Stadtverwaltung Hohenems
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14.11.2017

Standardisierte Patientenübergabe

Patient, Pflegepersonal und Rettungssanitäter mit den Gesprächspartnern der Pressekonferenz: Andreas Enne, MA MBA (4. v. l.), Dir. Dr. Gerald Fleisch (5. v. l.), Elke Kovatsch, MSc (6. v. l.) und Dir. Roland Gozzi (7. v. l.) (Foto: Mathis Fotografie).

Jährlich übergibt das Rote Kreuz Vorarlberg im Rettungsdienst über 35.000 Patient/innen an das Pflegepersonal in den Krankenhäusern.

Diese Übergabe erfordert eine präzise und rasche Weitergabe von Informationen über die Patient/innen. Um hier mögliche Fehler zu vermeiden, hat das Rote Kreuz gemeinsam mit den Vorarlberger Landeskrankenhäusern die Übergabe von Patient/innen neu geregelt – in Form der „Standardisierten Patientenübergabe“. Dadurch gibt es bei kritischen Übergaben, etwa bei Zeitdruck oder erhöhtem Patientenaufkommen, keine Kommunikationsprobleme mehr. Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten Rotkreuz-Geschäftsführer Dir. Roland Gozzi und Dir. Dr. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, über die Vorteile der „Standardisierten Patientenübergabe“.

„Am Einsatzort bekommen unsere Mitarbeiter viele Informationen zum Patienten, seinem Umfeld und seiner sozialen Lage. Wenn unsere Mitarbeiter dafür sensibilisiert sind, welche Informationen für die weitere Behandlung, Pflege und spätere Entlassung – neben den medizinisch relevanten Informationen – wichtig sind, dann können sie einerseits bereits gezielt nachfragen und andererseits bei der Übergabe dem Krankenhaus-Personal diese Informationen gezielt weiterleiten“, erklärt Dir. Roland Gozzi die Idee hinter dem Projekt.

„Die richtigen Informationen sind bei jeder Entscheidung ausschlaggebend, so besonders auch, wenn es um die Behandlung von Patienten geht. Von den Informationen profitieren einerseits Arzt und Pflege im Krankenhaus für ihre Entscheidung, was zu tun ist – und in weiterer Folge dann auch der Patient selbst, weil im Vorfeld alles Notwendige geklärt worden ist. Wir freuen uns, dass unsere engagierten LKH-Mitarbeiter hier Teil in der Ausarbeitung dieses wichtigen Qualitätsprojektes des Roten Kreuzes sind“, bedankt sich Dir. Dr. Gerald Fleisch für die gute Kooperation mit dem Roten Kreuz.

Neues Übergabegespräch: „SMS-Briefing“

„Eine Umfrage unter Rettungssanitätern und Krankenhaus-Pflegern hatte ergeben, dass sich die Beteiligten einen wertschätzenden Informationsaustausch über die Patienten wünschen, der keine Fragen offen lässt“, erklärt Andreas Enne, MA MBA, Leiter des Rotkreuz-Bildungscenters und Projektleiter.

Das Projektteam, bestehend aus Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes und Pfleger/innen der Landeskrankenhäuser, erarbeitete aus den Umfrageergebnissen das so genannte „SMS-Briefing“, bei dem die Standard-Informationen mündlich ausgetauscht werden:

  • Wie war die Situation vor Ort – bezüglich Unfallhergang, Erstbefund und Symptomen?
  • Welche Maßnahmen wurden gesetzt, und hat sich während des Transports etwas verändert?
  • Ein wichtiger Punkt im SMS-Briefing ist außerdem die Sozialanamnese: Gibt es eine Bezugsperson? Wer ist informiert? Wer kommt ins Krankenhaus oder ist bereits jemand dort?

Zusätzlich zur mündlichen Patientenübergabe gibt es weiterhin ein schriftliches Einsatzprotokoll des Roten Kreuzes, das an die Ambulanzen im Krankenhaus übergeben wird. Unterstützt wird dieses neue Übergabegespräch durch hilfreiche Info-Karten mit entsprechenden Fragen. „Ziel ist es, dass jene Pflegekräfte, welche die Patienten übernehmen, die notwendigen Informationen erfahren – und nur das Wesentliche und Wichtigste weitergegeben wird“, erklärt Elke Kovatsch, MSc, Bereichsleiterin Pflege im LKH Rankweil.

Alle Krankenhäuser machen mit

Der neue Übergabeprozess wird noch in diesem Herbst in allen Landeskrankenhäusern sowie im Krankenhaus Dornbirn ausgerollt. In den Krankenhäusern erfolgt die Fortbildung zum neuen Übergabegespräch in Form von Teammeetings, beim Roten Kreuz wird ebenfalls intern geschult. „Wir freuen uns, dass wir mit unserem Projekt eine rasche, effiziente und medizinisch gute Patientenübergabe sicher stellen und auch die sozialen Umstände des Patienten ab sofort eine Rolle spielen“, zeigt sich Andreas Enne, MA MBA, sehr zufrieden.

Martin Mayer, Pflege-Bereichsleitung am LKH Hohenems, betont: „Für das Landeskrankenhaus Hohenems bedeutet das neue „SMS-Briefing“ eine verbesserte Vernetzung sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz. Mit der Einführung dieser Arbeitsgruppe zwischen den Vertretern des Roten Kreuzes sowie den Vorarlberger Krankenhäusern können wir positiv in die Zukunft blicken und der Vorarlberger Bevölkerung einen hohen medizinischen und pflegerischen Standard anbieten.“