Stadtverwaltung Hohenems
A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
11.06.2019

Homunculus: Ein Festival voller Kostbarkeiten

Homunculus 2019

Das Figurentheaterfestival Homunculus 28 verzeichnete nach seinem Finale eine Auslastung von 95 % und eine Perlenreihe voller besonderer Theaterminiaturen.

Ein absolutes Highlight stellte die international bereits hundertfach gezeigte Aufführung von „Der standhafte Zinnsoldat“ von Stefan Wey dar. Erstmals war diese Inszenierung in Hohenems zu sehen, und erstmals wurde von Homunculus der Stadtteil Herrenried bespielt.

Poetisches Schatten- und Schauspiel

Die Zuschauerzahl des in einem aufblasbaren Kuppelzelt spielenden Schatten- und Schauspiels war mit je 90 Besuchern begrenzt. Mit der Figur des H.C. Andersen und einer echten Ballerina wechselten Schauspieler und Schattenspiel kongenial ab. Das Publikum ließ sich auf die umwerfende Reise des Zinnsoldaten begeistert mitnehmen. Und da waren auch noch die Klassiker „Höchste Eisenbahn“ mit Pierre Schäfer und Peter Müller oder die Inszenierung „Mit der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ (Weite Theater Berlin), mit der Homunculus der Feuerwehr Hohenems zum 150. Geburtstag gratulierte.

Demenz und Puppenspiel

Neben modernen, frechen sowie zauberhaften Märchen bei den Kindervorstellungen – wie „Das machen & andere verdächtige Sachen“ oder der Theaterwerkstatt mit Carina Mathis – wurde im Abendprogramm der Figurentheaterspirit schwungvoll fortgesetzt. Da gab es auch eine Lesung an einem geheimen Ort, der sich als die ehemalige Kapelle des Schloss’ Glopper entpuppte. Homunculus 28 wechselte gekonnt zwischen Objekt- und Figurentheater, bei dem Hand- und Klappmaulpuppen, Marionetten, Schauspieler oder lebensgroße Puppen wie bei Pavel Möller Lücks neuem Stück „Der Mann, der niemals weinte“ zum Einsatz kamen. Die liebe- und humorvoll thematisierte Demenzgeschichte begeisterte die Zuseher und passte zur im Löwenfoyer gezeigten begleitenden Ausstellung „Demensch“.

Mit „Fünf Gründe, warum Delfine böse Tiere sind“ zeigte das Schweizer Duo KPNV eine böse Satire, warum gut gemeint nicht gut gemacht sein kann, bei der einem mehr als einmal das Lachen im Hals stecken blieb. Am Abschlussabend sorgte „Unter Artgenossen“ des Theaters Fleisch und Pappe noch einmal für „standing ovations“: Die Herisauer Puppenspielerin Kathrin Bossard verkörperte mit exzellentem Spiel sämtliche tierischen Bewohner in einem „ehrenwerten“ Haus.

Sonne, Mond und Sterne

„Der Mix aus Publikumslieblingen und neuen Entdeckungen ist so spannend, dass wir das Festival fast verlängern müssten, um die Nachfrage nach den tollen Neuentdeckungen in den Folgejahren abzudecken“, freut sich die künstlerische Leiterin Susi Claus über den Publikumszuspruch.

Das 29. Festival steht unter dem Motto „Sonne, Mond und Sterne“ und findet vom 22. bis 29. Mai 2020 statt.

www.homunculus.info

Fotos: Kurt Böckle