Stadtverwaltung Hohenems
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Stadtplan
04.07.2017

Festakt: 400 Jahre Schutzbrief

v. l. Festredner Dan Diner, Museumsdirektor Dr. Hanno Loewy, Bürgermeister Dieter Egger

Am vergangenen Sonntag, dem 2. Juli 2017, wurde im Rittersaal im Palast mit einem großen Festakt samt Konzert mit jüdischer Musik das 400-Jahr-Jubiläum des Hohenemser Schutzbriefs gefeiert.

Durch diesen Schutzbrief ermöglichte Graf Kaspar vor 400 Jahren zwölf Juden die Niederlassung in Hohenems. Der Direktor des Jüdischen Museums Dr. Hanno Loewy führte durch das Programm und betonte, dass der Schutzbrief die Geschichte der Stadt Hohenems nachhaltig prägte. Auch in den 200 Jahren danach gab es für den Hohenemser Schutzbrief zahlreiche Erweiterungen und Umschreibungen. Zudem sei er ein Versuch, je nach Nutzen der Mehrheitsgesellschaft, einer Randgruppe ihren gesellschaftlichen Platz zuzuweisen. Das jüdische Leben in Hohenems war nach der Emanzipation der Juden in Österreich-Ungarn im Jahr 1867 von Abwanderung geprägt, ehe die jüdische Gemeinde während der Zeit des Nationalsozialismus gänzlich zerstört wurde, führte Loewy weiter aus.

Bürgermeister Dieter Egger hob die Kunst und Kultur als wichtigen Antrieb für Visionsprozesse hervor. Europa sei in der Krise, was sich in neuen Grenzen, vor allem in den Köpfen, wiederspiegle. Die Unsicherheiten und Ängste, aber auch Veränderungen bieten aber dennoch auch neue Chancen, wie beispielsweise die Bemühungen der Stadt um den Titel einer Europäischen Kulturhauptstadt – gemeinsam mit Bregenz, Dornbirn und Feldkirch. Dies sei ein Beweis dafür, „dass Europa funktionieren kann“, so das Stadtoberhaupt.

Abschließend hielt der Historiker Dan Diner eine Festrede zum Thema „Von der Vormoderne in die Moderne. Das jüdische Hohenems – zum Beispiel“. Er spannte dabei einen historischen Bogen vom jüdischen Leben an der Schwelle zur Neuzeit über das Toleranzpatent Josephs II. und die Französische Revolution bis hin zur endgültigen Auslöschung der jüdischen Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit jüdischer Barockmusik durch das Ensemble „La Dafine“, Michele Andaló sowie das Vokalensemble „Animantica“.