Stadtverwaltung Hohenems
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Bürgermeldungen
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Stadtplan
01.10.2018

Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz (10)

Die landesweite Aktion Demenz möchte ein besseres Verständnis für diese Krankheit und den richtigen Umgang damit ermöglichen. Daher wird jeweils in der ersten Gemeindeblattausgabe eines Monats (seit Jänner) je eine von insgesamt zehn Fragen zum Thema Demenz beantwortet, wodurch die Bürger wichtige Informationen, Tipps und Hilfsangebote erhalten.

Frage 10: Welche rechtlichen und öffentlichen Schutzmaßnahmen für Patient und Angehörige gibt es?

Die Betreuung eines von Demenz betroffenen Angehörigen bedeutet eine große Herausforderung. Neben dem körperlichen und psychischen Wohlergehen gilt es auch für rechtlichen und öffentlichen Status zu sorgen. Folgende Maßnahmen sollten zum Schutz Ihrer Angehörigen – und auch zu Ihrem eigenen – in Erwägung gezogen und vor einer Entscheidung gründlich geprüft werden:

Sachwalterschaft

Ein Sachwalter ist eine nahestehende oder eine Person des öffentlichen Lebens (Notar, Rechtsanwalt, Verein für Sachwalterschaft), die Ihre Angehörigen z. B. bei Ämtern und Behörden vertritt. Ebenso verwaltet er Einkommen und Vermögen und kann die medizinische Versorgung organisieren. Er wird eingesetzt, wenn ein eigenverantwortliches Handhaben von geschäftlichen Angelegenheiten nicht mehr gewährleistet ist.

Vorsorgevollmacht

Im Unterschied zu einer Sachwalterschaft wird eine Vorsorgevollmacht vor dem Verlust der Entscheidungs-, Handlungs- und Geschäftsfähigkeit erteilt. Dabei bestimmt der Betroffene selbst eine Person seines Vertrauens.

Angehörigenvertretung

Ein von Demenz Betroffener kann einem Mitglied seines Haushalts eine Vollmacht zur Durchführung von alltäglichen Angelegenheiten erteilen. Dazu gehören u. a. Geschäfte des täglichen Lebens, das Erwirken von sozialen Ansprüchen, die Ermächtigung zu einfachen medizinischen Behandlungen und eine eingeschränkte Konto-Verfügungsbefugnis.

Patientenverfügung

Darin werden medizinische Maßnahmen festgelegt und ausdrücklich festgehalten, wie diese aussehen sollen. Voraussetzung dafür ist eine grundlegende Information durch einen Arzt sowie die uneingeschränkte Urteilsfähigkeit des Betroffenen.

Rechtliche Schritte zum Schutz Ihrer Angehörigen sind meist mit Unsicherheit und einem Gefühl von Trauer und Scham verbunden. Doch je eher Sie sich damit auseinandersetzen, umso mehr werden Sie Ihrer großen Verantwortung gerecht.

Im Rahmen der Aktion Demenz sind – mit Unterstützung der Vorarlberger Landesregierung – drei Broschüren mit dem Titel „Leben mit Demenz“ erschienen. Sie enthalten weiterführende und umfassende Informationen und sind kostenlos bei connexia, bei den Gemeindeämtern, den Sozialzentren sowie Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen von Hohenems und den Kummenberggemeinden zu beziehen.

Kontakt und Information: connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege gem. GmbH, Tel. 05574/48787, E-Mail info@aktion-demenz.at oder www.aktion-demenz.at