Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
13.08.2018

Rhein-Hochwasser (2): Was tut die Gemeindeeinsatzleitung?

Hat es über eine längere Zeit sehr starke Regenfälle gegeben? Steigen plötzlich die Pegelstände außergewöhnlich an? Werden von den Messstellen besondere Auffälligkeiten vermeldet?

Dann deutet dies auf ein mögliches Hochwasser im Alpenrhein hin! Schon bei einer Abflussmenge von 1.200 Kubikmetern pro Sekunde wird automatisch die Gemeinde verständigt. Der Stab der Gemeindeeinsatzleitung tritt, noch in reduzierter Form, in Aktion. Es wird kein Alarm ausgerufen. Die weitere Entwicklung wird aber aufmerksam beobachtet – auch von der Rheinbauleitung.

Die Rheinbauleitung erstellt nun Prognosen über die Entwicklung in den nächsten 24 Stunden – und gibt die Informationen laufend an die Landeswarnzentrale weiter (welche wiederum die Bezirkshauptmannschaften und die Gemeinden verständigt). Ist keine Besserung der Lage in Sicht? Bei einer prognostizierten Abflussmenge von mehr als 2.500 Kubikmetern pro Sekunde wird die Aufmerksamkeitsphase ausgerufen: Von der Gemeinde werden erste Maßnahmen hinsichtlich einer möglichen Überflutung (z. B. Absperrung der Rhein-Vorländer) getroffen: Einsatzkräfte werden in Bereitschaft gesetzt, Seniorenheime und andere Einrichtungen werden informiert usw.

Wird eine Abflussmenge von 2.500 Kubikmetern pro Sekunden tatsächlich erreicht, dann werden der komplette Stab und die gesamte Gemeindeeinsatzleitung einberufen. Diese kümmern sich um ein professionelles Krisenmanagement, um die Notfallorganisation sowie vor allem um den Schutz der Bevölkerung. An der Spitze der Gemeindeeinsatzleitung steht der Bürgermeister; er zeichnet auch hauptverantwortlich für die Krisenkommunikation auf Gemeindeebene verantwortlich.

Seine Aufgaben: das Festlegen der jeweiligen Alarmstufe des Katastrophenschutzplanes, das Treffen aller wichtigen Entscheidungen, das Erteilen von Aufträgen und Anordnungen und das Ausüben der Kontrolle.

Unterstützt wird der Bürgermeister durch die Gemeindeeinsatzleitung, den Leiter der Technischen Einsatzmaßnahmen (Feuerwehrkommandant) – und durch den Stab der Gemeindeeinsatzleitung. In sechs Sachgebieten (S) sind die genauen Aufgaben und Zuständigkeiten des Stabes festgelegt:

  • S1 – Personal und Innerer Dienst
    (Erfassen und Organisieren der Einsatzkräfte und der Stabsarbeit) 
  • S2 – Lage
    (Feststellen der Lage, Darstellen der Lage, Beurteilen der Lage, Erstellen von Lagemeldungen)
  • S3 – Einsatz
    (Beurteilen der Gesamtlage, Besprechen der Lage mit Einsatzkräften und Einsatzleitung, Vorschlagen von Maßnahmen)
  • S4 – Versorgung
    (Anfordern von Versorgungsgütern aller Art, Bereitstellen von Verbrauchsgütern und Einsatzmitteln)
  • S5 – Presse- und Medienarbeit
    (komplette Organisation der Informationstätigkeit nach außen)
  • S6 – Informations- und Kommunikationswesen
    (Planen und Durchführen der internen Kommunikation zwischen Gemeindeeinsatzleitung und allen am Einsatz Beteiligten)

Zusätzliche Hilfestellungen kommen von Fachgruppen, Verbindungsoffizieren und Sachverständigen. Die gesamte Gemeindeeinsatzleitung ist um einen reibungslosen und organisierten Ablauf bemüht, sodass der höchstmögliche Schutz der betroffenen Bevölkerung gewährleistet werden kann.