Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
11.07.2018

Rhein-Hochwasser (6): Wie werden Tiere evakuiert?

Hochwasser sind unvorhersehbare, unberechenbare Naturereignisse, welche zum natürlichen Wasserkreislauf zählen, für Menschen und auch für Tiere jedoch äußerst gefährlich sein können. Drohen Wassermassen ganze Gebiete zu überfluten, wird die Evakuierung angeordnet – dann zählt jede Sekunde. In diesem Fall ist es wichtig, dass auch Haustierbesitzer/innen und Betreiber/innen von Viehzuchtbetrieben und Stallungen richtig und schnell handeln, um alle Tiere in Sicherheit zu bringen.

In der Vorbereitungsphase, in welcher Menschen im Normalfall noch nicht ihre Häuser bzw. Wohnungen verlassen müssen (Pflegepatient/innen ausgenommen), werden Nutztiere bereits evakuiert. Haustiere verlassen hingegen spätestens in der Evakuierungsphase ihr Zuhause – gemeinsam mit ihren Halter/innen, die für deren Evakuierung verantwortlich zeichnen.

Soll im Ernstfall mit dem Tier eine öffentliche Notunterkunft aufgesucht werden, so dürfen ausreichend Nahrung und ein Transportbehälter nicht vergessen werden. Dies wird auch für eine private Notunterkunft empfohlen. Futter für mehrere Tage sowie die nötige Ausstattung (Leine, Maulkorb usw.) sind selbst mitzunehmen. Es muss damit gerechnet werden, dass in den öffentlichen Notunterkünften zahlreiche und verschiedene Tieren untergebracht werden – die Halter/innen müssen für ein reibungsloses und sicheres „Miteinander“ sorgen.

Besondere Aufmerksamkeit liegt in Gefahrensituationen auf landwirtschaftlichen Betrieben mit Nutztieren. Durch die Größe und die Anzahl der gehaltenen Tiere ist eine Evakuierung sehr aufwändig und zeitintensiv. Solche Betriebe sollten deshalb bereits in der frühesten Phase, der Aufmerksamkeitsphase, mit den Vorbereitungen für eine mögliche Evakuierung beginnen - auch wenn noch keine akute Gefährdung besteht.
Das tatsächliche Evakuieren der Nutztiere wird dann in der Vorbereitungsphase durch den Bürgermeister angeordnet. Dieses hat vom/von der Halter/in der Tiere eigenständig und eigenverantwortlich zu erfolgen. Aus diesem Grund sind, wie vom Gesetz vorgesehen, bereits vorab Vorbereitungen zu treffen: Im Notfallplan, der zwingend erstellt werden muss, ist die Unterbringung und die Versorgung der eigenen Nutztiere außerhalb der Gefahrenzone festzulegen – ebenso die Art und Weise des Transportes.