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22.09.2015

Elektrofahrzeuge und Akkugeräte

Elektrofahrzeuge und Akkugeräte
Elektrofahrzeuge und Akkugeräte

Am Mittwoch, dem 16. September 2015, präsentierten der Umweltverband und das Land Vorarlberg innovative Elektrofahrzeuge und Akku-Zusatzgeräte für kommunale Arbeiten im Rahmen einer Medienkonferenz im Werkhof der Stadt Hohenems.

Weniger Lärm, keine Abgase, energieeffizient: Der Einsatz elektrisch angetriebener Fahrzeuge und Geräte auf kommunalen Bauhöfen und auch bei privaten Unternehmen bringt deutliche Vorteile für Mitarbeiter/innen, Anrainer/innen und die Umwelt. Die Palette der Einsatzmöglichkeiten ist mittlerweile erfreulich breit, mit der neuen Fahrzeuggeneration kann sich ein Umstieg auch wirtschaftlich rechnen.

In einem vom österreichischen Klima- und Energiefonds finanzierten Projekt haben Umweltverband und Land Vorarlberg gemeinsam mit VLOTTE, Gemeinden und weiteren Partnern untersucht, welche Potenziale elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge und akkubetriebene Zusatzgeräte für kommunale Arbeiten bieten. Der Klima- und Energiefonds hat die Finanzierung dieses Projektes übernommen, weil es als wegweisend und besonders sinnvoll erachtet wird. Das gewonnene Know-how und die Erfahrungen aus Vorarlberg werden österreichweit zur Verfügung stehen.

E-Fahrzeuge und E-Geräte machen am Bauhof Sinn

Seit dem Start im vergangenen Jahr haben sich die Projektpartner mit Marktrecherchen und Praxistests einen Überblick über das Angebot verschafft. Das Ergebnis: Der Einsatz elektrisch betriebener Fahrzeuge und Geräte kann sich – bei Verwendung von Ökostrom – sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht lohnen und bietet entscheidende Vorteile bei der Eindämmung von Lärm und Abgasen. Die inzwischen verfügbaren E-Fahrzeuge erfüllen die Anforderungen des täglichen Bauhofbetriebs, sie sind erstmals auch in der bisher üblichen Größe von Bauhoffahrzeugen erhältlich und dank attraktiver Förderungen auch wirtschaftlich interessant.

Im Hinblick auf die Vorarlberger Energieautonomie ist Elektromobilität eines der richtungsweisenden Themen: „Richtig eingesetzte Elektrofahrzeuge und -geräte tragen dazu bei, dieses wichtige Ziel zu erreichen“, so Landesrat Ing. Erich Schwärzler. „Wir freuen uns, dass den Gemeinden unseres Landes beim Erschließen dieser zukunftsweisenden Technologie eine österreichweite Vorreiterrolle zukommt.“

Betriebskosten mehr als halbiert

Die höheren Anschaffungskosten der Elektrofahrzeuge können auf den ersten Blick abschreckend wirken. Betrachtet man aber den gesamten Nutzungszeitraum der Fahrzeuge, zeigt sich, dass ihr Einsatz inzwischen durchaus auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann. „Die Betriebskosten eines Elektrofahrzeugs liegen im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrzeug bei unter fünfzig Prozent“, rechnet Christoph Breuer vom Bregenzer Forschungsinstitut Kairos vor: Die Treibstoff-/Energiekosten betragen etwa ein Drittel, die Wartungskosten weniger als die Hälfte, die motorbezogene Versicherungssteuer fällt ganz weg. Hersteller rüsten zudem Akkus bei der Produktion schon so aus, dass sie nach der Verwendung im Fahrzeug ohne großen Aufwand als Stationärspeicher für Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden können. Auch aus lufthygienischer Sicht ist der Einsatz von E-Fahrzeugen im Bauhof interessant: „Auf Kurzstrecken oder im Stop-and-Go-Verkehr haben konventionell angetriebene Fahrzeuge nicht nur hohen Verbrauch und hohen Verschleiß, sondern auch besonders hohe Emissionen“, ergänzt Arthur Sottopietra vom Umweltinstitut des Landes.

Elektrische Heckenschere & Co: Zahlreiche Vorteile

Eine logische Ergänzung der Elektrofahrzeuge in der kommunalen Bauhofarbeit sind elektrisch betriebene Zusatzgeräte wie Rasenmäher, Heckenscheren oder Kettensägen. Die Vorteile beeindrucken: Die Geräte – mit Ökostrom betrieben – arbeiten umweltfreundlich, sie erzeugen keine Abgase und sind daher auch aus Gründen des Arbeitsschutzes für die Bauhofmitarbeiter/innen angezeigt. Immerhin gibt etwa ein benzinbetriebener Rasenmäher mehr als hundertmal so viel krebserregende Stoffe ab wie ein Auto – und der Arbeiter, der das Gerät schiebt, atmet in direkter Nähe. Eine Schweizer Studie hat ergeben, dass der Großteil der Feinstaubbelastung für Arbeiter an den Grünstreifen von Autobahnen nicht von den vorbeifahrenden Autos verursacht wird, sondern von ihren eigenen Arbeitsgeräten. Ein weiterer Vorteil der Kombination von E-Fahrzeug und Akkugeräten: Bei Bedarf lässt sich der Geräteakku im Elektrofahrzeug anstecken und nachladen.

Sanft zur Umwelt, sanft zu den Ohren

Auch die Lärmreduktion ist eines der ganz großen Argumente für den Einsatz von E-Fahrzeugen und Akkugeräten. Gerade in sensiblen Bereichen entfalten diese ihre Stärken, sei es bei der morgendlichen Straßenreinigung, beim Heckenschneiden oder beim Leeren der Müllkübel. „Lärm- und abgasarme, zugleich aber voll praxistaugliche Geräte kommen den Gemeinden natürlich sehr entgegen“, bestätigt Bürgermeister Dr. Kurt Fischer, stellvertretender Obmann des Vorarlberger Umweltverbandes. Der Hohenemser Vizebürgermeister Bernhard Ammann unterstützt das: „Die neue Elektro-Fahrzeuggeneration hat am städtischen Werkhof positiv überrascht.“