Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
13.08.2018

Rhein-Hochwasser (3): Wie wird im Ernstfall evakuiert?

Wie kann die Bevölkerung bei einem drohendenden Hochwasser geschützt werden? Wesentlich hierfür ist ein übersichtliches Evakuierungskonzept, das bis ins kleinste Detail durchdacht ist. Nur so kann eine mögliche Panik schon vorab verhindert werden. Selbstverständlich müssen alle hiervon in Kenntnis gesetzt werden, sodass richtig und schnell gehandelt werden kann.

Besteht die Gefahr, dass es zu einer Überschwemmung kommt, dann werden die gefährdeten Bewohner/innen entlang des Alpenrheins mit einem dreiminütigen, gleichbleibenden Sirenenton gewarnt. Abhängig von den weiteren Entwicklungen kann es nun zu einer Evakuierung kommen. Ab diesem Moment sollte man sich über die Medien ständig auf dem Laufenden halten; es kann sein, dass man sein Haus bzw. seine Wohnung verlassen muss. Hierfür sollte man bereit sein. Mit einem auf- und abschwellenden Heulton (der eine Minute dauert) wird es ernst: Ab diesem Zeitpunkt ordnet die Einsatzleitung an, bestimmte Gebietsabschnitte teilweise oder vollständig zu evakuieren. Die zu räumenden Zonen werden bekanntgegeben.

Wird eine solche Evakuierung ausgerufen, dann sind die Gemeindeeinsatzleitung und sämtliche Rettungskräfte bereits vollständig im Einsatz. Sie kümmern sich um das Notfallmanagement und die Organisation von Hilfseinsätzen. Dabei wird nach einem ausführlichen, zuverlässigen Evakuierungsprotokoll gehandelt, damit auch hektische Situationen einwandfrei bewältigt werden können.

Trotz akribischer Planung von Ernstfällen wird es den Einsatzkräften nicht möglich sein, jedem/-r Einzelnen zur Hilfe zu eilen. Die Bewohner/innen eines zu evakuierenden Gebietes sollen deshalb unbedingt nach ihrem eigenen Notfallplan handeln: Es gilt das Prinzip der „eigenverantwortlichen Selbsthilfe“.

Die Gefahrenzone kann entweder mit dem eigenen Auto verlassen werden - oder auch in Bussen, die von der Einsatzleitung organisiert werden. Für die Flucht mit dem Bus muss einfach die nächstgelegene Haltestelle aufgesucht und dort gewartet werden. Für jede Evakuierungszone wird eine eigene Fluchtroute festgelegt (diese wird rechtzeitig bekanntgegeben). Wichtig ist es, immer am aktuellsten Stand zu sein: Aktuelle Informationen gibt es laufend über die Medien; den Anweisungen der Einsatzleitung ist unbedingt Folge zu leisten.

Wohin soll die Flucht bei einer Evakuierung gehen? Entweder, wenn möglich, zu einer privaten Notunterkunft bei Verwandten, Freunden oder Bekannten, die außerhalb des gefährdeten Gebietes liegt. Oder zu einer Sammelstelle, an der Auskünfte über öffentliche Notunterkünfte gegeben werden.

Besondere Maßnahmen sind im Evakuierungskonzept für Betriebe, Einrichtungen und Strukturen (wie beispielsweise Schulen, Kindergärten und Heime) vorgesehen – im Besonderen auch für Viehzuchtbetriebe und Stallungen. Ein interner Notfallplan ist für alle diese Kategorien unerlässlich.

Pflegepatient/innen in Privatwohnungen, die nicht von den Angehörigen evakuiert werden können, finden im Internet ein Formular, mit dem sie im Evakuierungsfall eine Hilfestellung (Transport) anfordern können. Dieses sollte schon vorab ausgefüllt – und dann in der Aufmerksamkeitsphase an die Gemeinde (direkt oder über E-Mail) weitergeleitet werden.

Sollten jemand aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein, sich aus eigener Kraft in Sicherheit zu bringen, so sollte man sich an Personen in der Nähe oder anwesende Rettungskräfte wenden.

Wichtigstes Ziel und oberste Priorität des angewandten Evakuierungskonzeptes ist der Schutz der Bevölkerung.