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28.01.2021

Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung

Paul von Aufschnaiter

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

„Zu der aktuell laufenden Impfkampagne gegen COVID-19 werden wir in der Apotheke immer wieder zu Risiken und Nebenwirkungen gefragt. Manche Informationen mit verschiedenen Fachausdrücken sind nicht einfach zu lesen. Daher möchte ich hier ein paar Fragen verständlich beantworten.

Veränderung des persönlichen Erbguts durch das genetische Material des Impfstoffs? – NEIN!
Bei der aktuellen Impfung wird eine mRNA verwendet. Das ist ein Strang aus Nukleinbausteinen und wird auch Boten(messenger)-Ribo-Nuklein-Säure (Acid) genannt. Auch in unseren Körperzellen werden solche Botenstränge im Zellkern gebildet und von dort in die umgebende Zelle geschickt. Eine Rückkehr in den Zellkern ist unmöglich! Also kann auch keine andere mRNA in den Zellkern eindringen. Und das ist wichtig so, denn ansonsten könnten wir mit jeder Erkrankung immer einen Schaden durch körperfremde genetische Informationen erhalten von Bakterien und Viren, die sich in unsere Zellen einschleusen, wie z. B. bei Fieberblasen, Schnupfen oder Husten.

Die Menge des Impfstoffes überlastet unseren Körper! – NEIN!
Es sind derzeit zwei Impfstoffe zugelassen. Folgende Dosen werden dabei eingesetzt: 30µg in 0,3ml Lösung und 100µg in 0,5ml Lösung. Ein Mikrogramm ist ein Millionstel eines Gramms (1.000.000µg = 1g).
Zwei Vergleiche: Ein einzelnes Kochsalzkorn wiegt ca. 50µg. Und weiters: Nach Sportverletzungen oder nach größeren Operationen werden sogenannte Blutverdünnungsspritzen verwendet mit meist 40.000µg Wirkstoff in 0,4ml bei einmal täglicher Anwendung für 10 oder 20 Tage.

Die Langzeitschäden als Folge von Impfungen sind noch nicht geprüft worden! – DOCH!
Langzeitschäden erscheinen nicht nach 25 Jahren, sondern treten nach etwa vier Wochen auf.
Mit dem Begriff Langzeitschäden werden unerwünschte Folgen von z. B. Impfungen bezeichnet, die nicht kurzfristig sind, sondern leider lange andauern. Das Eintreten dieser Ereignisse erfolgt nach den bisherigen, jahrzehntelangen Beobachtungen bei Impfungen innerhalb von vier bis sechs Wochen nach dem Stich. Die klinischen Testphasen der neuen Impfstoffe hatten daher eine Beobachtungszeit von acht Wochen.

In so einer kurzen Zeit kann man gar nicht verantwortungsvoll einen Impfstoff entwickeln? – DOCH!
Moderne Kommunikation und klare Zielsetzungen sind der Schlüssel zum Erfolg.
Impfungen werden schon seit vielen Jahren eingesetzt. Mittlerweile gibt es weltweit viele Experten auf diesem Gebiet. Wenn dank der modernen Kommunikationstechnik gleichzeitig und koordiniert an einem Projekt gearbeitet wird, dann geht das heute schneller als noch vor Jahren mit der Post und dem Durchlesen und Durcharbeiten von vielen Seiten bedrucktem Papier.

Auch bei anderen Impfungen wurden erst später tragische Fälle beobachtet? – ACHTUNG auf die Zahlen!
Das Verhältnis der unerwünschten Nebenwirkungen bei Impfungen ist immer noch besser als in Erkrankungsfällen!
Bei früheren Verfahren wurde mit kleineren Versuchsgruppen getestet. Das waren maximal 2.000 bis 4.000 Personen. Seltenere, unerwünschte Wirkungen konnten somit nicht erkannt werden, sondern erst bei der Anwendung an den Impflingen. Nun sind in verschiedenen Ländern der Welt bis Mitte Januar 50 Millionen Menschen mit dem mRNA-Impfstoff geimpft worden. Die Zahl der tragisch verlaufenen Komplikationen scheint weltweit bislang bei unter 100 zu liegen und es wird weiterhin alles mit größter Aufmerksamkeit beobachtet.

Paul von Aufschnaiter
Apotheker in Hohenems