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Bürgermeldungen
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Stadtplan
24.03.2020

Zusammenhalten und an einem Strang ziehen

Bund und Länder haben am vergangenen Freitag, dem 20. März 2020, einhellig die Verlängerung aller zur Eindämmung des Coronavirus getroffenen Maßnahmen bis 13. April 2020 beschlossen.

In einem aktuellen Lagebericht zur Situation in Vorarlberg dankte Landeshauptmann Markus Wallner allen, die durch ihren Einsatz dazu beitragen, dass das Leben trotz aller nötigen Einschränkungen funktioniert.

Ein großer Teil der Bevölkerung hält sich an die zum Schutz der Gesundheit getroffenen Maßnahmen. Einen dringenden Appell richtete die Landesregierung an jene, die sich dessen immer noch nicht bewusst sind, darunter vor allem ältere Menschen und Jugendliche. „Das Virus breitet sich weiter aus. Gehen Sie daher nur vor die Tür, wenn es nötig ist, halten Sie Abstand. Nehmen Sie die Maßnahmen ernst“, sagte der Landeshauptmann und forderte zugleich zu Ruhe und Besonnenheit auf: „Wichtig ist mir, dass wir als Gesellschaft unsere Würde bewahren. Das gilt besonders im Umgang mit den am stärksten gefährdeten Menschen – mit Älteren, Erkrankten und Gebrechlichen.“

„Kurzarbeit vor Kündigung“

Für elementare Bedürfnisse wie die Lebensmittelversorgung und das Gesundheitswesen werde gesorgt, ebenso für die Wirtschaft und Beschäftigte, betonte der Landeshauptmann und verwies auf den ab sofort verfügbaren Antrag für Kurzarbeit. Dadurch sollen möglichst viele Menschen Job und Einkommen behalten können.

Mehr Corona-Tests und höhere Bettenkapazität für Erkrankte

Zur Erhebung und Testung von Corona-Verdachtsfällen berichtete Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, dass sich die Situation bei der Rufnummer 1450 eingespielt hat und die Inbetriebnahme eines Extraktionsroboters nun wesentlich mehr Corona-Tests zulässt. Die angestauten Fälle wurden aufgearbeitet und künftig werden bis zu 1.000 Corona-Tests täglich möglich sein.

10.000 bis 12.000 könnten im Spital behandelt werden

Auch hinsichtlich der Bettenkapazität ist Vorarlberg vorbereitet. In den Spitälern und spitalsnahen Institutionen sind 1.600 Betten für Corona-Infizierte geplant – genug für 10.000 bis 12.000 Erkrankte. Das LKH Hohenems wird zum reinen Corona-Spital. Die Versorgung des Spitalpersonals mit Schutzbekleidung ist für die nächsten Wochen gesichert.

Ersatzmaßnahmen zur Sicherung der 24-Stunden-Pflege

Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker informierte über nötige Maßnahmen zur Sicherung der 24-Stunden-Betreuung. Wenn Betreuerinnen aufgrund der Grenzschließungen ausfallen, helfen sich die Vermittlungsagenturen untereinander aus oder informieren das regionale Case-Management. Landesweit sind bereits etwa 60 Case-Managerinnen und -Manager auch übers Wochenende erreichbar (siehe www.betreuungundpflege.at).

Die Sozialeinrichtungen erheben, welche Mitarbeiter im eigenen Bereich im Moment nicht gebraucht werden und dem Pflegedienst zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus gibt es für die derzeit besonders stark belasteten Pflegekräfte seit Anfang dieser Woche psychosoziale und psychologische Unterstützung.

Arlbergtunnel offen, Assistenzeinsatz des Bundesheers

Sicherheitslandesrat Christian Gantner verwies auf die strengen Kontrollen an den Landesgrenzen und vor den Quarantänegebieten in der Region Tannberg und Arlberg. Insgesamt befinden sich dort 2.553 Menschen vorläufig bis 3. April 2020 in Quarantäne. Die Selbstabschottung des Landes Tirol werde begrüßt. Der Arlbergtunnel ist aber offen, Transit, Rettungsfahrten sowie Waren- und Gütertransport bleiben möglich.

Unterstützung durch das Bundesheer

Schon jetzt helfen in Vorarlberg 50 Soldaten in Logistikeinrichtungen oder am Telefon beim Infektionsteam aus. Im Rahmen eines Assistenzeinsatzes wird das Bundesheer auch die Polizei bei der Überwachung der Grenzen und Quarantänegebiete sowie zum Schutz kritischer Infrastruktur unterstützen.

Weitere Informationen sind laufend aktualisiert unter www.vorarlberg.at/corona abrufbar.

Stand: Dienstag, 24. März 2020, 12 Uhr