Stadtverwaltung Hohenems
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06.10.2017

Verleihung der ersten „Wurzeln von Ems“ an Eckart Witzigmann

v. l. WK-Präsident Hans-Peter Metzler, Eckart Witzigmann, Bürgermeister Dieter Egger
Verleihung der ersten „Wurzeln von Ems“ an Eckart Witzigmann

Im stimmungsvollen Rittersaal des Palastes Hohenems war es gestern Abend soweit: Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt ist der Ehrentitel „Wurzeln von Ems“, der zur Ehrung von inspirierenden Persönlichkeiten mit Hohenemser Wurzeln entwickelt wurde, an den Weltkoch Eckart Witzigmann verliehen worden.

Bürgermeister Dieter Egger erklärte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Preises: „Uns ging es darum, eine neue sympathische Ehrung für Hohenemser zu schaffen, die im Ausland tätig sind und dort Außergewöhnliches geleistet haben. Schon in der Geschichte von Hohenems sind hier auffällig viele inspirierende Persönlichkeiten und Pioniere groß geworden und in die Welt hinausgezogen – diese Menschen wollen wir mit ‚Wurzeln von Ems‘ gezielt wieder in ihre Heimat zurückholen und in kurzen Impulsvorträgen über die Quellen ihrer Inspiration referieren lassen. Neben dem neuen Ehrentitel überreichen wir dabei den Preisträgern auch einen Obstbaum ihrer Wahl, der anschließend in einem Inspirationsgarten im Stadtgebiet gepflanzt wird. Die Früchte der Bäume sollen dann einmal im Jahr in der Hohenemser Gastronomie Verwendung finden. Ein nachhaltiger und lebendiger Preis, welcher den Geehrten so auch regelmäßig in Erinnerung hält und so langfristig hoffentlich auch in der Emser Jugend Wurzeln schlägt und diese den großen Vorbildern eines Tages nacheifert!“.

Im Anschluss an das Stadtoberhaupt widmete Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler seine Laudatio dem Lebenswerk von Eckart Witzigmann: „Wenn man sich anschaut, was Eckart Witzigmann alles in seinem Leben erreicht hat: Das erste 3-Michelin-Sterne-Restaurant im deutschsprachigen Raum, der Titel ‚Jahrhundertkoch‘, verliehen vom Gault Millau, die New York Times nannte ihn ‚Koch der Könige und Götter‘ – da fragt man sich: Wie schafft so ein Mensch das? Und ich glaube, das liegt auch ein Stück weit an seiner Vorarlberger DNA und den dazugehörigen Eigenschaften: Beständigkeit, Durchhaltevermögen, Heimatverbundenheit.“

Spontan erhob auch einer der anwesenden Gäste das Wort: Kein geringerer als Witzigmanns Schüler Dieter Koschina, welcher in Portugal die ‚Vila Joya‘ leitet. Die ‚Vila Joya‘ rangiert auf Platz 22 der besten Restaurants der Welt. „Ohne Eckart Witzigmann gäbe es die gute deutschsprachige Küchenkultur einfach nicht. Und ich sage ihnen: Am Herd war und ist Eckart Witzigmann ein Kämpfer!“, bringt der ehemalige Schüler die Leistungen seines Meisters auf den Punkt.

Der Meister selbst gibt sich in seiner Rede bescheidener, ehrt aber seine Heimat: „Kochen und backen war für mich immer mit Hohenems verbunden – vor allem mit der Bäckerei in der Radetzkystraße. Das waren die Gerüche meiner Kindheit, und die Aufenthalte in Vorarlberg waren für mich immer Ausflüge in die Welt der Kulinarik. Tief eingesogen habe ich in dieser Zeit den Respekt vor der Gabe Gottes – vor den Lebensmitteln, die buchstäblich ‚Lebens‘-Mittel sind. Und darum sage ich auch immer: Der Star in der Küche ist immer das Produkt – und der Koch ist nur sein Diener.“

Vervollständigt wurde der Abend mit einer überraschenden Gesangseinlage des Gesangsquartetts von „Stimm-Art“, welche den Weltkoch auch sichtbar tief bewegte und der Übergabe der Geschenke: Ein gravierter Glaskristall, das Ehrendokument mit dem Ehrentitel und einen Kirschbaum, der Eckart Witzigmann geschenkt wurde, und welcher in der Nähe des Markus Sittikus-Saals in einem eigenen kleinen Inspirationsgarten gepflanzt wird.

Moderatorin Martina Rüscher bedankte sich im Anschluss bei allen Gästen und Teilnehmer/innen und übergab an die beiden Jazzmusiker Isabella Pincsek-Huber und Andreas Seyer, welche während dem anschließend servierten Dinner von MO Catering für stimmungsvolle Musik sorgten.

Infobox rund um Eckhart Witzigmann

  • Geboren am 4. Juli 1941 in Hohenems 
  • Aufgewachsen in Bad Gastein, wo er auch die Kochlehre absolvierte.
  • Aktuelle Lebensgefährtin: Nicola Schnelldorfer
  • Kinder aus erster Ehe: Max (Journalist); Veronique (Autorin und Feinkosthändlerin) 
  • Witzigmann hat die Grundlagen der „Nouvelle Cuisine“ bei den berühmten Gebrüdern Häberlin in Illhäusern gelernt und hat diese in den 70ern in den deutschsprachigen Raum gebracht.
  • Es folgten unzählige Gastspiele in den Top-Küchen der Welt.
  • Als erster Koch im deutschsprachigen Raum erhielt er 3 Michelin-Sterne für die Arbeit in seinem Lokal „Aubergine“ in München. 
  • Gault Millau Auszeichnung 1994 zum „Koch des Jahrhunderts“
  • Er konzipierte das weltbekannte „Ikarus“-Restaurant im Hangar 7 in Salzburg.
  • Professor und Ehrendoktor der Schwedischen Örebro Universität („Professeur de la Cuisine“).
  • Präsident deutsche Akademie für Kulinaristik.
  • Die „New York Times“ nannte ihn „Koch der Könige und Götter“, da Witzigmann auch für viele Herrscherhäuser der Welt tätig war.