Stadtverwaltung Hohenems
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Bürgermeldungen
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Stadtplan
13.08.2018

Rhein-Hochwasser (7): Welche Evakuierungsphasen gibt es?

Leider suchen immer wieder Naturkatastrophen die Bevölkerung heim – und hinterlassen Zerstörung und Verwüstung. In nahezu allen Bereichen werden heute verschiedene professionelle Vorkehrungen getroffen, um den zu erwartenden Schaden zu verhindern – oder gegebenenfalls einen solchen so gering wie nur möglich zu halten. Ausschließen kann man ein Hochwasser aber nie! So birgt auch der Alpenrhein eine ernste Gefahr: Im Extremfall können große Teile des Rheintals überschwemmt werden.

Verschiedene Alarmierungen, die im Katastrophenschutzplan einer jeden Gemeinde im Rheintal vorgesehen sind, warnen rechtzeitig vor nahenden Gefahren: Der Pegelstand wird heute regelmäßig an verschiedenen Stellen entlang des Alpenrheins automatisch gemessen. Diese Werte werden mit historischen Messungen und Entwicklungen verglichen – auch mit solchen betreffend die Wettersituation. Bereits bei kleinen „Auffälligkeiten“ wird die Beobachtung verschärft – und auch erste Informationen an die Einsatzleitungen des Landes, der Bezirke und der Gemeinden weitergegeben.

Sollte sich die Situation verschlechtern, also ein gefährliches Hochwasser möglich werden, dann wird die erste Warnung („Aufmerksamkeitsphase“) mittels eines Sirenensignals ausgegeben: Dies bedeutet noch nicht, dass es tatsächlich zu einer Überflutung kommt – eine solche liegt aber im Bereich des Möglichen, auch wenn eine direkte Gefährdung noch nicht besteht! Die Abflussmenge des Alpenrheins beträgt zu diesem Zeitpunkt mindestens 1.200 Kubikmeter pro Sekunde – und vom Rheinbauleiter werden für die nächsten 24 Stunden mehr als 2.500 Kubikmeter pro Sekunde prognostiziert.

Verschärft sich die Lage weiter, dann teilen die Einsatzleitungen den Übergang in die „Vorbereitungsphase“ mit: Das heißt, dass die Gefahr einer Überflutung bestimmter Bereiche weiter zugenommen hat – und dass es zu einer Evakuierung kommen kann. Der eigentliche „Alarm“ für die Bevölkerung („Evakuierungsphase“) wird dann wieder mittels eines Sirenensignals (auf- und abschwellend, eine Minute lang) mitgeteilt – bei einer tatsächlichen Abflussmenge von über 3.100 Kubikmetern pro Sekunde oder bei „Gefahr im Verzug“ (bei Dammbruch). Gefährdet sind nicht nur Gebäude, sondern auch Menschen. Es wird – in den mitgeteilten Zonen - evakuiert: Die sich darin befindenden Häuser bzw. Wohnungen sind zu verlassen!

Wie diese Evakuierung genau erfolgt, das ist der betroffenen Bevölkerung schon in der „Phase“ vor dem Katastrophenalarm erklärt worden. Wissenswerte Informationen sind bereits im Vorfeld (Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagne) gegeben worden – oder finden sich im Internet bzw. in der Broschüre zum richtigen Verhalten bei Rhein-Hochwasser.

Maßgebend für das gute Gelingen einer Evakuierung bei Hochwasser ist, dass den Anweisungen und Aufforderungen der Einsatzkräfte auch Folge geleistet wird. Und dass unüberlegtes, panisches Handeln vermieden wird. Die Evakuierung kann nur gelingen, wenn alle Bürgerinnen und Bürgern wissen, was zu tun ist – und dies auch tun!