Stadtverwaltung Hohenems
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05.06.2018

Pfingstmesse des Hohenemser Komponisten Theodor Weirather (1852 – 1925)

Theodor Weirather

Der Kirchenchor St. Karl sang zu Pfingsten die von Theodor Weirather komponierte Messe in A-Moll für vierstimmigen gemischten Chor mit Orgelbegleitung.

Sie ist eine der wenigen überlieferten Kompositionen, alle weiteren wurden nicht mehr aufgefunden. Einstudiert und aufgeführt wurde sie von Chorleiter Wolfgang Schwendinger. An der Orgel begleitete Hilmar Häfele.

Anton Drexel hat diese Messe bereits 2004 in St. Konrad zur Aufführung gebracht. Die Darbietung erfuhr großen Zuspruch unter den zahlreichen Anwesenden.

Biografie

Ab 1875 leitete Theodor Weirather (Musiker, Komponist und Organist) 50 Jahre lang die Musikkapelle und bildete viele junge Musikant/innen aus. Das Ansehen der Bürgermusik war durch seine Führung damals so hoch, dass sie als einzige Vorarlberger Kapelle zur Eröffnung des Arlbergtunnels 1884 in Anwesenheit Kaiser Franz Josephs spielen durfte.

Den Kirchenchor St. Karl übernahm Theodor Weirather 1876. Damals war der Chor jeden Sonntag im Einsatz. Zudem wurde jedes Jahr ein weltliches Konzert veranstaltet – 1892 zum Beispiel in den „Sälen zur Post“, wo Werke von Haydn, Beethoven, Schubert, Weber und Schumann zur Aufführung gelangten.

Weitere Aktivitäten von Theodor Weirather:

  • 11 Jahre Chorleiter beim Männerchor Hohenems.
  • Für die Emser Jüdische Gemeinde war er als Organist in der Synagoge angestellt und Leiter des Synagogenchores.
  • 1884 – 1905 war er Gesangslehrer an der israelitischen Schule und erteilte außerdem vielen jungen Leuten aus der jüdischen und christlichen Gemeinde Instrumentalunterricht.
  • An freien Abenden spielte er mit verschiedenen Partnern in der Villa Rosenthal Kammermusik auf hohem Niveau.

Theodor Weirather konnte als Berufsmusiker zur damaligen Zeit seine Familie kaum ernähren. Es war ihm aber ein Anliegen und Berufung, die Menschen musikalisch auszubilden. Somit leistete er einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Hohenems.

Mit der Wiederaufführung dieser Messe bleibt ein Hohenemser Kulturgut erhalten und die beachtliche Arbeit von Theodor Weirather erfährt über 90 Jahre nach seinem Tod Würdigung und Anerkennung.

Genaueres ist nachzulesen im Emser Almanach Nr. 9.