Stadtverwaltung Hohenems
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19.10.2011

Ehrung für vier verdiente Hohenemser

Ehrungen 2011

Die Stadtvertretung Hohenems hat am 5. Juli 2011 in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig beschlossen, vier Hohenemser zu ehren. Die feierliche Verleihung fand am Mittwoch, dem 12. Oktober 2011, im kleinen Löwensaal statt.

Den goldenen Ehrenring der Stadt Hohenems erhielten Prof. Dr. Hugo L. Obwegeser und
Harry Weil Junior. Die goldene Ehrennadel, das Verdienstzeichen der Stadt Hohenems, wurde Kurt Mathis und OMR Dr. Elmar Troy verliehen.

Bild: Bürgermeister DI Richard Amann, OMR Dr. Elmar Troy, Harry Weil Jr., Prof. Dr. Hugo L. Obwegeser, Kurt Mathis, Vbgm. Günter Linder

Prof. Dr. Hugo L. Obwegeser

Hugo Obwegeser

Hugo Obwegeser, geboren 1920 in Hohenems, studierte in Innsbruck Medizin, spezialisierte sich in Graz auf Kiefer- und Gesichtschirurgie und erlangte auf diesem Gebiet internationales Ansehen. Er wurde an die Medizinische Fakultät der Universität Zürich berufen und wurde dort Direktor der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie. Er gilt weltweit als Begründer der modernen, hierbei angewendeten Operationstechniken und verfasste 163 wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet. Viele seiner Veröffentlichungen haben seit langem und heute noch den Ruf als medizinische "Standardwerke" und hatten großen Einfluss auf nachfolgende Mediziner/innen. Neben seiner wissenschaftlichen Pionierarbeit kann auf viele schwere Fälle in der Praxis verwiesen werden, in denen er - teils unentgeltlich - als Operateur helfen konnte. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde an der Universität Zürich ein internationales Symposium veranstaltet und ein neuer "Hugo-Obwegeser-Preis" ins Leben gerufen, der junge Forscher/innen unterstützt.

Bild: Bürgermeister Amann überreichte den Ehrenring an Prof. Dr. Obwegeser.

Harry Weil Junior

Harry Weil jr.

Harry Weil Jr., geboren 1931, wuchs zunächst in Bregenz auf. Seine Familie zog dann (wieder) nach Hohenems, wo er die Volksschule besuchte. 1939 flüchtete er zusammen mit seinen Eltern über die Schweiz in die USA. Von 1948 bis 1955 diente Harry Weil Jr. bei der US Navy, nahm am Korea-Krieg teil und wurde mit dem "Purple Heart" ausgezeichnet. Er ist der einzige noch lebende jüdische Hohenemser aus der Zeit der Verfolgung. Die Verleihung ist ein Signal der Restitution und Anerkennung, die seinem Vater Harry Weil verweigert wurde, dem letzten Kantor und Organist der jüdischen Gemeinde Hohenems, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Hohenems zurückkehren wollte.
Harry Weil Jr. lebt heute in Los Ranchos bei Albuquerque in New Mexico und möchte wie sein Vater auf dem Jüdischen Friedhof von Hohenems begraben werden: Er fühle sich in Hohenems eben „zu Hause, that’s it“. 2008 widmete sich die Filmdokumentation "Flucht ins Ungewisse" seiner Biografie ("Ich bin Amerikaner, Österreicher, Katholik, Jude ... und stolz auf alle diese Wurzeln.")
Harry Weil jr. hat in einzigartiger Weise trotz aller Widrigkeiten der Verfolgung in seiner ursprünglichen Heimat und der späteren Verweigerung einer Niederlassung seiner Familie, seine Verbundenheit zu Hohenems bewahrt. Mit regelmäßigen Besuchen, der Betonung, dass er sich hier zu Hause fühle und seinem Wunsch in Hohenems, wie sein Vater auch, begraben zu werden, stellen diese Verbundenheit unter Beweis. Diese Auszeichnung soll eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart schlagen und ein Zeichen der Wiedergutmachung sein, die seinem Vater verweigert wurde.

Bild: Harry Weil jr. in seiner US-Navy-Galauniform.

OMR Dr. Elmar Troy

Elmar Troy

Elmar Troy, geboren 1943 in Bregenz, hat sich um das Vorarlberger Impfwesen Verdienste erworben. Er ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Obmann des Hohenemser Krankenpflegevereins und auch als Beirat im Landesverband engagiert. Als Kinder- und Jugendarzt hat er im Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin mehr als 20 Jahre lang den Fachausschuss "Impfungen" geleitet. Mehrere Initiativen im Impfwesen, z. B. das "Impfgutscheinheft", gehen auf ihn zurück. Für seine Arbeit wurde er 2009 mit dem Titel "Obermedizinalrat" ausgezeichnet.

Kurt Mathis

Kurt Mathis

Kurt Mathis, geboren 1930 in Hohenems, hat sich bereits in jungen Jahren für den Ortsteil Emsreute verdient gemacht, indem er sich um das Wohlergehen seiner Mitbürger/innen unter den besonderen Bedingungen, welche das Leben in der Bergparzelle mit sich brachte, stets engagiert gekümmert hat. Vor seiner Pensionierung war Kurt Mathis Mitarbeiter des städtischen Forstbetriebs. Er ist  Ehrenmitglied des Obst- und Gartenbauvereins Emsreute, Mitglied der Feuerwehr und des Kulturkreises. Der seit Jahrzehnten passionierte Hobbyforscher betreibt Studien vor allem zu seinem Umfeld, der Emsreute und Tugstein. Volksschuldirektor Ernst Spohn bezeichnete ihn als "das Gedächtnis der Emsreute". Weitere Forschungsthemen sind die Hohenemser Alp- und Landwirtschaft. Er ist unter anderem Autor der ersten und zweiten Ausgabe des Emser Almanachs und der beiden Buchveröffentlichungen "Die Hohenemser Alpen" (2005) und "Häusergeschichte aus Emsreute und Tugstein" (2010), herausgegeben vom Hohenemser Kulturkreis: "Die Vergangenheit meiner Heimat soll nicht in Vergessenheit geraten", schreibt er in einem Vorwort.

Frühere Ehrungen

Ernst Bechtold

Folgende Ehrungen wurden in der Vergangenheit von der Stadt Hohenems verliehen.

Ehrenbürgerschaft

  • Obermedizinalrat Dr. Arthur Neudörfer (1933)
  • Geistlicher Rat Pfarrer Konrad Renn (1957)
  • Alt-Bgm. DI Otto Amann (1999)

Goldener Ehrenring

  • Professor Albert Drexel (1976)
  • Geistlicher Rat Adalbert Ginzinger (1977)
  • KR Anton Kästle (1984)
  • Pfarrer Consiliarius Martin Fässler (1999)
  • Pfarrer Monsignore Walter Vonbank (1999)
  • Franz-Josef Waldburg-Zeil (1999)
  • Medizinalrat Dr. Johann Schuler (1999)

Verdienstzeichen - Goldene Ehrennadel

  • Prof. Dr. Edwin Wallmann (1994)
  • Alois Peter (1994)
  • Alois Amann (1994)
  • Josef Giesinger (1994)

Bild: Ernst Bechtold sorgte für die musikalische Umrahmung der festlichen Verleihung.