Stadtverwaltung Hohenems
A+
A+
A+
Bürgermeldungen
drucken
Stadtplan
07.06.2017

Begehung Finsternaubach

Zahlreiche Interessierte lauschten den Ausführungen von Hofrat DI Elmar Plankensteiner.
Finsternaubach

Am vergangenen Freitag, dem 2. Juni 2017, lud die Ortsgruppe Hohenems des Vorarlberger Waldvereins Interessierte zur Besichtigung des bereits umgesetzten Verbauungsprojekts „Finsternaubach“ ein.

Ing. Michael Broger konnte dabei über zwanzig interessierte Teilnehmer/innen willkommen heißen, u. a. auch Bürgermeister Dieter Egger als Hauptverantwortlichen für die Sicherheit des Siedlungsraumes der Stadt Hohenems. Hofrat DI Elmar Plankensteiner von der Wildbach- und Lawinenverbauung war Projektverantwortlicher und führte die zahlreichen Teilnehmer/innen mit fachlichen und geschichtlichen Erläuterungen durch das Einzugsgebiet des Finsternaubaches.

Aufgrund der vorherrschenden geologischen Bedingungen und des steilen Geländes kommt es im Finsternaubach und seinen Seitengräben immer wieder zu Murenabgängen und geschiebereichen Hochwasserabflüssen. Verschärft wird die Situation durch Wildholz, das zu Verklausungen an Brücken und im Weiteren zu Bachausbrüchen führen kann.
Auf dem Schwemmkegel des Emsbachs, dessen wichtigster Zubringer neben dem Gsohlbach der Finsternaubach ist, befinden sich im Gefährdungsbereich der Stadtkern und die Wasserversorgung „Ledi“.
Die bis zum Jahr 2010 noch teilweise über 100 Jahre alten Verbauungen hatten nur noch eine geringe Schutz- und Stabilisierungswirkung. Daher war eine Neuerrichtung, aber auch die Sanierung und Rekonstruktion der bestehenden Bauwerke, erforderlich.

Zur Sicherheit des Siedlungsraumes wurde am Schwemmkegel im Bereich Ledi-Schießstand ein Geschiebeauffangbecken errichtet, mit einem Fassungsvermögen von rund 4.500 m3. In weiterer Folge wurde die Sohle des weiterführenden Emsbachs abgesenkt. Damit können Verklausungen und Wasserausbrüche an den neuralgischen Stellen im Bereich der Brückenbauwerke wie in der Mühlegg und am Schlossplatz verhindert werden.

4 Jahre Bauzeit

Das Projekt wurde im Zeitraum von 2012 bis 2016 umgesetzt. Die Gesamtbaukosten betrugen rund 1,8 Millionen Euro. Alleine von der Stadt Hohenems als Bauherrin wurde ein Kostenbeitrag in Höhe von über 360.000 Euro in die Sicherheit des Siedlungsraums investiert.

Gefahrenzonenplan

„Der Gefahrenzonenplan aus dem Jahre 1992 war eine wesentliche Grundlage für die Ausarbeitung und Umsetzung des Projekts. Dieser Plan ist auch eine Grundlage der Stadt Hohenems für die Raumplanung und das Bau- und Sicherheitswesen, wie beispielsweise der derzeitigen Erstellung des Katastrophenschutzsatzplanes für Hohenems“, so Bürgermeister Dieter Egger.

Neben den technischen Verbauungen ist eine naturnahe und gezielte Schutzwaldbewirtschaftung genauso wichtig. Ein intakter Wald schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Murenabgang und Hochwasser.
Forstliche Maßnahmen sind sehr kostenintensiv und können durch Holzerlöse und Fördermaßnahmen nur teilweise gedeckt werden, sind aber immerhin um ein Wesentliches günstiger als technische Verbauungen.
Die Wichtigkeit dieser Verbauungsmaßnahmen hat wiederum das Hochwasserereignis im Jahr 2013 gezeigt, bei dem es zu einer starken Aktivierung der Rutschung im Bereich der Priedleralpe gekommen war.
Diese Rutschung war so tiefgründig, dass ein intakter Schutzwald dem auch nicht entgegenwirken hätte können. Hier konnten die Bäume keine schützende Funktion mehr übernehmen, sondern waren lediglich Passagiere mit den sich zu Tal bewegenden Erd- und Geröllmassen.