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Bürgermeldungen
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Stadtplan
05.10.2021

Not an den Schulen: Stadt Hohenems springt für die Schulen ein und nimmt Land und Bund in die Pflicht

Die Stadt Hohenems stellt sicher, dass den großen fünf Pflichtschulen in Hohenems 15 Stunden zusätzliche administrative Unterstützung zukommen.

„Nachdem die Bildungsdirektion nicht mehr in der Lage ist, ausfallende Direktoren oder Lehrpersonen zu ersetzen und dem pädagogischen Personal immer mehr administrative Aufgaben zugemutet werden, hat sich die Stadt Hohenems nun kurzfristig entschlossen, den Schulen selbst aktiv stärker unter die Arme zu greifen“, so Bürgermeister Dieter Egger (FPÖ) entschlossen.

Ziel ist es, dass die Lehrpersonen ihrer eigentlichen Tätigkeit, nämlich der Bildungsaufgabe, der Arbeit mit den Schülern, wieder nachgehen können und auch in den Direktionen eine pädagogische Lenkung der Schulen wieder möglich wird.

„Die drohende Situation wurde auf landes- und auf bundespolitischer Ebene nun viel zu lange ignoriert, obwohl die Hilferufe aus den Schulen stets lauter wurden. Es gab keine Maßnahmen in Bezug auf den anstehenden Lehrermangel. Im Gegenteil, es wurden dem pädagogischen Personal stets mehr und mehr bürokratische Hürden und Aufgaben zugemutet. Scheinbare Erleichterungen durch die Digitalisierung erwiesen und erweisen sich als deutlicher Mehraufwand in den Schulen, dazu kommen Unmengen an zu führenden Datenerhebungen und Statistiken. Die Pädagogik und das so angestrebte ‚chancenreichste Land für Kinder‘ bleibt so bildungsmäßig auf der Strecke“, erklärt Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Patricia Tschallener (Grüne) – selbst hauptberuflich BHS-Lehrerin – die extrem schwierige Situation ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Schulen kämpfen mit enormen Herausforderungen

Auch die gesellschaftlichen sozialen Veränderungen führen zu einem erhöhten Bedarf der Begleitung und Betreuung der Kinder, was von den Schulen und den PädagogInnen zeitlich de facto nicht mehr stemmbar ist.

„In Hohenems sind seit Schulbeginn wegen dieser enormen Belastungen zwei DirektorInnen ausgefallen. Anstatt sich die Bildungsdirektion und politisch Verantwortlichen schnellstmöglich für administrative Entlastungen an diesen Schulen sorgen, wird auch hier der Weg des geringsten Aufwandes gewählt, indem Vollzeitlehrpersonen zusätzlich zu ihrem Unterricht noch die Schulleitung einer Schule mit rund 250 Kindern übernehmen müssen. Diese Lehrpersonen werden alleine gelassen, das ist nicht mehr tragbar“, ergänzt Tschallener.

„Dass die Versäumnisse in den vergangenen Jahren nun in diesen zusätzlich besonders herausfordernden Zeiten massiv zum Vorschein kommen, ist das eine. Dass dann aber das Land nicht die notwendigen finanziellen Mittel für administrative Kräfte, für zusätzliche unterstützende Stellen und für einen massiven Ausbau der psychosozialen Unterstützungssysteme in die Hand nimmt, ist das andere“, streicht die Vizebürgermeisterin die Misere heraus.

„Diese Versäumnisse werden nun also von der Stadt Hohenems zumindest ansatzweise kompensiert, auch wenn das in keinster Weise die Aufgabe der Stadt wäre. Die Stadt springt nun für die Schulen ein, setzt damit bewusst ein deutliches Zeichen und stellt sich hinter ihre Pädagoginnen und Pädagogen in den Bildungseinrichtungen. Das ist auch eine Art der Wertschätzung, die auf übergeordneten Ebenen seit langem nicht mehr existiert. Das System der Pflichtschulen implodiert gerade und auf Landes- und Bundesebene wird von Konzepten für die Zukunft gesprochen. Es braucht daher jetzt rasch zusätzliche, echte Hilfe!“, schließt Bürgermeister Dieter Egger die Forderung an die Entscheidungsträger ab.