Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
14.08.2018

Rhein-Hochwasser (11): Welche Probleme bereiten Öltanks?

Bei einer Evakuierung aufgrund von Hochwassergefahr ist es unerlässlich, am eigenen Gebäude verschiedene Schutzmaßnahmen durchzuführen. Dies, um größere Schäden zu vermeiden. Es liegt in der Eigenverantwortung der Bevölkerung, ihre Häuser ausreichend zu sichern. So sollten Strom-, Gas-, Öl- und Wasserversorgung unterbrochen werden, gefährliche Stoffe und Chemikalien außerhalb der Reichweite der drohenden Wassermengen umgelagert und wertvolle Gegenstände in höhere Stockwerke gebracht werden, sodass diese nicht vom Wasser erreicht und beschädigt werden.

Ein spezielles Augenmerk sollte bei der Sicherung der Gebäude auf vorhandene Heizöltanks gelegt werden: Sind solche im Keller untergebracht, ist besondere Vorsicht geboten. Grundsätzlich ist in möglichen Überschwemmungsgebieten aber auch darüber nachzudenken, nach Möglichkeit ganz auf eine andere Heizungsart umzustellen.
Gerade in Kellern können Heizöltanks bei einer Überflutung von den eindringenden Wassermassen aufgetrieben werden - und so erhebliche Schäden im Kellerraum bzw. am Gebäude durch austretendes Öl verursachen. Sie sind daher unbedingt gegen Auftrieb zu sichern: durch Verankern oder durch Beschweren. Hierfür können Gurtsysteme oder Stahlseile verwendet werden, die an einer Bodenplatte befestigt sind. Ein Fachmann kann prüfen, ob diese den Belastungen auch standhält.

Auch ein Abspreizen gegen die Decke oder die Wände kann ins Auge gefasst werden. Voraussetzung für diese Methode ist jedoch, dass das Gebäude alle auftretenden Kräfte aufnehmen und diesen entgegenwirken kann. Die Enden der Belüftungsrohre der Tanks müssen auf jeden Fall höher sein, als der zu erwartende höchste Wasserstand, damit kein Wasser eindringen kann.

Es kann auch passieren, dass der Tank durch mitgeführtes Treibgut oder andere äußere Einwirkungen beschädigt wird und dann Öl verliert. Generell muss dafür gesorgt werden, dass dies nicht geschieht: Kontrollen der Ein- und Auslässe sind unerlässlich. Auch ein nachträgliches druckdichtes Abdichten dieser Öffnungen wird dringend empfohlen.

Gelangt entwichenes Öl ins Wasser, so kann dies beträchtliche Folgen für Natur und Umwelt haben. Durch das rasche Ausbreiten des Öls an der Wasseroberfläche ist es möglich, dass sehr große Gebiete von diesem verseucht werden. Aber auch schwere Verschmutzungen und starke Geruchsbelästigungen in den eigenen vier Wänden können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass sich Ölpartikel tief im Mauerwerk festsetzen - dieses muss dann entfernt und ausgetauscht werden.

Möglich ist auch der Raumschutz. Hierbei gilt das Prinzip, dass Wasser gar nicht erst in den Anlagenraum eindringen darf - somit kommt es gar nicht erst zu einer Gefährdung des Heizöltanks durch eindringende Wassermassen. Alle Öffnungen müssen hierfür abgedichtet und vor Druckwasser geschützt werden. Fenster, Türen und Wanddurchbrüche können mit eigens dafür entwickelten Klappen verschlossen werden. Eine solche Schutzvorrichtung kann jedoch sehr teuer sein.

Man sollte sich auf jeden Fall rechtzeitig von Fachleuten beraten lassen!