Stadtverwaltung Hohenems
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11.07.2017

60 Jahre Kaplan Bonetti Sozialwerke

Das leitende Team: Bohuslav Bereta (Leiter Wohnhaus), Michael Hämmerle, Cornelia Matt, Helmut Johler (Leiter Arbeitsprojekte), Dekan Erich Baldauf (Foto: Kaplan Bonetti Sozialwerke/Cornelia Hefel)

Die Kaplan Bonetti Sozialwerke blickten am Sonntag, dem 9. Juli 2017, nicht nur auf bewegte sechzig Jahre zurück. Der runde Geburtstag war vor allem Anlass, auf die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber armutsgefährdeten Menschen hinzuweisen.

Mehr als 350 Gäste folgten der Einladung zum Sommerfest: mit einer Messe in Gedenken an den 10. Todestag von Emil Bonetti, dessen Leibspeise – Kässpätzle – und einem bunten Programm für Mitarbeiter/innen, Bewohner/innen und Besucher/innen.

„Eine Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, wie sie Menschen in Krisen begleitet und ihnen einen Neustart und ein würdiges Dasein ermöglicht“, sagte Dekan Erich Baldauf, Obmann des Vereins der Freunde Kaplan Bonetti.

Im Juli 1957 hatte der Kaplan das Haus der jungen Arbeiter übernommen. Fünfzig Jahre lang, bis zu seinem Tod am 9. Juli 2007, leitete Bonetti dieses in seiner unnachahmlichen Weise. Diesen Tag nahmen die Sozialwerke zum Anlass, die jahrzehntelange Entwicklung zum heutigen, modernen sozialen Unternehmen mit einem öffentlichen Sommerfest zu feiern. Zum Festauftakt hielt Generalvikar Monsignore Rudolf Bischof eine Gedenkmesse für den Gründer Emil Bonetti.

Keine Randgruppe, sondern Teil der Gesellschaft

Ein Bild vom Leben bei den Kaplan Bonetti Sozialwerken konnten sich die Besucher/innen in einer Ausstellung machen: Mit Einwegkameras hatten Bewohner/innen und Beschäftigte Fotos von Szenen aus ihrem Alltag gemacht. „Die Menschen stehen mitten im Leben und sind Teil unserer Gesellschaft, keine Randgruppe. Sie haben dieselben Bedürfnisse wie wir alle“, erklärte Geschäftsführerin Cornelia Matt.
Diese Sichtweise bringen die Kaplan Bonetti Sozialwerke auch in ihren neuen Imagebroschüren unter dem Motto „Jeder Mensch …“ zum Ausdruck. Kernaussagen sind beispielsweise „Jeder Mensch braucht ein menschenwürdiges Dach über dem Kopf“ oder „… eine Hand, die ihn unterstützt“.

Langfristige Begleitung als Ziel

Daran knüpft auch das Ziel, langzeitarbeitslose Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und auf ihrem Weg in ein normales Leben zu begleiten, an. Dafür möchte Matt Ehrenamtliche gewinnen: „Die Betroffenen sind oft einsam, ihre Hemmschwelle auf andere zuzugehen ist hoch. Wir wollen motivierte Freiwillige ansprechen, die sie bei alltäglichen Aktivitäten begleiten.“

Leistbarer Wohnraum dringend nötig

„Um Notleidenden eine echte Chance zu geben, braucht es mehr leistbaren Wohnraum“, so Michael Hämmerle, Leiter der Kaplan Bonetti Beratungsstelle. Hohe Mieten sind mit den stagnierenden Löhnen kaum zu vereinbaren. Die gekürzte Mindestsicherung verschärft die Lage zusätzlich. „Die Wohnbauoffensive des Landes ist ein positives Signal und muss rasch umgesetzt werden“, so Hämmerle, „denn ein Dach über dem Kopf ist die Basis für eine sichere Zukunft.“

Dauerarbeitsplätze sehen die Sozialwerke als Lösung für Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Krankheit am ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind. „Ein sinnstiftender Alltag erleichtert den Betroffenen einen Neustart“, ist Cornelia Matt überzeugt.

Weitere Informationen unter www.kaplanbonetti.at