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Stadtplan
13.04.2016

25 Jahre Jüdisches Museum

Begrüßten die zahlreichen Gäste im Salomon-Sulzer-Saal: Landtagspräsident Mag. Harald Sonderegger, Direktor Dr. Hanno Loewy und Bürgermeister Dieter Egger
Neben Objekten versammelt die von Roland Stecher gestaltete Ausstellung verschiedenste Zitate zum Thema „Museum“.
Ein Blick in die „Kartons“ des Museums: Die Sonderausstellung zeigt verschiedenste Fundstücke aus dem Depot und aktuelle Leihgaben.
Besuch aus Wien: Kulturminister Dr. Josef Ostermayer sprach zu den Gästen.

Anlässlich ihres Jubiläums eröffnete die Hohenemser Institution vergangenen Sonntag, den 10. April, eine  neue Sonderausstellung und lud zum Festakt in den Salomon-Sulzer-Saal.

Direktor Dr. Hanno Loewy konnte seine begrüßenden Worte an einen bis auf den letzten Platz besetzten Saal richten und dankte allen, die Gründung und Entstehung des Museums seit Beginn begleitet hatten: In einer von Vereinspräsidentin Dr. Jutta Berger moderierten Gesprächsrunde mit Dr. Eva Grabherr (erste Direktorin), Dr. Felicitas Heimann-Jelinek (Kuratorin), Gottfried Fliedl (Museologe) und Yves Bollag (Verein zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs), wurde die Geschichte des 1991 eröffneten Hauses vorgestellt und seine Rolle in der Museumslandschaft reflektiert. Bereits 1986 war ein Verein gegründet worden, die drei Jahre zuvor von der Stadt erworbene Villa Heimann-Rosenthal wurde zum künftigen Museum hin entwickelt.

Gelegenheit zur Reflektion über die bisherige und künftige Museumsarbeit gab auch eine Tagung als „Großer Ratschlag“, zu welcher das Museum bisherige Wegbegleiter/innen die zwei vorhergehenden Tage ebenfalls in den Sulzer-Saal gebeten hatte.

Mit Grußworten stellten sich Stadt wie Land und Bund ein: Bürgermeister Dieter Egger hob die lokale wie internationale Bedeutung des Museums als „Visitenkarte für Hohenems“ wie als „Raum der Begegnung“ hervor, Landtagspräsident Mag. Harald Sonderegger hob die Funktion als „Ort der Erinnerung und des Lernens“ im Land hervor. Dr. Josef Ostermayer betonte die Unterstützung durch den Bund als Investition in die Zukunft; der Kulturminister konnte in diesem Rahmen auch eine lang erwartete Unterstützung der Restaurierung des 2017 vier Jahrhunderte bestehenden Jüdischen Friedhofes aus dem Nationalfonds zusagen.

Keineswegs „übrig“

Die von Dr. Hanno Loewy und der neuen Leiterin des Arbeitsbereichs Archiv und Sammlungen Anika Reichwald, M.A., erarbeitete neue Sonderausstellung „Übrig“ lässt einen „Blick in die Bestände“ werfen, der auch die Museumsarbeit an sich reflektiert. Seit einem Vierteljahrhundert sammelt das Museum Zeugnisse jüdischer Geschichte in der Region: Vieles kam erst im späten Verlauf der Jahre hinzu, einiges hatte auch in der 2007 eröffneten neuen Dauerausstellung keinen Platz gefunden. Manche Museumsobjekte tragen auch zweierlei Bedeutung in sich: Seit Eröffnung wird der „Jiddische Liebesbrief“ von 1675 im Museum präsentiert, der eine kommende Hochzeit und das Rezept eines Kuchens thematisiert.

Spannend ist jedoch auch die Rückseite des Blattes, wurde doch einige Jahre später darauf der Ort versteckten Diebesguts notiert, das noch zu einem Gerichtsprozess führen sollte. Ebenfalls zu sehen ist u. a. das Fragment einer Tora-Rolle, die nach einer Plünderung als Verpackungsmaterial missbraucht worden war oder das Verdienstkreuz der Amalie Hess, das zusammen mit Postkarten Aufschlüsse über das nur fragmentarisch überlieferte Leben der Lazarettkrankenschwester im Ersten Weltkrieg gab. Die Sonderausstellung ist bis 2. Oktober zu sehen.

Mehr Informationen: www.jm-hohenems.at