Stadtverwaltung Hohenems
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25.01.2017

Zu Besuch im Nahwärmewerk

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Die beiden eindrucksvollen Heizkessel sorgen für wohlige Wärme.

Am Mittwoch, dem 18. Jänner 2017, war die Gemeindeblatt-Redaktion zu Gast im Heizwerk der Nahwärmeversorgung der Firma „Heizwert“ in Hohenems.

Die Heizzentrale in den Untergeschossen des Büro- und Geschäftshauses „empuls“ in der Diepoldsauer Straße 5 wird von der HeizWERT Bioenergie Hohenems GmbH unter der Führung von DI Markus Schadenbauer-Lacha betrieben. Von außen deutet wenig auf ein Heizwerk hin – lediglich die beiden Kamine sind gut zu erkennen.

Jürgen Hollenstein nahm uns mit ins Innere diese beeindruckenden Untergrundsystems. Der 31-jährige Lustenauer arbeitet seit 2010 als Heizwart im Heizwerk. Als gelernter Elektriker absolvierte er eine Fortbildung zum Facharbeiter für Biomasse und Bioenergie am Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum in Hohenems und ist so bestens gewappnet für die technischen Herausforderungen des Nahwärmewerks.

Zu seinen Hauptaufgaben gehört es, die Anlagenteile in Betrieb zu halten und zu warten, die Lieferungen an Hackgut zu koordinieren und nicht zu vergessen: die Kundenbetreuung. Am PC hat er per Mausklick Zugriff auf sämtliche angeschlossenen Gebäude, sodass Probleme umgehend analysiert und beseitigt werden können.

7 Jahre im Einsatz

Heizwart Jürgen Hollenstein

Seit 2010 ist das Hohenemser Nahwärmewerk mit einem Leitungsnetz von inzwischen rund 7,5 Kilometern in Betrieb. Dieses wurde im Laufe der Jahre laufend erweitert. Zwischen fünf und sechs heimische Betriebe sorgen stets für genügend Nachschub an Brennstoff – in Hohenems werden Hackschnitzel verbrannt. In Kälteperioden, wie sie derzeit herrschen, werden aktuell täglich bis zu zwei Sattelschlepper voll Hackgut benötigt. Das entspricht pro Sattelschlepper etwa 62 Schüttraummetern bzw. 62 Kubikmetern lose aufgeschüttetem Material. Rund 12.500 Schüttraummeter wurden im vergangenen Heizjahr (Oktober bis September) in Hohenems verbrannt – die Kapazität des Werks beträgt 18.000 Schüttraummeter. Dabei fielen zwischen 50 und 55 Tonnen an Asche an, wobei hier zwischen zwei Sorten unterschieden werden muss: Die gröbere Asche geht an die Firma Häusle in Lustenau, wo sie zwischengelagert wird und in weiterer Folge auch als Dünger verwendet werden könnte; die feine Asche übernimmt die Firma Böhler aus Feldkirch.

Energieproduktion

2016 wurden 8,6 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie aus Biomasse erzeugt. Möglich wären im Endausbau bis zu 13 Millionen kWh. Dies kommt einer Heizölsubstitution von 1,3 Millionen Litern gleich. Das bedeutet, dass bei vollem Ausbau und Einsatz Emissionen von mehr als 3 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr reduziert werden könnten.

Abnehmer

In Hohenems sind derzeit 77 Gebäude an das Nahwärmewerk angeschlossen, die über einen Wärmetauscher mit Energie für die Heizung und für den Warmwasserverbrauch versorgt werden. Größter Abnehmer an Energie ist das Landeskrankenhaus Hohenems, gefolgt von öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, aber auch das Rathaus und der Löwensaal. Das Nahwärmenetz wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert. Als bisher größte Ausbaustufe wurde das Herrenried unter der Bahn erschlossen, wodurch auch die Pfarre St. Konrad und das Schulzentrum Herrenried Nahwärme erhalten – und: im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen des Jüdischen Viertels auch weitere Gebäude der Innenstadt – ganz im Sinne des neuen Vorzeigeprojekts „Ökoquatier“.

Umweltfreundliches Heizen

Hier wird das Heizmaterial angeliefert.

Durch den Anschluss an das Hohenemser Nahwärmewerk ergeben sich zahlreiche Vorteile für die Verbraucher: Sie beziehen umweltfreundliche Wärme durch einfaches und sauberes Heizen und müssen zuhause keine Brennstoffe mehr zwischenlagern. Es sind auch keine Reparaturen oder Wartungen mehr nötig. Die Energie besticht durch Regionalität. Außerdem sind keine Re-Investitionen in die eigene Heizung mehr nötig. Der bereits installierte Öltank kann herausgenommen werden, sodass mehr Stauraum im Keller übrig bleibt – und: man spart sich den Kaminkehrer. Durch dieses CO2-neutrale Heizen schont man darüber hinaus auch noch die Umwelt. Durch den installierten Elektrofilter reduziert sich der Feinstaub auf ein Minimum. Das Nahwärmewerk in Hohenems leistet deshalb auch einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie des Landes und wurde dafür mit einem Investitionsförderbetrag subventioniert.

Sommerbetrieb

Nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer gibt es genügend zu tun. Dann stehen die zahlreichen Wartungen an, wobei die Aufgaben mit neun verschiedenen externen Unternehmen koordiniert werden müssen. Auch dafür zeichnet sich Jürgen Hollenstein verantwortlich: „Der Brennraum beispielsweise ist so heiß, dass er nur im Sommer, wenn nicht geheizt wird, betreten werden kann“, informiert er auskunftsfreudig. Die Anlage besteht aus zwei Biomassekesseln mit 1.700 bzw. 1.100 Kilowatt, sodass auch in der Übergangszeit, mit dem etwas kleineren Kessel, bei Teillast Energie produziert werden kann. Mit einer Wärmerückgewinnung, der sogenannten Kondensation, wird der Wirkungsgrad der Gesamtanlage verbessert.

Weg zur umweltfreundlichen Energie

Falls auch Sie Interesse an umweltfreundlicher Wärme haben: Ein bisschen Kapazität für zusätzliche Gebäude ist noch vorhanden! Voraussetzung ist die Möglichkeit des Anschlusses an das Nahwärmenetz in unmittelbarer Nähe einer Versorgungsleitung. Wenden Sie sich gerne an den Hohenemser Heizwart Jürgen Hollenstein, Tel. 0676/7222020 oder E-Mail heizwert-bioenergie@lacha.at