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24.11.2020

Wortspiel zum Sonntag „Wach-Stunde“: Ode an die Wachsamkeit im Corona-Advent

Wortspiel zum Sonntag „Wach-Stunde“: Ode an die Wachsamkeit im Corona-Advent

In einem alten, ironischen Spruch heißt es: „Besser acht Stunden Büro als gar kein Schlaf!“ … derselbe Satz wird in ähnlicher Weise auch für Schule, Gottesdienst, …, verwendet.

Derzeit ist nicht einmal der normale Büro-, Schul- oder Predigtschlaf möglich: Statt Schule gibt es „Distance learning“, statt Büro „Homeoffice“, statt Gottesdienste in der Kirche Gottesdienste zuhause.
Gott möchte nicht, dass wir unser Leben verschlafen. Vielleicht können wir eine der „Frei-Stunden“, die uns durch den Lockdown geschenkt werden, zu einer „Wach-Stunde“ machen, in der wir darüber nachdenken, was uns wirklich wichtig ist! Da sind wir auch schon mitten im Thema drinnen, das uns im Evangelium am ersten Adventsonntag nahegebracht wird: „Seht euch also vor und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist!“ (MK 13,33)

Der „Termin“ Wachsamkeit („Wach-Stunde“) ist schwer in das Schema eines Terminkalenders einzutragen: Bei einem genaueren Blick auf meinen Terminkalender fällt mir auf, dass darin nur äußere Termine fixiert sind: Sitzung am …, Treffen mit …, Vorbereitung für …, zu erledigen bis …
Gerade zwischen-neben-vor-nach diesen Terminen passiert vieles, das nicht in den Raster eines Terminkalenders passt: Tolles Gespräch, eine Blume am Straßenrand entdeckt, zufällig … getroffen etc.

Ich glaube, gerade um solche „Wach-Stunden“ in unserem Terminkalender geht es, wenn wir zur „Wachsamkeit“ aufgerufen werden. Inmitten der Termine wachsam bleiben für das Unerwartete, für das Ungeplante – für den Unerwarteten.

Im ersten Lockdown habe ich neben den großen Herausforderungen bei vielen eine große Dankbarkeit wahrgenommen: über die Langsamkeit, über die wenigen Termine, über eine neue Fokussierung, über eine besondere Zeit in der Familie.
Vieles von dieser Dankbarkeit ist in den Hintergrund getreten und stattdessen hat sich eine Müdigkeit breitgemacht. Jetzt scheint durch den neuerlichen Lockdown eine Zeit auf uns zuzukommen, wo wir eine zweite Chance bekommen. Vielleicht können wir gerade im heurigen Jahr, wo viel von der adventlichen Begleitmusik wegfällt, etwas vom tieferen Sinn von Advent verstehen.

Ich wünsche mir und euch in dieser Adventzeit viele solcher Zwischenzeiten, Fenster zwischen euren Terminen. Manche sind in dieser Zeit auch sehr herausgefordert. Diese Menschen brauchen diese Auszeiten ganz besonders. Gerade in solchen „Wach-Stunden“, wo wir achtsam und wachsam für sein Kommen sind, kann er aufs Neue wieder Mensch werden.

Diakon Roland Sommerauer

„Adventtäschle“ zur freien Entnahme

Liebevolle Handarbeit

Für ein bewusstes, waches Erleben der Advent- und Weihnachtszeit haben wir kleine „Adventtäschle“ zusammengestellt. Diese liegen ab Samstag, dem 28. November 2020, in beiden Pfarrkirchen in Hohenems zur freien Entnahme auf – um freiwillige Spenden wird gebeten.

Inhalt: Falter „Hauskirche Advent/Weihnachten“, Friedenslicht und ein Gebet zum Entzünden der Kerze, Weihrauch und Kreide, ein Conradino-Brief für Kinder, Weihnachtskarte der Pfarre.

Herzlichen Dank für die Gestaltung und Befüllung der Taschen durch Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Außengruppe Heidensand der WS Riedgasse Dornbirn).

Kirche auf „Social Media“

Diesen Impuls und weitere Informationen von der Katholischen Kirche in Hohenems in dieser herausfordernden Zeit finden Sie auf www.kath-kirche-hohenems.at.  
Das Video zum Text auf www.instagram.com/diakonroland!