Stadtverwaltung Hohenems
A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
01.03.2018

Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz (2)

Die landesweite Aktion Demenz möchte ein besseres Verständnis für diese Krankheit und den richtigen Umgang damit ermöglichen. Daher wird jeweils in der ersten Gemeindeblattausgabe eines Monats (seit Jänner) je eine von insgesamt zehn Fragen zum Thema Demenz beantwortet, wodurch die Bürger/innen wichtige Informationen, Tipps und Hilfsangebote erhalten.

Frage 2: Welche Anzeichen und Entwicklungen der Demenz gibt es?

Demenz ist ein immer häufiger auftretendes Krankheitsbild und darf nicht mit „harmloser Altersvergesslichkeit“ verwechselt werden. Der Verlauf einer demenziellen Veränderung folgt keinem genau bestimmbaren Schema und ist stark von der persönlichen Beschaffenheit des Betroffenen abhängig. Dennoch lassen sich drei Stadien erkennen:

1. Der Beginn einer Demenz im frühen Stadium stellt sich meist schleichend und anfangs kaum wahrnehmbar ein. Erste Anzeichen wie Vergessen, Verwechseln, Verlegen von alltäglichen Gegenständen oder mögliche Verstimmungen werden von Betroffenen überspielt und von Angehörigen gerne verdrängt. Dadurch werden ein frühzeitiger Befund und eine Therapie, die den Verlauf der Demenz positiv beeinflussen können, unnötig hinausgezögert.

2. Im mittleren Stadium treten deutliche Verluste der Gedächtnisleistung zutage: Sprechen, lesen, räumliche und zeitliche Orientierung fallen zunehmend schwerer. Komplizierten Sätzen kann nicht mehr gefolgt werden und neue Informationen können nicht mehr zu- bzw. eingeordnet werden. Körperlich stellen sich Beeinträchtigungen wie Verunsicherung der Bewegungen ein. Betroffene verlieren ihr Interesse an Umwelt und Beziehungen. Starke Stimmungsschwankungen, rastloses Umherirren und das Auftreten einer Tag-Nacht-Umkehr lassen sie mehr und mehr aus der Normalität ihres Alltags gleiten. Spätestens jetzt sind Betroffene auf Hilfe angewiesen.

3. Der Verlust der eigenen Vergangenheit kennzeichnet das späte Stadium. Bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses, erlernte Fähigkeiten und Fertigkeiten gehen verloren. Die Beziehung zu Raum und Zeit und zum eigenen Körper kommt abhanden. Inkontinenz kann ebenso auftreten wie Schwierigkeiten beim Schlucken und Essen. Pflege und Betreuung rund um die Uhr werden notwendig und oftmals – zum Wohle und zur Sicherheit des Betroffenen – eine Unterbringung in einer stationären Einrichtung.

Im Rahmen der Aktion Demenz sind – mit Unterstützung der Vorarlberger Landesregierung – drei Broschüren mit dem Titel „Leben mit Demenz“ erschienen. Sie enthalten weiterführende und umfassende Informationen und sind kostenlos bei connexia, bei den Gemeindeämtern, den Sozialzentren sowie Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen von Hohenems und den Kummenberggemeinden zu beziehen.

Kontakt und Information: connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege gem. GmbH, Tel. 05574/48787, E-Mail info@aktion-demenz.at oder www.aktion-demenz.at