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24.10.2019

#wegwerfenkostet: Sechs Filmspots schaffen Bewusstsein für die Folgen des Litterings

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Ab Oktober im Fernsehen, Kino und auf allen Online-Kanälen.
100 Tonnen Abfall landen in Vorarlberg jährlich neben Straßen, auf Plätzen und in der Natur. Das Aufsammeln dieser Verpackungen, Plastikflaschen oder Scherben und das Entfernen von Kaugummis etc. kostet die Gemeinden jedes Jahr Millionen. Sechs hochwertige Filmspots thematisieren den Umgang mit unserer Umwelt nun ein halbes Jahr lang im Fernsehen, im Kino und auf allen Online-Kanälen. Die Spots sind leicht, eingängig und stets mit einem Augenzwinkern, ohne dabei den Ernst der Sache zu vergessen.

„Bewusstseinsbildung ist das A und O, wollen wir dem achtlosen Wegwerfen von Abfall, auch Littering genannt, auf öffentlichen Plätzen oder in der Natur nachhaltig begegnen“, ist der Lustenauer Bürgermeister und stellvertretende Obmann des Umweltverbands, Kurt Fischer, überzeugt.

Allein bei der Landschaftsreinigung im Frühjahr sammelten 18.000 Menschen in 73 Gemeinden rund 150.000 Kilogramm achtlos weggeworfenen Abfall. Darunter neben Getränkeflaschen, Verpackungen und Zigarettenstummeln auch Autoreifen, Alteisenteile oder Möbel. „Wegwerfen kostet! Die Vorarlberger Gemeinden jährlich rund 3,6 Mio. Euro“, rechnet Fischer vor. „Wenn man bedenkt, was man mit diesem Geld Sinnvolles machen könnte, wird einem deutlich, wie wichtig Bewusstseinsbildung ist.“

Filmspots: Witzig und spritzig trotz Ernsthaftigkeit
Genau das wollen auch die sechs neuen Filmspots erreichen. Mit hollywoodreifen „Special Effects“ machen sie auf eindringliche Weise – allerdings mit einem witzigen Touch – deutlich, dass wegwerfen statt entsorgen nicht nur Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, das Grundwasser und den Menschen hat, sondern auch noch Millionen kostet. Da wird schon einmal ein auf der Bregenzer Pipeline auf den Boden geworfener Pizzakarton von einer Sekunde auf die andere zu Geld oder eine vom Boden aufgehobene Münze zu einem Zigarettenstummel.

Eigens für die Clips gecastete Schauspielerinnen und Schauspieler stellen bekannte Alltagssituationen im öffentlichen Raum nach. Gedreht wurde wie bei einem Blockbuster an verschiedenen Drehorten in den teilnehmenden Städten exakt nach Drehbuch. Anschließend wurden die Spots am Computer aufwändig mit modernster Schnitttechnik bearbeitet.

Besonders eingängig ist die Musik, die sich durch alle sechs Filme zieht. „So leicht wird man die nicht vergessen können. In den Büros der Kooperationspartner jedenfalls wird die Melodie laufend gesummt“, erzählt der stellvertretende Obmann des Umweltverbands, der sich über die kreative Initiative freut, die von der Landeshauptstadt ausging. „Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, ist immer besser“, ist Fischer überzeugt.
 
„Je mehr Menschen die Filmspots teilen, desto besser“
Gezeigt werden die sechs Filmspots im Fernsehen auf ORF Vorarlberg, im Kino und auf den Online-Kanälen der Kooperationspartner Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Feldkirch, Land Vorarlberg und Umweltverband sowie aller Vorarlberger Gemeinden. Der erste ging bereits am 4. Oktober online, Filmspot 2 wurde parallel zur Pressekonferenz veröffentlicht. Die restlichen Spots erscheinen ab Ende März bis Anfang Juni. „Wir freuen uns, wenn so viele Menschen wie möglich die Filme auf den Sozialen Medien teilen und damit weiterverbreiten“, appelliert Fischer an die Vorarlberger Bevölkerung.

Bereits seit 15 Jahren machen Umweltverband und Gemeinden die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger auf die Folgen des Litterings aufmerksam. Einerseits geschieht das über klassische Öffentlichkeitsarbeit, andererseits auch über verschiedene Aktivitäten wie Flurreinigungen, die Aktion „Gelbe Pfeile“, Kooperationen oder Podiumsdiskussionen.

Littering-Verordnung ermöglicht seit Juli 2018 Strafen
Seit Juli 2018 ergänzt eine Strafmöglichkeit die Bewusstseinsbildung und die umfassende Abfallsammel-Infrastruktur. Die Littering-Verordnungen der Gemeinden richten sich vor allem gegen Menschen, die das achtlose Wegwerfen von Abfall als Kavaliersdelikt sehen. Werden sie auf frischer Tat ertappt, können sie von Kontrollorganen der Gemeinden angehalten werden. Heben sie ihren Abfall wieder auf und entsorgen ihn richtig, bleibt es bei einer Ermahnung.

Bei Wiederholung oder falls sich die Abfallsünderin oder der Abfallsünder weigert, das Weggeworfene aufzuheben, erwartet sie oder ihn eine Organstrafe von 60 Euro, die sofort zu entrichten ist. Bei schwerwiegenden Verstößen beträgt der Strafrahmen bis zu 7.000 Euro. Rund ein Viertel der Vorarlberger Gemeinden haben Littering-Verordnungen beschlossen. Strafen wurden allerdings bisher noch nicht ausgesprochen.

Bregenz: Insgesamt elf Arbeiter sammeln im Sommer Abfall auf
Die Landeshauptstadt Bregenz gibt für die Beseitigung von Verunreinigungen durch Littering jährlich rund 200.000 Euro aus – Tendenz steigend. „Bei rücksichtsvollerem Verhalten im öffentlichen Raum könnten diese Budgetmittel anderweitig sinnvoller eingesetzt werden“, ist auch der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart überzeugt.

Sechs Straßenkehrer sammeln täglich diese Abfälle ein. Im Sommer kommen für die Betreuung der Seeanlagen und des Seeufers noch einmal fünf Arbeiter dazu. Am Pfänderhang kümmern sich mehrere Forstmitarbeiter um den Abfall entlang der Fuß- und Wanderwege.

Bregenz setzt deshalb neben der Littering-Verordnung bewusst auf die Sensibilisierung der Bevölkerung. Neben Schwerpunktaktionen seitens der Stadtpolizei und eigens dafür geschultem Personal ist es dabei auch wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

„Es geht ja um ein Miteinander in der Stadt. Gerade deshalb haben wir unter dem Motto „I luag uf di“ schon seit ein paar Jahren eine Kampagne zum respektvollen Umgang mit dem öffentlichen Raum laufen. Die Kosten für die Beseitigung von achtlos weggeworfenem Abfall tragen wir letztlich alle gemeinsam,“ stellt Linhart fest. „Auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, ist uns ein großes Anliegen. Es geht um das funktionierende Miteinander im öffentlichen Raum, nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern eben darüber hinaus.“

Feldkirch: Personalaufwand für Littering-Beseitigung lag 2018 bei rund 643.000 Euro
Seit Jahren versucht die Stadt Feldkirch die Vermüllung an öffentlichen Straßen und Plätzen einzudämmen. Mit mäßigem Erfolg, 2018 waren Arbeiter 17.400 Stunden damit beschäftigt, den achtlos weggeworfenen Abfall aufzusammeln.

Insbesondere in der Altstadt, auf Transitstrecken und auf „Imbisswegen“ werden Zigarettenstummel einfach fallengelassen und Abfall landet achtlos auf der Wiese, im Gebüsch oder auf Gehwegen. Oft werden Getränkeflaschen, Imbissverpackungen oder Taschentücher direkt aus dem fahrenden Auto geschmissen. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn.

„Aber die Realität sieht anders aus“, betont der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt. „Wie die Kampagne #wegwerfenkostet deutlich aufzeigt, kostet ein solches Verhalten eine Unmenge an Geld. Alleine der Personalaufwand für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die den Abfall aufsammeln, belief sich in Feldkirch im vergangenen Jahr auf 642.700 Euro. Geld, das die Allgemeinheit aufbringen muss.“

Die Littering-Verordnung sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie löse das Problem nicht. Vielmehr brauche es intensive Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung. „Aus diesem Grund sind wir auch gerne Teil der Kampagne #wegwerfenkostet“, betont Matt.

Hohenems: Belohnung für Menschen, die Abfall richtig entsorgen
Littering ist auch in Hohenems alltäglich. Neben der Beseitigung der Spuren unerwünschten Handelns versucht die Stadt mit verschiedenen Maßnahmen Littering vorzubeugen. Öffentlichkeitsarbeit wie die Teilnahme an der Gelben-Pfeil-Aktion stellt dabei einen wesentlichen Faktor dar.

Hohenems darf aber auch auf das große Engagement einiger Bürgerinnen und Bürger zurückgreifen. Sie sorgen dafür, dass „ihre“ Straße, „ihre“ Bushaltestelle, „ihr“ öffentliches Gerinne oder „ihr“ Brunnen sauber bleiben. Zur Reinigung ihrer unmittelbaren Wohngegend erhalten sie von der Stadt Abfallsäcke und Greifzangen. Diese werden auf Wunsch gefüllt wieder abgeholt.

Zusätzlich zur Videokampagne will Hohenems an Aktionstagen jene Menschen belohnen, die richtig handeln. An öffentlichen Plätzen und neuralgischen Punkten werden Stadtbedienstete brave Bürgerinnen und Bürger, die öffentliche Abfalleimer benutzen, Abfälle trennen oder sich ehrenamtlich für ein sauberes Hohenems einsetzen mit kleinen Giveaways oder einem gesunden Snack beschenken.

“Das Problem mit Strafen ist, dass man sich nur auf die Sünderinnen und Sünder konzentriert und diese in den Mittelpunkt stellt“, benennt der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger das Problem von Sanktionen und räumt ein: „Der Großteil der Bevölkerung hält sich aber an die gemeinschaftlichen Regeln, benutzt öffentliche Abfalleimer oder nimmt den Abfall brav wieder mit.“ Gerade bei Schülerinnen, Schülern und Kindern sehe er die größten Lernchance, wenn zusätzlich zur Littering-Verordnung auch gezielt auf positive Verstärkung gesetzt werde.

Podiumsdiskussion zum Thema Littering
Parallel zum Start des zweiten Filmspots findet im Rahmen des ORF KulTourKompass am 24. Oktober eine Podiumsdiskussion zum Thema „Saubere Umwelt braucht Dich! Das Phänomen: KeineR macht’s und doch kostet es Millionen“ statt. Beginn ist um 17.00 Uhr im ORF Funkhaus in Dornbirn. Diskutieren werden neben Umweltverband-Obmann Rainer Siegele, Alexandra Dittrich vom international tätigen Verpackungshersteller Alpla, die Psychologin Alice Hollenstein (Urban Psychology & Research) sowie die beiden Caritas-Jugendbotschafterinnen Carla Sophie Raffl und Laura Wachter.

Info: www.wegwerfenkostet.at

Fact Box:
• #wegwerfenkostet: Sechs Filme zur Bewusstseinsbildung gegen Littering
• Kooperation der Städte Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Feldkirch, des Landes Vorarlberg und des Umweltverbands
• Ausstrahlung im Fernsehen (ORF Vorarlberg), im Kino und auf allen Online-Kanälen
• Filmspot 1: Online seit 4. Oktober, https://youtu.be/X_I4POY7ZAY  
• Filmspot 2: Online ab 24. Oktober, https://youtu.be/qpIktw70IXg
• Teilen mit #wegwerfenkostet sehr erwünscht!
• Weitere Ausstrahlungen:

Datum Aktion
26.03.2020 Erstausstrahlung Film 3
03.04.2020 Erstausstrahlung Film 4
04.05.2020 Erstausstrahlung Film 5
01.06.2020 Erstausstrahlung Film 6