Stadtverwaltung Hohenems
A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
22.08.2018

Rhein-Hochwasser (12): Wie läuft eine Evakuierung ab?

Besteht akute Hochwassergefahr, also droht eine Überflutung, dann muss es schnell gehen. Mit einem auf- und abschwellenden Heulton einer Sirene, der eine Minute lang erklingt, wird die Evakuierung ausgerufen. Das heißt, die Menschen in den betroffenen und von der Einsatzleitung mitgeteilten Zonen müssen umgehend ihre Häuser bzw. Wohnungen verlassen. Jeder muss sich – und gegebenenfalls jene Personen, für die er entsprechende Verantwortung trägt – in Sicherheit bringen. Auch wenn hierbei die Einsatzkräfte nach Möglichkeit unterstützen, es gilt das Prinzip der eigenverantwortlichen Selbsthilfe.

Eine Evakuierung ist für alle Beteiligten ein nicht alltägliches Ereignis: Die Einsatzkräfte werden professionell auf diese Ausnahmesituation vorbereitet – aber auch die gesamte Bevölkerung hat im Zuge einer breit angelegten Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne wichtige Informationen zum richtigen Verhalten im Ernstfall erhalten. Dieses Wissen ist grundlegend, wenn dann tatsächlich eine Überflutung droht – und evakuiert werden muss.

Dennoch wird es nicht einfach sein, in der Notsituation klare Gedanken zu fassen – und das Richtige zu tun. Schäden an Gebäuden sind zu erwarten, auch das Leben von Menschen ist in Gefahr. Da kann es leicht zu Panik kommen! Deshalb sollten möglichst viele Informationen „verinnerlicht“ werden: Das heißt, die Broschüre zum richtigen Verhalten bei Rhein-Hochwasser sollte nicht nur griffbereit sein, sie sollte auch genau und vielleicht auch wiederholt durchgelesen werden – auch gemeinsam mit der Familie.

Wie wird alarmiert, wie informiert, wie evakuiert? Was ist eine Sammelstelle, was eine Notunterkunft? Kennt man die Antwort auf diese und andere Fragen, dann wird man im Ernstfall auch weitgehend das Richtige tun! Etwa: Schon in der so genannten Vorbereitungsphase ist das Notgepäck für eine mögliche Evakuierung vorzubereiten, für den Fall, wenn dann plötzlich das Haus bzw. die Wohnung verlassen werden muss. Zu diesem Zeitpunkt sollte dieses bzw. diese auch schon gesichert sein.

Ist das Haus bzw. die Wohnung vollständig geräumt, befinden sich also keine Menschen mehr im Innern, dann sollte an der Eingangstüre ein leicht sichtbares weißes Tuch oder weißes Papierstück angebracht werden. Dieses gibt den Einsatzkräften zu verstehen, dass alle dahinterliegenden Räume bereits evakuiert worden sind. Gleiches gilt auch für eine Haustüre mit mehreren dahinterliegenden Wohnungen.

Ist eine Flucht mit dem Auto geplant, so legt die Einsatzleitung hierfür für jede Evakuierungszone eigene Fluchtrouten fest – und teilt diese auch mit. Die private Notunterkunft, die schon vorab sorgfältig ausgewählt worden sein sollte, ist nun aufzusuchen! Verwandte, Freunde oder Bekannte sollten über das tatsächliche Kommen auch benachrichtigt werden. Staus und Verzögerungen während der Autofahrt sind sehr wahrscheinlich, dürfen aber zu keiner Hektik oder Panik führen.

Haben zu evakuierende Personen kein eigenes Fahrzeug, so werden diese mit Bussen in Sicherheit gebracht. Diese werden von der Gemeindeeinsatzleitung für alle betroffenen Gebiete organisiert. Es reicht also aus, sich zur nächst gelegenen Bushaltestelle zu begeben – und dort zu warten. Die Busse bringen die Bürgerinnen und Bürger zu Sammelstellen, an denen auch Auskunft über öffentliche Notunterkünfte erteilt wird bzw. diese zugewiesen werden.

Bei einer angeordneten Evakuierung müssen Menschen unbedingt und umgehend aus dem Gefahrenbereich. Die Angst vor möglichen Plünderungen in den evakuierten Zonen ist nicht berechtigt: Das geräumte Gebiet wird laufend von der Polizei überwacht, kontrolliert und geschützt.