A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
12.07.2016

Ende und ein neuer Anfang

Elfriede Kaufmann und Nicole Weirather

Bereits seit 1979 war Elfriede Kaufmann mit einer kurzen Unterbrechung als Kindergartenpädagogin bei der Stadt Hohenems beschäftigt.

Nun wird die langjährige Leiterin des 1966 errichteten Kindergartens Herrenried, mit Ende des Kindergartenjahres im August, in ihren wohlverdienten Ruhestand übertreten. Die Übergabe der Leitung an ihre Stellvertreterin Nicole Weirather ist bereits seit längerem, in Absprache mit dem Kindergartenreferat, vorbereitet worden, musste allerdings aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls von Elfriede etwas vorgezogen werden. Daher hat Nicole Weirather nun bereits seit November de facto die Leitung inne. Elfriede erfreut sich inzwischen aber wieder bester Gesundheit und wird das laufende Kindergartenjahr mit beschließen.

Veränderungen im Laufe der Zeit

Die gravierendsten Einschnitte in die tägliche Arbeit sieht Elfriede im gesellschaftlichen Wandel im Laufe ihrer 37 Dienstjahre im Dienste der Stadt Hohenems. Das klassische Familienbild in der ursprünglichen Form hat sich deutlich verändert – man muss vieles kompensieren, was den Kindern in der Familie so nicht mehr mitgegeben wird. Ersetzen könne man Familie natürlich nie, aber gerade das Thema „Begleitung der Kinder“ hat in den vergangenen Jahren merklich zugenommen.

Künstlerwerkstatt

Das bemerkenswerteste und größte Projekt ihrer ereignisreichen Karriere war sicherlich die Künstlerwerkstatt im Kindergartenjahr 2007/2008. Verschiedene Hohenemser Künstler erarbeiteten über das gesamte Jahr hinweg verschiedenste Dinge mit den Kindergärtler/innen, was schließlich sogar in einem eigens angefertigten Buch seine Vollendung fand.

Hohenems mit Vorreiterrolle

Was sie außerdem über viele Jahre beobachten konnte ist, dass Familie in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu wenig wertgeschätzt wird. „Wir arbeiten an der Basis des Kindes, in einer Phase, wo die Kinder noch extrem formbar sind und vieles annehmen. Dieser Verantwortung sollten wir uns täglich bewusst sein und es ist mir wichtig, dass das auch bei den Menschen ankommt“, so Elfriede. „Was in dieser Phase an Erziehung verabsäumt wird, kann nicht mehr aufgeholt werden. Das ist für mich ein zentraler Punkt, wo auch viel mehr in die Grundbildung investiert werden sollte. Aber: Hohenems nimmt da eine Vorreiterrolle ein. Die Stadt hat wirklich tolle Voraussetzungen für uns geschaffen, wofür sich auch unsere Kindergartenreferentin Gertraud Gächter sehr stark eingesetzt hat. Sie steht für uns ein, lässt einem viele Freiheiten und ist da, wenn Not am Mann ist. Das ist längst nicht überall so der Fall. Wir haben nun tolle Rahmenbedingungen, auf deren Basis aufgebaut werden kann. Das ist Qualität, nicht nur fürs Kind, sondern vor allem auch fürs Personal. Man kann keine gute Arbeit leisten, wenn die Bedingungen nicht gewährleistet sind“, so Elfriede weiter.

Pädagogischer Aufwand hat zugenommen

Der pädagogische Aufwand, den der Beruf der Kindergartenpädagogin ausmacht, wird oft unterschätzt. Hinter dem geregelten Betrieb eines Kindergartens steckt zudem ein enormer administrativer Aufwand, der in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. „Die Aufgaben, die nebenbei zu leisten sind, wurden in den letzten Jahren immer mehr, sei es durch Statistiken, die zu erstellen sind oder die Verhaltensbeobachtung. Da bleibt für das einzelne Kind selbst am Ende dann leider entsprechend weniger Zeit übrig.“

In 37 Jahren begleitet man zahlreiche Kinder und gibt ihnen das nötige Rüstzeug für den weiteren Lebensweg mit auf den Weg. Da ist es durchaus interessant zu sehen, was aus den Kindern später einmal wird. Angefangen hat Elfriede ursprünglich in den Kindergärten Sulzberg und Doren. So betreute sie einst unter anderem den heutigen Dorener Bürgermeister Guido Flatz in ihrer Kindergartengruppe.

Nachfolgerin übernimmt

Nun folgt ihr also Nicole Weirather als Leiterin des Kindergartens Herrenried nach. Für sie steht vor allem im Vordergrund, das Bewährte beizubehalten und dem was kommt offen, flexibel und kreativ entgegenzutreten. Zudem wolle sie immer bereit für neue Lösungen und Wege sein, was kommt von Fall zu Fall bewerten und einen Schritt nach dem anderen gehen – für eine optimale Betreuung der Kinder.

„Es ist für mich eine große Herausforderung, die ich mit viel Freude und Motivation annehme“, so Nicole. „Die Zufriedenheit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, ihre Talente, Begabungen und Fähigkeiten einzubringen und das Team so zu bereichern. Das Motto ‚wer gerne zur Arbeit geht muss nie wieder arbeiten‘ soll zukünftig als Leitsatz dienen. Mein Wunsch ist es außerdem, die Eltern noch mehr ins Boot zu holen, um die Entwicklung der Kinder gemeinsam zu fördern.“

Die größte Motivation ziehen die beiden Pädagoginnen aus den täglichen Begegnungen und Projekten mit den Kindern. „Die Kinder geben einem sehr viel zurück im täglichen Umgang miteinander, wodurch es mir auch nach 37 Jahren nach wie vor Spaß macht, täglich zur Arbeit zu gehen“.

Dank zum Abschluss

DSC01551

„Es ist Zeit Abschied zu nehmen und DANKE zu sagen für 37 Jahre Kindergarten Herrenried! Viele sind meiner Einladung gefolgt und haben dies mit mir am vergangenen Mittwoch gefeiert. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge und mit der tatkräftigen Unterstützung meines Teams wurde das Fest für mich schön und berührend zugleich, vor allem sehr herzlich!
Ich habe mich über jeden Einzelnen sehr gefreut, auch über die große Wertschätzung und die Geschenke.
Was ich aus den vielen Jahren mitnehme, sind viele wertvolle Begegnungen und Erinnerungen.
Großes DANKE an alle und alles Gute wünsche ich euch von Herzen“, so Elfriede abschließend.
Stadtamtsdirektor Dr. Markus Kranz in Vertretung für Bürgermeister Dieter Egger überbrachte die herzlichsten Grüße und ein Präsent seitens der Stadt, dankte Elfriede für ihre langjährige Tätigkeit und wünschte ihr alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg.