“ gegründet. (Gesellschafter und Geschäftsführer: Christian Lange und Gerd Nachbauer). Im März erscheint der Prospekt der Schubertiade Hohenems 1976 (8. bis 16. Mai).

1976
Der Rittersaal im Palast Hohenems wird renoviert und erhält eine Bodenheizung. Am Vorabend des ersten Schubertiade-Konzerts wird am Geburtshaus von Salomon Sulzer (1804 – 1890), der als Kantor der Wiener Synagoge Schubert einen Kompositionsauftrag erteilt hat und als überzeugender Schubert-Interpret galt, durch Hermann Prey eine Gedenktafel enthüllt. Die erste Schubertiade, die acht Konzerte im Rittersaal und ein Chorkonzert in der Pfarrkirche umfasst, beginnt am 8. Mai mit einem Liederabend von Hermann Prey.

1977
Christian Lange scheidet am 1. Jänner als Geschäftsführer der Schubertiade aus. Im Laufe des Frühjahrs wird im Palast eine mobile Hofüberdachung errichtet. Die Wiener Philharmoniker eröffnen unter der Leitung von Karl Böhm am 19. Juni die zweite Schubertiade. Gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern veranstaltet die Schubertiade eine Ausstellung über Joseph Sulzer, einen Sohn von Salomon Sulzer und langjährigen Cellisten der Philharmoniker. Dies ist die erste Ausstellung im Haus des späteren Jüdischen Museums. Nach Abschluss der Schubertiade stellt sich heraus, dass an einen Beginn der chronologischen Aufführungsserie im Jahr 1978 aus finanziellen Gründen nicht zu denken ist.