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Stadtplan
24.01.2017

Alpiner Schutzwaldpreis Helvetia

v. l. Bürgermeister Dieter Egger, Kurt Mathis, Helmut Kathan, Stadtrat Günter Mathis

Dieser Preis wurde am Freitag, dem 20. Jänner 2017, in Vandans zum 11. Mal von der ARGE Alpenländischer Forstvereine, einer Interessensvereinigung mit den Schweizer Kantonen Graubünden und St. Gallen, dem Fürstentum Liechtenstein sowie den Bundesändern Bayern, Tirol, Südtirol, Kärnten und Vorarlberg, vergeben.

Der „Alpine Schutzwaldpreis Helvetia“ will das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzwaldes fördern und Projekte oder Einzelpersonen auszeichnen und prämieren, die sich besonders für den Schutzwald und dem dafür erforderlichen Jagdmanagement einsetzen. Der Preis wird in vier Kategorien verliehen: Schulprojekte, Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Partnerschaften sowie Erfolgsprojekte.

Mathis ist „Schutzwaldpate“

In der Kategorie „Schutzwaldpate“ werden Personen ausgezeichnet, welche sich überdurchschnittlich um die Belange zur Erhaltung des Schutzwaldes und dem dafür erforderlichen Wildmanagement einsetzen.
Einer der Preisträger in dieser Kategorie ist Kurt Mathis aus Emsreute. Mathis wuchs „In der Auen“ in Emsreute in einem bäuerlichen Umfeld auf. Das landwirtschaftliche Anwesen befindet sich heute noch am Waldrand unter dem Vorderschwarzenberg bzw. direkt unter dem Weißtannenweg. Schon in seiner Kindheit entdeckte Mathis auf spielerische Art und Weise die Liebe zum Wald und er wusste sehr früh, welch große Bedeutung dem Wald als Schutz für den Siedlungsraum zukommt. Damals musste Mathis schon Schadereignisse wie Steinschlag, Lawinen und Murgänge hautnah miterleben. Diese Ereignisse prägten ihn schon in der Kindheit, die wahrscheinlich seinen späteren Einsatz und sein Interesse für den Schutzwald hervorriefen. Er erkannte bald, dass ein intakter Schutzwald eine grüne Lebensversicherung für Mensch und Infrastruktur darstellt.

Frühe Selbständigkeit

Bereits als junger Bursch arbeitete Mathis mit seinem Vater im Wald und machte sich als Holzakkordant bereits mit 23 Jahren selbständig. Den Großteil seines Berufslebens verbrachte er in Führungspositionen im städtischen Forstbetrieb.

Im Hinblick auf eine nachhaltige ressourcenschonende Waldbewirtschaftung hatte Mathis folgenden Leitspruch: „Die Axt muss jährlich im Wald klingen“. Das bedeutet, laufend kleinere und bestandsschonende Eingriffe – ja keine Kahlschläge!

Intakte Bergwälder schützen vor Naturgefahren. Ohne diesen natürlichen Schutz gegen Muren, Lawinen und Steinschlag wären mehr als zwei Drittel der Landesfläche bedroht, gar nicht bewohnbar oder zum Wirtschaften geeignet.

Eine natürliche Schutzleistung ist um das Vielfache kostengünstiger, ökologischer und langfristiger als technische Verbauungen.

Standortgemäße Waldverjüngung

Die Verhinderung einer standortgemäßen Waldverjüngung durch überhöhte Wildbestände war leider immer ein Thema. Hier musste Mathis als langjähriges Mitglied im Hohenemser Jagdausschuss im Interesse des Waldes den einen oder anderen Kampf mit Jägern oder Andersgesinnten durchstehen. Diese Ausdauer und Beharrlichkeit war damals eine Investition in die Zukunft, von der wir heute profitieren können.

Langjähriger Stadtvertreter

Mathis war darüber hinaus über lange Zeit als Stadtvertreter im Forstausschuss tätig und konnte hier auf politischer Ebene mit seinem Fachwissen die Interessen der Waldeigentümer einbringen. Er trat im Jahr 1990 nach zwanzig Dienstjahren im städtischen Forstbetrieb den wohlverdienten Ruhestand an. In diesem Jahr fegte auch der orkanartige Februarsturm „Vivian“ großflächig ganze Waldungen weg. Die anschließenden Borkenkäferkalamitäten und später der Sturm „Lothar“ im Jahr 1998 taten noch ihres dazu.

In diesem Dezenium fielen über 200.000 Festmeter (m³) an Schadholz an. Der jährliche Einschlag der gesamten Waldungen in Hohenems betrug damals rund 4.000 Festmeter. Die Feststellung, welchem der rund 420 Grundeigentümer im Streubesitz das angefallene Holz richtig zugeteilt wird, war von der Aufarbeitung, Einteilung nach Güte- und Stärkeklassen bis hin zur Logistik und der Rechnungslegung eine große Herausforderung.

Mathis war dem städtischen Forstbetrieb damals eine große Unterstützung, da er sämtliche Grenzverläufe und Grenzpunkte im Gedächtnis hatte und die Gepflogenheiten der damals handelnden Personen sehr gut kannte.

Noch heute eine große Hilfe

In weiterer Folge bis heute steht Mathis dem städtischen Forstbetrieb, aber auch den privaten Waldbesitzern mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten gerne und immer zur Verfügung.
Weiters hat Mathis während seiner Pension Themen wie die Alp- und Forstwirtschaft oder den Bau von Forst- und Güterwegen geschichtlich für die Nachwelt in Büchern festgehalten.

Bürgermeister Dieter Egger, Umweltstadtrat Günter Mathis sowie der Leiter der städtischen Forstabteilung Helmut Kathan gratulierten Kurt Mathis am vergangenen Dienstag, dem 24. Jänner 2017, im Rathaus persönlich zu dieser hohen internationalen Anerkennung und wünschten ihm und seiner stets unterstützenden Frau Agathe weiterhin einen interessanten und erfüllten Lebensabend.