Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
13.06.2017

Stadt ehrte verdiente Bürger/innen

v. l. Bürgermeister Dieter Egger, Rolf Amann, Anny Drexel, Dr. Norbert Peter, HR Ing. Hugo Ölz, OMR Dr. med. Elmar Troy, Johannes Mathis (Foto: Michael Gunz)

Am Freitag, dem 9. Juni 2017, ehrte die Stadt Hohenems sechs Bürgerinnen und Bürger, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, mit der Verleihung eines Ehrenrings oder einer Ehrennadel.

Die Stadtvertretung hatte am 23. Mai den einstimmigen Beschluss gefasst, verdiente Mitbürgerinnen und Mitbürger zu ehren. Bürgermeister Dieter Egger überreichte einen Ehrenring an den langjährigen Sportfunktionär Rolf Amann, an den Mediziner Dr. Elmar Troy und an Johannes Mathis, stellvertretend für seine im Vorjahr verstorbene, sozial engagierte Mutter Ferdinanda Mathis. Eine Ehrennadel wurde an die beiden in der Entwicklungshilfe engagierten Anny Drexel und HR Ing. Hugo Ölz sowie den Historiker Dr. Norbert Peter verliehen.

Bürgermeister Dieter Egger fand bewegende Worte

„Es ist der Stadt Hohenems und mir ganz persönlich ein großes Anliegen, diesen hier heute anwesenden Hohenemserinnen und Hohenemsern den verdienten Dank für ihre jahrelange, ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle vieler, vieler Menschen in unserer Stadt und auf der ganzen Welt auszusprechen. Daher haben wir diese sechs Hohenemser Persönlichkeiten heute einmal vor den Vorhang geholt, denn das Ehrenamt ist ein unbezahlbarer und unverzichtbarer Schatz und ich bin sehr dankbar dafür, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen und ihre Freizeit opfern, um für andere Menschen, die nicht so viel haben oder durch welche Gründe auch immer benachteiligt sind oder für unser Gemeinwesen, da zu sein. Eine Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun, als sie tun müssten. Dafür ein riesengroßes Dankeschön an unsere sechs heute hier anwesenden Hohenemser Lichtgestalten“, so das Stadtoberhaupt.


Liste der Geehrten

Dr. Norbert Peter war 1975 Mitbegründer des Kulturkreises Hohenems und Leiter des Referates für Geschichte und Denkmalpflege. Er verfasste eine Vielzahl von Beiträgen zur Geschichte seiner Heimatstadt. Mit anderen machte er sich stark für die Errichtung des Jüdischen Museums und engagierte sich für die Erhaltung kulturell wertvoller Bausubstanz. Zuletzt gab er im Vorjahr eine umfangreiche Chronik des Schlosses Glopper heraus und arbeitet derzeit an einem historischen Lexikon über die Stadt Hohenems.

HR Ing. Hugo Ölz ist gelernter Elektrotechniker und war Berufsschullehrer und auch Landesschulinspektor für Berufsschulen. Als Pensionist begann er in Enugu in Nigeria eine Berufsschule und die Berufsausbildung für junge Menschen aufzubauen. Bislang erhielten rund 200 junge Männer und Frauen innerhalb von jeweils zwei Jahren eine Ausbildung als Schlosser/in, Elektriker/in oder Automechaniker/in nach dem Vorbild der dualen Lehrlingsausbildung in Vorarlberg.

Anny Drexel ging 1990 als Diplomkrankenschwester in Pension und kümmerte sich nach einem Besuch in Enugu in Nigeria um die Reaktivierung und Ausstattung des verlassenen St. Vincent Hospitals. Sie gründete die Entwicklungshilfe-Gruppe Hohenems und setzte mit maximalem persönlichem Einsatz für die ganze Region Igbeagu eine positive Entwicklung in Gang – und zwar durch Aktionen wie „Ein Bett für Kinder“ oder die Aktion „Fahrrad“. Vor allem aber die Bautätigkeit war enorm. Die Initiative errichtete 60 Häuser, zwei Schulen und drei Kirchen.

Rolf Amann war und ist der Skisport vor allem in Hohenems zeitlebens eine Herzensangelegenheit. Er war u. a. nahezu 30 Jahre lang Obmann des Skivereins und ist bis heute Geschäftsführer und Betriebsleiter der Schilifte Schuttannen. Er engagierte sich als Gründer und Präsident der Interessensgemeinschaft Sport Hohenems und war auch landes- und bundesweit in verschiedenen Funktionen in Schi- und Sportverbänden aktiv.

OMR Dr. med. Elmar Troy ordinierte viele Jahre als Kinder- und Jugendarzt in Hohenems. Der Impfspezialist war über 20 Jahre lang Leiter des Fachausschusses Impfungen im Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin und setzte mehrere Initiativen im Impfwesen in Vorarlberg. Dr. Troy fungierte 21 Jahre als ehrenamtlicher Obmann des Krankenpflegevereines Hohenems.

Ferdinanda Mathis brachte zwei gehörlose Kinder zur Welt. Ihr ganzer Lebensinhalt galt der Betreuung hörbeeinträchtigter Menschen in Vorarlberg. Sie sammelte Geld für die Gründung eines Heims für gehörlose und schwerhörige Menschen. Im Dezember 1977 konnte in Dornbirn-Haselstauden dank ihres unermüdlichen Einsatzes das Gehörlosenheim als Kommunikations- und Betreuungszentrum feierlich eröffnet werden. Sie legte damit den Grundstein für das heutige Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte, das inzwischen Anlaufstelle für über 9.000 gehörlose und schwerhörige Menschen ist.

Es folgen noch einmal die Laudatien des Ehrungsabends in voller Länge

Einleitung/Begrüßung

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich darf Sie auch von meiner Seite ganz herzlich willkommen heißen hier im traditionsreichen Löwensaal von Hohenems.

Die Einladung, die an mich von Herrn Lechner seitens der Stadt ergangen ist, hat mich schon sehr gefreut und darf ich sagen, dass es für mich als Feldkircher eine Ehre ist – wie vor Jahren, als ich den Film über die Stadt Hohenems besprechen durfte – hier heute Abend die Laudatien zu halten, für die heute zu Ehrenden, die sich um die Stadt Hohenems und ihre Menschen verdient gemacht haben.

Sie haben auch Signale in die Welt nach aussen gesandt und können solcherart auch als Botschafter ihrer Heimatstadt gesehen und verstanden werden.

Die Vorbereitung für den heutigen Abend war für mich eine schöne Gelegenheit mich mit Ihrer Stadt und den Menschen zu beschäftigen, ich habe viele interessante Details erfahren. Bislang war für mich Hohenems vornehmlich mit Zahnarztterminen verbunden, nicht immer angenehm, wie Sie sich vorstellen können, aber in Hinkunft werde ich Hohenems bewusster wahrnehmen, sogar bei meinem unmittelbar anstehenden Termin bei Dr. Ess beim Bahnhof.

Ich war jedenfalls beeindruckt von den Leistungen der Hohenemser Bürgerinnen und Bürger, die heute Abend von ihrer Stadt und Bürgermeister Dieter Egger zu Recht geehrt werden. Sie haben dazu beigetragen, dass ihre Heimatstadt über deren Grenzen bekannt ist.

Anny Drexel

Meine sehr verehrten Damen und Herren, es gilt eine Hohenemserin zu ehren, die auch im Alter von knapp 89 Jahren nicht müde geworden ist, sich für benachteiligte Menschen einzusetzen (geb. am 26.7.1928 in Hohenems).

Anny Drexel kann wahrlich auf ein Lebenswerk zurückblicken, das seinesgleichen sucht und das an Nachhaltigkeit kaum zu überbieten ist.

In ihrem Zivilberuf war sie fast 40 Jahre als Diplomkrankenschwester unter anderem im Krankenhaus in Dornbirn im Bereich der Frauenheilkunde tätig.

Als dann eigentlich der verdiente Ruhestand beginnen sollte, startete sie nochmals durch und so wurde sie zur Entwicklungshelferin im besten Sinne des Wortes in einer Region im Südwesten Nigerias. Im Wissen um die Gefährlichkeit der Region, die von der Terrormiliz Boko Haram drangsaliert wird, gründete sie die Entwicklungshilfegruppe Hohenems. Obwohl sie ins Visier gewalttätiger Gruppen geriet, hielt sie an ihrem Projekt in Nigeria fest, eine mutige Frau. (initial für ihr Engagement war wie bei Ing. Ölz ein nigerianischer Priesterstudent, der hier in Hohenems seine Primiz feierte).

Es war vor allem die Not der schwangeren Frauen und der Kinder, die Anny Drexel in Nigeria erlebte und die sie in ihren Bemühungen antrieb.

Sie begann mit ihrer Entwicklungshilfegruppe klein, sammelte Geld für ein lokales Krankenhaus, aber das Engagement der Entwicklungshilfegruppe um Anny Drexel sollte größer werden und stand unter dem Motto Dorfentwicklung Ndubia.

Eine kleine Aufzählung der verwirklichten Projekte vermag einen Eindruck zu vermitteln, über das Engagement der zu Ehrenden und ihrer Entwicklungshilfegruppe:
Im Dorfzentrum Ndubias wurde eine Pfarrhalle errichtet, 10 Einfamilienhäuser, 1 Haus für „Ehe und Familie“, 1 Mehrzweckhalle, das St. Vincent Hospital wurde ausgebaut, 1 Geburtshilfestation mit 40 Betten, 1 Wochenstation, 1 Volksschule, weitere 26 Einfamilienhäuser außerhalb des Dorfes, 3 Kirchen, jene von Ekengbo mit 2.000 Sitzplätzen. Daneben wurden Teilaktionen gesetzt, im Hinblick auf Mobilität mit Fahrrädern, 1 Bett für Kinder, Brot für alle und Schulförderung auf breiter Basis und und und.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Frau Drexel, so viel hätten wir in Altenstadt gerne zustande gebracht in den letzten 25 Jahren, aber vielleicht finden Sie neben Ihrem Engagement noch etwas Zeit, für uns im Oberland.

Bei meinen Recherchen bin ich noch auf ein interessantes Detail gestossen. Die Entwicklungshilfegruppe Hohenems baute auch eine Kirche für die Hl. Katharine Drexel in Ekengbo. Ich dachte mir, das gibt es ja nicht wegen des gleichen Nachnamens von Anny und einer Heiligen.

Wie es dann so geht heutzutage in den Wikipedia-Zeiten, man taucht ein in die Familiengeschichte der Drexels, die im 19. Jahrhundert von Dornbirn-Hatlerdorf in die USA ausgewandert sind und in Philadelphia ein Imperium aufgebaut haben. Von ihnen stammt die Drexel-Universität mit 30.000 Studenten und sie waren beteiligt an der Entwicklung der größten Bank der USA, der Chase Manhattan Bank bzw. JP Morgan Bank. Und eine Tochter aus dem Hause Drexel, Katharina Drexel, zu der auch unsere Anny im 7. Grad verwandt ist, wurde Nonne und im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul heiliggesprochen. Anny war von der Lebensgeschichte der Katharina fasziniert und so benannte man die erbaute Kirche nach ihr – St. Katharine Drexel.

HR Ing. Hugo Ölz

Der nächste zu Ehrende ist gelernter Elektrotechniker, war Lehrer in der Berufsschule und auch Landesschulinspektor für Berufsschulen. Er wurde am 7.8.1938 in Dornbirn geboren, heiratete 1966 seine Marianne, ist Vater von 5 Kindern und Opa von 15 Enkeln und liebt es zu wandern und seine Bienen zu versorgen – und sich nicht von ihnen stechen zu lassen.

Man würde meinen, damit wäre das Rentnerdasein mehr als ausgefüllt. Aber als er sich anschickte in die verdiente Pension zu gehen, erreichte ihn ein Schreiben eines nigerianischen Priesters namens Obiora Ike, der übrigens hier in Hohenems seine Primiz feierte. „Jetzt brauchen wir dich Hugo“, hieß es im Schreiben aus Nigeria und HR Ing. Hugo Ölz ließ sich nicht lange bitten und reiste kurzerhand nach Nigeria, genauer nach Enugu, nicht gerade der sicherste Platz auf unserem Planeten. Aber das kümmerte den ambitionierten Jungpensionisten wenig. Er schaute sich um und informierte sich vor Ort, was in dem afrikanischen Land, dessen Reichtum an Bodenschätzen nur eine kleine Gruppe der 90 Millionen Menschen wirklich reich macht, gebraucht wird.

Er machte sich daran, eine – vor ihrem Bezug – bereits baufällige Berufsschule in Enugu fertigzustellen und einzurichten – dies zusammen mit einem Team von engagierten ehrenamtlichen Fachleuten aus dem Ländle. Seit 1988 war er bislang 60mal vor Ort in Nigeria, als Vertreter der katholischen „non governmental organisation“ Fidesco, deren österreichische Repräsentanz ein gemeinnütziger Verein mit Sitz hier in Hohenems (seit 1996) ist.

HR Ing. Hugo Ölz verstand und versteht seine Hilfe und die der Fidesco als Hilfe zur Selbsthilfe, alles andere – und das zeigen die Entwicklungshilfeprojekte überall auf der Welt – würde keinen Sinn machen. Er verstand es, den Benachteiligten die Hand zu reichen, damit diese ihr eigenes Potential entfalten können. Das von ihm mit seinem Team geschaffene Berufsausbildungszentrum VTTC (Vocational Technical Training Center) hat bislang ca. 200 junge Männer und Frauen innerhalb von jeweils zwei Jahren ausgebildet, als Schlosser, Elektriker und Automechaniker. Vorbild ist die duale Lehrlingsausbildung in Vorarlberg und HR Ing. Hugo Ölz weiß, wovon er spricht. Immerhin war er als Berufsschulexperte zusammen mit Egon Blum der Pionier der dualen Lehrlingsausbildung in Vorarlberg, der Ausbildung im Lehrbetrieb selbst und begleitend in der Berufsschule.

Nicht einmal ein Raubüberfall konnte HR Ing. Hugo Ölz von seinem Projekt abbringen. Er verlor zwar beim Überfall seinen Ehering, nicht aber seinen Mut und seine Zuversicht. Ein Blick in die Website von Fidesco (Österreich) Hohenems zeigt, dass Marianne ihrem Hugo den Verlust des Eherings verziehen haben muss. Sie unterstützt ihn nämlich mit Kräften bei seinem Engagement für Nigeria.

Fidesco Österreich besteht seit 1993 als eingetragener Verein und ist als gemeinnützig anerkannt. Derzeit arbeiten vier Volontäre in Projekten auf der ganzen Welt mit. Wenn sie mehr über Fidesco wissen möchten, wenden sie sich bitte an folgende Adresse:

  • Marianne und Hugo Ölz, Mozartstraße 5, 6845 Hohenems
  • Tel. und Fax: 05576/73005, E-Mail: oelz.mozartstrasse@utanet.at
  • Bankverbindung: Raiffeisenbank Hohenems, Spenden an FidesCo sind steuerlich absetzbar.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr HR Ing. Ölz, wir verneigen uns vor dem Mut und der uneigennützigen Hilfsbereitschaft eines Mannes, der nächstes Jahr 80 Jahre alt wird und dessen Kraft ungebrochen erscheint.

Dr. phil. Norbert Peter

Der nächste zu Ehrende wurde hier in Hohenems am 23.4.1943 in eine bewegte und auch dunkle Zeit hineingeboren. Die Welt stand vor ihrem Zusammenbruch und im Zeichen einer geradezu infernalischen Auseinandersetzung der politischen Mächte damals.

Möglicherweise – und verzeihen Sie mir meine vielleicht etwas naive Mutmassung – war dies auch ein Grund für Dr. Peter, sich mit Geschichte zu befassen. Nach der Ausbildung hier in Vorarlberg und einigen Sprachaufenthalten in England und Frankreich, zog es ihn nach Innsbruck zum Studium der Geschichte. Im Jahr 1974 verfasste er seine Dissertation über die parteipolitischen Verhältnisse in der – damals noch – Marktgemeinde Hohenems betreffend die Jahre 1849–1918. Zwei Jahre zuvor (1972) heiratete er die Liebe seines Lebens Mathilde.

Dr. Peter vermittelte sein Wissen über die Geschichte an die Jugend in seiner Zeit als Lehrer am Realgymnasium Dornbirn-Schoren in den Jahren von 1974 bis 2005. Neben seiner Lehrtätigkeit stellte er sich – und das vermag man mit Fug und Recht zu behaupten – vollends in den Dienst seiner Heimatstadt und erscheint er mir – so zumindest habe ich es im Rahmen meiner Vorbereitung empfunden – als das historische, personifizierte Wissen von Hohenems.

Dies dokumentieren die 55 Titel von Dr. Peter, die ich im Katalog der Vorarlberger Landesbibliothek finden konnte.

Er war 1975 Mitbegründer des Kulturkreises Hohenems, Leiter des Referates – liebe Gäste, sie werden es erraten – für Geschichte und Denkmalpflege.

Er verfasste eine Vielzahl von Beiträgen zur Geschichte seiner Heimatstadt und leitet seit 2000 den Emser Almanach. Vor allem war Dr. Peter Mitautor der Festschrift für die Erhebung von Hohenems zur Stadt im Jahre 1983.

Bestimmte Themen aus der Geschichte der Stadt bedürfen einer sensiblen Herangehensweise und Dr. Norbert Peter ist dies gelungen. Mit anderen machte er sich etwa stark für die Errichtung des Jüdischen Museums in Hohenems, im Bewusstsein des Historikers, dass die jüdische Geschichte mit der Stadt untrennbar verbunden ist. Auch die Erhaltung kulturell wertvoller Bausubstanz war ihm zeit Lebens eine Herzensangelegenheit, wie etwa dem Löwen. Er war auch maßgeblich beteiligt an der Wiedererrichtung der Cäcilienruh, der historischen Bank am Emsbach. (Initiator des Hohenemser Althauspreises, Ersteller der neuen Flurnamenkarte im Jahr 2013, Mitbegründer des Historischen Pfades).

Dass er als Experte der Emser Grafengeschichte gilt sowie der Flur- und Straßennamen von Hohenems, erklärt sich nahezu von selbst.

Im Jahr 2016 verfasste er die Glopper-Chronik und aktuell im Jahr 2017 vertieft er sich gerade in seine Arbeit für ein historisches Hohenems-Lexikon, wobei Dr. Peter selbst ein solches in Person ist.

Wir dürfen gespannt sein, was da noch kommen wird.

Rolf Amann

Meine sehr verehrten Damen und Herren, es wird sportlich. Hohenems ist bekanntermaßen eine Stadt, in der dem Sport ein sehr hoher Stellenwert beigemessen wird. Man denkt dabei an Namen wie Matthias Brändle, Christian Klien, Adi Hütter, Harald Morscher, Ramazan Özcan und den jungen Marcel Mathis (Elmar Oberhauser – legendärer brummiger und kantiger Sportchef des ORF).

Rolf Amann wurde am 4.9.1939 in Hohenems geboren. 1962 heiratete er Maria Johanna.

Aber es gibt da noch einen Mann, dem der Sport und der Skisport vor allem in Hohenems zeitlebens eine Herzensangelegenheit war und ist. Er ist dem Skiverein Hohenems verbunden wie kaum ein anderer und dauerte sein Engagement als Obmann des Skivereines nahezu 30 Jahre von 1983–2012.

Damit aber nicht genug. Rolf Amann ist von 1999 bis heute Geschäftsführer und Betriebsleiter der Skilifte von Schutannen, vielleicht nicht ein medial im Mittelpunkt stehendes Wintersportgebiet, aber ein wintersportliches Zuhause und leistbares Familienskigebiet für die Hohenemser.

Er engagierte sich auch außerhalb von Hohenems als Vizepräsident (1987–1996) und als Präsident (1996–2010) des Vorarlberger Skiverbandes und gleichzeitig von 1996–2010 als Vizepräsident des Österreichischen Skiverbandes und als ÖSV-Ehrenpräsident.

Er ist auch spartenübergreifend engagiert als Gründer und Präsident der IG Sport Hohenems. Für dieses Engagement erhielt er 2012 den Sport-Oscar der Sportstadt Hohenems. Seinen Blick über den Tellerrand des Skisportes zeigt auch seine Funktion als Vizepräsident des ASKÖ (allg. Sportverband Österreich).

Anlässlich seiner Oscar-Ehrung sagte Rolf Amann, die Gründung der IG ist ein Stück meines Lebens. Rolf Amann hat mit seinem unermüdlichen Engagement im Skiclub Hohenems und in den Skiverbänden, aber auch im Rahmen des hauseigenen Skigebietes Schuttannen und als Initiator der Hohenemser Sportlergala den Sport in Hohenems geprägt und hat sich als Mr. Skisport diesem Lebensbereich mit Leib und Seele verschrieben.

Sein größter Stolz ist aber sicher Marcel Mathis, dessen Werdegang er stets mit großem Interesse verfolgt hat und der ein Vorbild für viele Kaderkinder ist, so der neue Obmann in seiner Laudatio.

Ferdinanda Klothilde Mathis

Am 21.7.2016 verstarb eine große Frau, die einen Großteil ihres Lebens in den Dienst für die Unterstützung gehörloser und schwerhöriger Menschen gestellt hatte. Ferdinanda Mathis hatte Ende der 60er-Jahre eine Vision eines Heims für hörbehinderte Mitbürger als Kommunikations- und Betreuungszentrum.

Unermüdlich sammelte die Mutter von vier Kindern Geld für ihr Wunschprojekt, welches dann im Jahre 1977 in Dornbirn-Haselstauden tatsächlich Wirklichkeit wurde. Das Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte war geboren und Ferdinanda Mathis leitete das Zentrum bis zum Jahr 1984. Für diese Leistung wurde ihr 1977 der Toni Russ Preis verliehen. Ihre Leistungen im Dienste der Menschen wurden denn auch mit Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg und der Republik Österreich honoriert.

Das Landeszentrum ist mittlerweile eine Anlaufstelle für über 9.000 gehörlose und schwerhörige Menschen geworden. Ferdinanda Mathis hat so ihre Spuren hinterlassen, die Bestand haben werden.

Für Frau Mathis selig war nach der Geburt von Marlene und Herbert, die beide gehörlos zur Welt gekommen sind, vor allem die Bildung von gehörlosen Kindern ein Anliegen, um nicht zu sagen ein Herzenswunsch, vor allem die für hörbehinderte Kinder so schwierige sprachliche Förderung. Ihr jüngster Sohn Johannes übernahm dann von seiner Mama im Jahr 1984 die Leitung des LZH (Landeszentrum für Hörgeschädigte) und Ferdinanda konnte die Entwicklung des Zentrums mit Freude und auch ein bisschen Stolz miterleben und auch mitgestalten.

Ferdinanda Mathis hatte etliche Schicksalsschläge in ihrem Leben zu erdulden, aber ihr großes Kämpferherz half ihr dabei, diese zu überwinden.

In jungen Jahren war sie eine begeisterte Akkordeonspielerin mit Konzerten im In- und Ausland. Sie war eine sportliche Frau und genoss die großen Radtouren mit ihrem Mann Manfred quer durch ganz Europa.

Den hörbeeinträchtigten Mitbürgern bleiben die Pensionistennachmittage mit Ferdinanda in Erinnerung und die von Ferdinanda wunderbar organisierten Erholungs- und Kulturreisen von Galtür bis nach Italien und Spanien.

Die letzten fünf Jahre ihres Lebens widmete Ferdinanda der Pflege ihres geliebten Gatten Manfred, der ihr dann am 31.5.2016 vorausgegangen ist in die ewige Heimat. Am 21. Juli 2016 folgte Ferdinanda ihrem Manfred nach. Was jedenfalls bleibt, ist das Lebenswerk einer großen Hohenemserin mit dem Herzen einer Löwin. Es war und ist in ihrem Sinne, dass ihr Werk von ihrem Sohn Johannes weitergeführt wird (Er wird auch die posthume Ehrung für seine Mama von BM Dieter Egger in Empfang nehmen).

OMR Dr. med. Elmar Troy

Ich komme nun zu einem Mann, der am 1.12.1943 in Bregenz geboren wurde. Nach seinem Medizinstudium im Jahre 1969 lernte er seine Rosmarie kennen, die beiden heirateten im Jahr 1970. Nach einer kurzen Zeit in Salzburg, in der auch Tochter Claudia geboren wurde, zog die kleine Familie nach Feldkirch. Hier absolvierte der junge Arzt Dr. Elmar Troy seine Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde und folgte Tochter Claudia – familientechnisch gesehen – Tochter Gabriele nach.

Für Hohenems entscheidend wurde dann das Jahr 1978, als Dr. Troy mit seiner Familie nach Hohenems übersiedelte. Hier errichtete er seine Ordination für Kinder- und Jugendheilkunde. Parallel dazu betreute er im LKH Hohenems auf der Geburtenstation seine kleinsten Patienten.

In Hohenems wurde dann die Familie Troy komplett mit Sohn Klemens und Tochter Elisabeth.

Dr. Elmar Troy war und ist ein Arzt aus Berufung und aus Leidenschaft immer im Dienste seiner Patienten, oftmals durch den zusätzlichen Einsatz im Krankenhaus rund um die Uhr.

Neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt wurde Dr. Troy der Impfspezialist in Vorarlberg, leitete über 20 Jahre den Fachausschuss „Impfungen“ im Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin und setzte Initiativen für die Weiterentwicklung des Vorarlberger Impfwesens. Etwa das Impfgutscheinheft geht auf Dr. Troy zurück.

Eine erste Ehrung wurde ihm 2007 zuteil mit dem großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg zuteil.

2009 folgte auf Grund seiner Leistungen und Verdienste die Ernennung zum Obermedizinalrat und im Jahr 2011 erhielt er die goldene Ehrennadel der Stadt Hohenems.

Dr. Troy stellte sein fachärztliches Wissen und seine Erfahrung ab dem Jahre 1996 dem Krankenpflegeverein Hohenems zur Verfügung und fungierte gesamt 21 Jahre als ehrenamtlicher Obmann des Vereins. Ein aufwändiges Engagement neben seiner Tätigkeit als Kinderarzt. Er nahm sich darüber hinaus noch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten in der Pfarrgemeinde und im Elternverein. Es bedarf für dieses Engagement nicht nur enormer Einsatzkraft, sondern auch einem hohen Maß an Organisation und Disziplin. Die heutige Ehrung ist ein Dankeschön seiner Heimatstadt und seiner Mitbürger.

Als Dr. Troy die Obmannschaft im Krankenpflegeverein nach 21 Jahren im heurigen Jahr niederlegte schrieb er in seinem Rückblick, welcher gleichzeitig ein Ausblick ist:

„Die Pflege zu Hause ist also für den Krankenpflegeverein Hohenems, wie für alle Krankenpflegevereine des Landes, eine große Herausforderung, die in der Zukunft nicht weniger werden wird. Aber wir haben vorgesorgt, dass diese Arbeit lückenlos weitergeht, denn nach meinem heurigen Ausscheiden als Obmann wird bei den Neuwahlen der neue Obmann Dr. Karl Bitschnau (vorausgesetzt, dass er gewählt wird) mit einem leicht erneuerten Vorstand die Arbeit weitermachen, wozu ich ihm alles Gute wünsche.
Werte Mitglieder, Förderer und Freunde des Krankenpflegevereins Hohenems!
Für Ihre Unterstützung in all den Jahren möchte ich mich im Namen aller betreuten Personen sowie im Namen der Schwestern und Vereinsfunktionäre recht herzlich bedanken. Ihre Solidarität ermöglicht die so wichtige Pflege zu Hause.“
Dr. Elmar Troy, Obmann – Hohenems, am 5. März 2017