Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
08.05.2018

Feierliche Verabschiedung – Adi Pleterski

Yves Bollag und Bürgermeister Dieter Egger mit Adolf Pleterski.

Vergangenen Samstag, dem 5. Mai 2018, wurde Adolf Pleterski – welcher 40 Jahre den Jüdischen Friedhof in Hohenems betreut hat – feierlich verabschiedet.

Seit Mai 1978 betreute Adolf Pleterski den Jüdischen Friedhof in Hohenems als Friedhofsgärtner – genau 40 Jahre später legte er nun sein Amt in die Hände seines Nachfolgers und wurde durch den Verein zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs mit einer feierlichen Verabschiedung geehrt. Yves Bollag, Präsident des Vereins zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs in Hohenems, begrüßte die Anwesenden und dankte Adolf Pleterski für seinen langjährigen, unermüdlichen Dienst für den Erhalt des Friedhofs. „Adi hat den Friedhof mit Leidenschaft gepflegt und ihn zu einem der schönsten jüdischen Friedhöfe Mitteleuropas gemacht“, so Bollag. Adi habe mit Herzblut und Leidenschaft Außergewöhnliches geleistet, dankte Bürgermeister Dieter Egger im Namen der Stadt für 40 Jahre Pflege dieses „wichtigen Ortes des Erinnerns und Gedenkens“. Gemeinsam überreichten sie eine Dankesurkunde und Geschenke an den langjährigen Friedhofsgärtner.

Adolf Pleterski war 40 Jahre der unverzichtbare gute Geist des Friedhofs.

Ursprünglich stammt Adolf Pleterski aus Slowenien. Er ist 1965 nach Hohenems gezogen. Auf die sein Leben prägende Aufgabe ist er ganz zufällig über eine Anzeige im Gemeindeblatt gestoßen. Laut eigenen Angaben genau am 5. Mai 1978 erhielt Adolf Pleterski vom damaligen Präsidenten des Vereins zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs in Hohenems Kurt Bollag den Auftrag, im damals völlig verwahrlosten und von Gestrüpp und Bäumen überwucherten Gelände des Jüdischen Friedhofs nach dem Rechten zu sehen.

Adi, wie er von allen genannt wird, nahm seine Aufgabe sehr ernst, befreite die Gräber von Gestrüpp und Unkraut und rodete wild wuchernde Bäume. Alleine mit dem Holz, das er in mühseliger Arbeit vom Friedhof entfernt hatte, konnte er drei Jahre lang heizen, wie er berichtet. Darüber hinaus setzte er Stufen und Wege wieder instand, stellte umgefallene Grabsteine wieder auf, kümmerte sich von Frühling bis Herbst um den Rasen, kultivierte die Pflanzen und legte überall dort Hand an, wo es etwas zu reparieren gab. So wurde er im Laufe der Jahre zum unverzichtbaren guten Geist des Friedhofs. Ohne seine Arbeit würde der Jüdische Friedhof in Hohenems nicht in diesem guten Zustand da stehen, wie er es heute tut.

400 Jahre Geschichte

Der Jüdische Friedhof in Hohenems ist heute die letzte noch in ihrer ursprünglichen Funktion bestehende Einrichtung der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Hohenems. Seit 1955 ist er im Besitz des „Vereins zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs in Hohenems“. Der Verein wurde 1954 gegründet. Mit einem Schenkungsvertrag ging der Friedhof von der Kultusgemeinde Innsbruck in den Besitz des Vereins über. Um sicherzustellen, dass der Friedhof auch weiterhin als Begräbnisstätte genutzt und gepflegt werden konnte, hatten einige in der Schweiz lebende Nachkommen der Familien Burgauer und Bollag die Initiative ergriffen und kümmern sich seither als Verein um dessen Sanierung und Pflege.

Die Ursprünge gehen auf den Schutzbrief aus dem Jahr 1617 zurück, in dem Graf Caspar den ansiedelnden Familien auch ein Stück Land im so genannten „Schwefel“ zuwies, das sie für ihre Toten nutzen konnten. Auf diesem Gelände werden seither die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Hohenems begraben. Bereits 1773 wurde der Friedhof mit einer Mauer umgeben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden mehrere Vergrößerungen und umfassende Renovierungen vorgenommen.

Seit 2012 läuft auf dem Jüdischen Friedhof in Hohenems ein umfassendes Sanierungsprojekt, im Zuge dessen die Umfassungsmauer, zahlreiche Grabsteine und Wege restauriert werden konnten. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit und Förderung mit dem Bundesdenkmalamt, dem Nationalfond zur Instandsetzung jüdischer Friedhöfe in Österreich, des Landes Vorarlberg und der Stadt Hohenems durchgeführt. Geplant und beaufsichtigt werden die Arbeiten von Rinderer Architekten Dornbirn.

Ein entscheidender Abschnitt, nämlich die Sanierung der Friedhofsmauer, konnte kürzlich abgeschlossen werden. Für 2018 sind unter anderem die Sanierung der Einsegnungshalle und laufend weitere Grabsteinsanierungen geplant. Für die Durchführung dieser Arbeiten ist der Verein auf Spenden angewiesen.